Kommentar zum Dokumentarfilm „Die Mannschaft“

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Zum Anpfiff des Fußballjahres 2015 zeigte die ARD zur Primetime „Die Mannschaft“, den Dokumentarfilm über den 2014er-WM-Triumph der deutschen Männer-Nationalmannschaft in Brasilien. Das gab mir zu einem kurz das gute Gefühl, dass die Zwangsgebühr der GEZ halbwegs gut angelegt wird und andererseits zum eigenen #BildDirDeineMeinung.

Der Film, der bereits an den Kinokassen für volle Lichtspielhäuser gesorgt hatte, wurde in der Filmkritik von Sommermärchen 2.0 bis zum schäbigen Werbefilm von FIFA und DFB betitelt. Die Wahrheit liegt wohl im Irgendwo dazwischen. Denn für diejenigen, die alle WM-Spiele, Jahresrückblicke und den sehenswerten ARD-Rückblick „Das Leben ist ein Hauch“ gesehen haben, gibt es nur ein paar neue Szenen und insbesondere Wortbeiträge, bei denen ich gerne nachgefragt hätte.

Zum Beispiel zu den Szenen, wie die Entscheidung Philipp Lahm im Halbfinal-Spiel gegen die Franzmänner wieder auf die Position des Rechtsverteidigers aufzustellen, zustande kam. Da sieht man Lahm und Löw im lockeren Dialog im Kinderbecken des Pools. Dann faselt noch Sami Khedira irgendwas von „so einem Gefühl“, dass es besser wäre wenn Lahm wieder von hinten rechts kommen sollte. Ob das alles so freiwillig wie einvernehmlich und im Dienste der Mannschaft geschah sei mal dahin gestellt. Das Bild einer harmonisch herbeigeführten Neujustierung der taktischen Architektur soll offensichtlich nicht beschädigt werden.

Im Gegensatz dazu sorgte der madrilenische Bankdrücker Khedira dann doch noch für eine offen sympathische Aussage als er über sein Final-Aus sprach: „Persönlich die schwerste Entscheidung, für die Mannschaft die genialste“. Treffsicherer konnte er seinen Stellenwert in der Mannschaft nicht beschreiben.
Ob jedoch der für ihn aufgelaufene Christoph Kramer wirklich den Rang ablaufen wird bleibt offen, denn er ist wohl derjenige Spieler dem der Weltmeistertitel am höggschden zu Kopf gestiegen ist. Seine Aussagen in Interviews und Auftritte im TV stehen noch nicht im Verhältnis zu den Verdiensten in der National11.

Dann lieber ein Typ wie Thomas Müller. Der sorgte eins um andere Mal für die lustigen Szenen und Momente. Zum Beispiel als er im Dirndl eine verlorene Golf-Wette einlöste oder mit einem Zettel bei Bundes-Jogi höflich anfragte, ob ein Golfspiel möglich sei. Ob er ihn auch zu einer Singeinlage nach dem Finalsieg gegen die Gauchos animieren konnte, bleibt eine Frage für Aktenzeichen XY …ungelöst. So oder so…ein Spieler der wirklich auf dem Boden bleibt und auch gern daran erinnert das Fußball lediglich ein beautiful Game ist und das Privatleben nicht mit der Öffentlichkeit geteilt werden muss. Davon sollte es viel mehr geben.

Für die Fremdschäm-Momente sorgte hingegen DFB-Chefchen Wolle Niersbach, der in seinen Ansprachen nach den Siegen im Viertel- und Halbfinale und natürlich auch nach dem Finale gar nicht mehr von den Dankes-und Freudes-Wolken runter kommen wollte…Fremdschäm-Momente mit 4 Sternen…

FremdschämDieMannschaft

Das Team-Mutti Oliver Bierhoff beim DFB arbeitet, hat er wohl auch nur seinem #GoldenGoal bei der EM 1996 zu verdanken. Ihm war es ja u.a. besonders wichtig, dass die Ankunft im Campo Bahia in den Morgenstunden erfolgte, damit die Spieler einen Eindruck vom Ort bekommen konnten. Da wird nun wirklich auch das kleinste Detail geplant. Weltmeister in der Vorbereitung und Organisation war der DFB schon seit der Heim-WM 2006. Und zum Glück für Bierhoff das dieses ganze Gelaber aus dem „Wir-Gefühl-Emotions-Topf“ zum erhofften Erfolg geführt hat.

Und was bedeutet das für die kommenden Weltmeisterschaften? Werden das alle anderen Mannschaften auch so machen? Sich abschotten und lediglich Kontakt mit den Menschen im unmittelbaren Umfeld suchen? Für die nächste WM 2018 in Russland stelle ich mir das in ungefähr so vor: Jedes Team in einem Dorf und zur Begrüßung gibt’s Wodka&Blinis.

Bei all der gelungenen Dokumentation des WM-Sieges ist die Tatsache nicht zu vergessen, dass solche Filme auch immer die Geschichte des Siegers zeigen. Über die Erlebnisse der Mannschaften aus Portugal, Ghana, USA, Algerien, Frankreich, Brasilien und Argentinien wird es sicherlich keine Dokumentation geben.

Als Erinnerung an den WM-Triumph eignet sich der Film allemal und im Gegensatz zum Sommermärchen gab es diesmal ein Happy End. Und wer nicht schauen will, der soll lieber lesen. Unser WM-Blog http://thebeautifulgame2014.wordpress.com/ ist auch bestens dafür geeignet, das Abenteuer Brasilien Revue passieren zu lassen 🙂

By Nino

The amazing boxing day in the premiere league

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Wenn in Deutschland fußballtechnisch tote Hose ist und alle ihren Magen mit Gans und Schokolade voll schlagen, herrscht auf der Insel im und um die Stadien ein reges Treiben, denn es ist der traditionelle Boxing Day.

An diesem zweiten Weihnachtsfeiertag zieht es die Briten zum Fußball. In der Vergangenheit gab es diese Tradition vornehmlich, weil die Arbeiter frei hatten und zum Fußball gehen konnten. Der Tag ist erhalten geblieben, doch kaum ein Arbeiter hat noch die finanziellen Möglichkeiten an diesem Tag oder an irgendeinem anderen Tag Fußball live im Stadion zu erleben. Man kann davon ausgehen, das heute wegen der Übertragung im Fernsehen der Hype anhält und die Briten immer noch richtig heiß auf ihren Boxing Day sind.
Die Stadien sind auch voll mit Zuschauern der Mittelklasse, zum Nachteil der einst weltberühmten englischen Stimmung im Stadion. Die Stimmung findet man hierzulande nur noch vielleicht bei Schlakke 0:2, der Kloppotruppe oder den Anarchos von der SG Dynamo.

Wie auch immer…wenn dann am Boxing Day die Familie sich vor dem Fernseher vereint und nach zwei Feiertagen die Gesprächsthemen ausgegangen sind, scheint auch das letzte Familienmitglied darüber dankbar zu sein, dass der Fußball an diesem Tag den sozialen Austausch vereinfacht und man in trauter Familie dem gemeinsamen Hobby huldigt und dem favorisierten Team zujubelt. Was gibt es besseres und verbindenderes als gemeinsam zu jubeln, anzufeuern, zu genießen und zu hassen. Das denke ich macht den Boxing Day so einzigartig, auch wenn Mr. Einfalt Mertesacker dies nicht versteht und rumjammert lieber zu Hause sein zu wollen.

In der Tabelle haben sich wohl Abramovichliebesheiratmitmou und das Spielzeug vom Scheich oben eingenistet. Die Armee des einzig wahren Holländers mit dem großen Ego scheint sich gefangen zu haben und plant den Angriff auf die Spitze. Der unerwartete und vor Saisonbeginn ausverkaufte Underdog scheint sich auch wieder zu berappeln und auch Poldis Hauptstädter und Balotellis Erfinder des Fußballs scheinen Schritte in die richtige, obige Richtung zu machen.

Eine Sache möchte ich noch erwähnen und sie hat so gar nichts mit dem Boxing Day zu tun, aber mit dem kommenden Jahresende. The blue legend school Boy Lampard hört auf in England!!!!!!! Es war beeindruckend zu sehen wie er auch beim Spielzeug vom Scheich aufgedreht hat und selbst gegen seine eigene Liebe getroffen hat. Ich freue mich schon ihm beim neuen Spielzeug vom Scheich dem NYCFC im Yankee-Stadion begrüßen zu dürfen. Wow. ER.ist.Fußball!!!!!!!!!

By Baba

1. Bundesliga: Fazit zur Hinrunde – Platz 13-18

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Mit dem Abschluss des 17. Spieltags ist es an der Zeit eine Trilogie des Fazits zu ziehen. Abseits vom schnellsten Tor #Bellarabi und dem weitesten #Stoppelkamp soll es etwas seriöser als bei „Sportmoderator“ Reinold Beckmann zugehen, der in der #ARDSportschau davon schwadronieren durfte, dass ja schon am ersten Spieltag der deutsche Meister feststehen würde, nämlich der FC Bayern München.

Der 1. Teil der Fazit-Trilogie widmet sich den Plätzen 13 bis 18. Und wenn ich mir diese Tabellenregion zum ersten Mal anschauen würde, dann wäre mein erster Gedanke: Ohha…Hertha, Freiburg und Hamburg überraschend mit oben dabei. Es sind aber die Plätze 13-18 des harten Bodens der Tatsachen. Und nebenbei bemerkt sind mit den Grünweißen-Werderanern, den Spätzle-Schwaben und den Ruhrpott-Borussen 3 der letzten 4 Meister aus den letzten 10 Jahren dabei.

Was ist da so schief gelaufen? In Hamburg, Stuttgart und Bremen ist es das Ergebnis der jährlichen Podiumsplätze bei der Wahl zur Miss-Management. Nicht zu vergessen das „über den Verhältnissen leben“ bei der Großstadtperle Hamburg. Gemäß den „Mechanismen der Branche“ wurden dort auch die Trainer konsequent gewechselt (https://thebeautifulgameblog.com/2014/10/26/ein-kommentar-zu-den-trainer-entlassungen-in-hamburg-schalke-und-bremen/) bzw. sind von selbst zurückgetreten (https://thebeautifulgameblog.com/2014/11/25/ein-kommentar-zum-rucktritt-von-armin-veh-in-stuttgart-beim-verein-fur-bewegungsspiele/).

In Dortmund bleiben die Verantwortlichen um Susi Zorc und Acki Watzke zum Glück ruhig und präsentierten sich nach Außen als verschworene Einheit. Sie grätschen nicht dazwischen, wie man das bedauerlicherweise in Hamburg #Kühne beobachten kann. Und der geneigte Fußballfan dreht lustig am Bullshit-Bingo…“Viel zu viel Qualität“…“Das schaffen die noch“…“Nicht ihre Tabellenregion“.

Bei der #AltenDame und den Breisgauern bleibt man auch ruhig und besinnt sich auf seine Ansprüche, nämlich die Liga zu halten. Die Fallhöhe ist also wesentlich niedriger. In den Gazetten des Sports ist viel zu lesen, dass es diese Spielzeit „einen Großen erwischen wird“. Mit „Große“ sind da zunächst die Traditionsvereine gemeint, ohne die die Liga „ärmer“ dran wäre. Aber diesem Thema widme ich mich später.

Für die Rückrunde wird interessant zu beobachten sein, wie der BVB den Spagat zwischen DFB-Pokal, Champions-League und Liga-Alltag hinbekommt. Die Parole „wir werden ein erbitterter Jäger sein“ klingt schon mal nach Abstiegskampf. Die Einstellung stimmt, der sollten dann auch Taten folgen. Die Vereine in Freiburg und Berlin können sich voll und ganz auf den Abstiegskampf einstellen und auf ihre abstiegskampferprobten Spieler hoffen. Das können neuerdings auch die Bremer, Stuttgarter und Hamburger…Langeweile sollte da also nicht aufkommen. Und der Abstand vom 13. zur #RotenLaterne beträgt lediglich drei Punkte #EngeKiste. Meine Prognose für diese Region der Tabelle: Mindestens ein Trainerwechsel und eine ganz starke Rückrunde.

By Nino

 

 

Der Anfang der Gegenrede zur Dunklen Vorhersage

Shining sun at clear blue sky with copy space

Die „Dunkle Vorhersage“ des hoch geschätzten @Baba liefert Steilpässe einer Präzision, wie sie früher nur Zinedine #Kopfnuss Zidane gespielt hat. Ein bunter Blumenstrauß…ein wahres Potpourri an Themen, die es abzuarbeiten gilt. So unkommentiert kann ich das doch nicht stehen lassen 🙂

Aber es stellt sich die Frage: Wo soll ich anfangen? Beim Thema #Erfolgsfans? Ein heißes Eisen, was mit kühlem Kopf bearbeitet werden sollte. Dann lieber zur Prognose zur 1. Liga? Steht da etwa Langeweile vor dem FCB-Stadion? Nee, es geht doch noch um die Plätze 2-18! Und wenn ich mir die aktuelle Tabelle anschaue, da ist doch einiges in Bewegung. Besonders im #Tabellenkeller, da liegen ja sonst nur Leichen.

Oder zum Thema „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“? Dazu habe ich erst neulich einen Spruch gelesen: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg“ von #GeorgeBernardShaw. Wieviel Treue zur Tradition hält ein Verein aus? Oder erfindet er sich mit Besinnung auf seinen Wertekanon neu? Wie hält es ein Verein mit dem schadhaften Anhäufen von Money Money Money? Haben wir bald „Englische Verhältnisse“? So viel philosophisches, da braucht’s auch ah bissel mehr Muße.

Dann lieber zum allseits beliebten Bayern München-Bashing. Dazu kann jeder und alles gesagt werden. Da ist wie ein Gespräch über „Wetten dass…?“ Keiner hat’s gesehen, aber insgeheim fand man’s doch ganz lustig. Aber der Vergleich hinkt ein bisschen und da bedarf es noch einer präzisieren Analyse. Da zitiere ich zunächst einen guten Freund der treffsicher formulierte: „Was kann ich dafür das die Bayern immer gewinnen?“
Auf die Frage „wo denn die Freuden über ein schönen Spielzug, ein atemberaubendes Tor oder eine Glanzparade geblieben“ seien, habe ich vorerst eine Halbzeit-Antwort. Die Bayern spielen im Jahr 2 unter Guardiola so flexibel wie nie zuvor: Ob Dreierkette, Viererkette, Doppelsechs, Raute, Flügelstürmer oder Mittelstürmer, alles ist dabei…was das Taktik-Herz so begehrt. Torwart Manuel (oder doch schon Libero?) spielt nicht anders, er macht das Spiel #Neuer.

Die Rest-Beantwortung kommt später. Zum Jahresende steht das Hinrunden-Fazit der 1. Bundesliga an. Denn erst nach dem 17. Spieltag kann eine seriöse Einschätzung zum bisherigen Verlauf der Spiele und zum Stand der Tabelle abgegeben werden. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

By Nino

Dunkle Vorhersage

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Nun will auch ich mich einmal zu den Prognosen für die Zukunft der Bundesliga äußern. Ich denke es ist der richtige Zeitpunkt, denn meines Erachtens sind wir an einem Scheideweg angekommen, in dem sich das Gesicht der 1. LIGA Deutschlands für immer grundlegend verändern wird.
Veränderungen waren immer Teil der Fußballkultur so zum Beispiel sind Teams welche in den 20 oder 30er Jahren IN waren meist gar nicht mehr existent und anderen wird zugejubelt. Ich denke diese Entwicklung ist der deutschen Geschichte geschuldet und kann auch jederzeit zu Neugründungen und Regeländerungen führen. Doch dies ist nicht mein Anliegen.

Diese Woche hat der Branchenprimus seine Zahlen für dieses Jahr veröffentlicht und diese zeigen auf der einen Seite wie effizient gearbeitet wird und welch ein gut geöltes Imperium Kalle & Ulle da aufgebaut haben. Beeindruckend ist, wie es ihnen gelungen ist, viele große deutsche Unternehmen als Stützen zu gewinnen. Das mag am Standort liegen und an der großen Vergangenheit (siehe 70er), doch in erster Line an harter Arbeit und dafür muss ich denen da auch großen Respekt zollen. Jeder Junge träumt davon, dass sein lokaler Verein dahinkommt und es wäre eine Lüge zu behaupten, dass ich nicht neidisch bin auf das Geschaffene. Auch sind diese Zahlen der Grund dafür, dass wenigstens ein deutscher Club die Bundesliga international würdig vertritt.

Auf der anderen Seite darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Entwicklung eine Katastrophe für die nationale Liga ist. Die Münchner Vorstädter haben auf Jahre hinweg die Konkurrenz abgehängt und damit kehrt die große Langeweile ein. Wenn kein Club mehr gegen München gewinnen kann, dann verschwende ich nicht meine wertvolle Zeit damit Erfolgsfans zuzuschauen, wie sie FC Deutschland Bayern zujubeln. Ohne Konkurrenz stirbt das Interesse und dann die Liga. Zusätzlich sprießen die Plastik Clubs mit mega potenten Eigentümern aus dem Boden. Ich will hier nicht grundsätzlich schwarzmalen aber ohne Traditionsvereine, Vereine aus großen Städten und auch hin und wieder mal ein Vertreter aus dem Osten läuft die Bundesliga Gefahr uninteressant zu werden oder ist es schon für mich. Ich will an dieser Stelle keine Diskussion über Hoppenheim oder RB führen, aber ein 1.Liga-Duell zwischen Hoffenheim und Wolfsburg ist so spannend wie FC vor Dem Haus gegen Dynamo hinter Dem Haus.

Diese Entwicklung und die heftige Dominanz des Branchenführers stellen über kurz oder lang den Untergang für die Liga dar. Nicht jede Mannschaft kann immer in der Championsleague erfolgreich sein, aber wenn ein Team wie ein Alien über Allem thront und Siege gegen dieses Team fast unmöglich sind, dann widerspricht das dem Sportgedanken. Auch wenn ich auf Spiel- und Fußballplätzen in meiner Umgebung schaue (wenn überhaupt vorhanden), sehe ich vorwiegend Kids mit Bayern-, Barca- oder Real-Shirts und finde es alarmierend das kein Kind mehr an dem lokalen Club hängt. Den Kindern kann ich es nicht verdenken, dass die nicht als Loser abgestempelt werden wollen, aber das beim Fußball ausschließlich Siege und Titel zählen, kann doch nicht der goldene Weg des professionellen Spiels sein. Wo sind die Freuden über ein schönen Spielzug, ein atemberaubendes Tor oder eine Glanzparade geblieben. Es ist mir eigentlich egal, ob meine Mannschaft ab und zu verliert oder unentschieden spielt, so lange ich ein spannendes Spiel sehe und einen schönen Nachmittag verbringe. Ich definiere nicht mein Selbstwertgefühl daraus wie mein Team gespielt hat, sondern sehe Fußball als geniales Hobby mit tollem Unterhaltungswert. Wenn es nur noch um Kohle und Triumphe und Ablösesummen geht und die Fußballer Gladiatoren gleichen, die Gottgleich als Werbeträger den Lifestyle vermarkten, dann gute Nacht schönes Spiel, denn dann ist das drum herum wichtiger als das Spiel an sich. Deshalb und nur deshalb läuft die Bundesliga Gefahr zur langweiligen Sitzliga für Plastikvereine zu verkommen, mit Telekom München als Abonnement Meister ….gähn….

Ich für meinen Teil schaue dritte Liga welche noch im Free TV gezeigt wird, wo noch Vereine mit Tradition spielen und freue mich an erschwinglichen Preisen. Nebenher mag ich die Premier League, da dort mehrere Vereine beheimatet sind, die ähnlichen finanziellen Spielraum haben und daher ein spannender und abwechslungsreicher Wettkampf geboten wird. Doch auch diese Liga ist höchst bedenklich, da die Vereine sich stets im höchsten Maße verschulden.

Daher hoffe ich, dass auf irgendeine Art und Weise es den anderen Mannschaften gelingt zum Branchenführer aufzuschließen, doch sehe ich kaum Möglichkeiten dafür. Um noch einen fürs Phrasenschwein abzudrücken: 11 Freunde müsst ihr sein.

Euer Baba, der olle Miesepeter

FC Hollywut in der Arbeiterstadt

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Was ist los bei unseren Himmelblauen? In der Liga läufts so halbwegs zu Heimspielen, doch bei Auswärtspartien klemmt die Tormaschine. Nach zuletzt 4:1 in der Liga gegen den Tabellenletzten Regensburg und einem 4:0 in Niesky dachte der aufmerksame Beobachter schon, dass die Minikrise überwunden sei. Und dann folgt diese uninspirierte Leistung in Grossaspach (Wo liegt das eigentlich? Klingt nach Dörfle im Ländle) und einer Niederlage. Kaum Torchancen durch den CFC, mittelmässige Abwehrarbeit und dann auch noch ein vergebener Elfmeter durch Fink… Ja der Fink, der sonst aus jeder Lage ein Tor macht.

Nun ja ich bin nicht verstimmt wegen einem Spiel und hoffe es gibt keinen Anlass zur Sorge. Auch der Stadionbau schreitet erstaunlich voran. Eigentlich stehen mit den jungen Wilden, dem neuen Stadion und einer offensiven Spielphilosophie die Zeichen auf Aufbruch, Fortschritt und 2. Liga in naher Zukunft.

Dennoch gibt es Gewitterwolken was Uns-Garbu und Penne betrifft. Penne leistete sich einen Schnitzer nach dem anderen und brauchte eine Pause. Doch jetzt, da seine Freundin beim HC Leipzig ihren Rauswurf provoziert hat, frage ich mich ob er nicht auch bald weg sein wird – der vorletzte Aufstiegsheld. Und Garbu’s Verletzung im Verkehr ist wohl auch nur ein Aufhänger um Unstimmigkeiten zu verschleiern. Jedenfalls versteh ich seine Motivationslosigkeit nicht, mit der er sich schon vor dem Vorfall über den Platz geschleppt hat. Leider sind die Dinge so wie sie sind, auch wenn ich mir sehnlichst Wünsche noch einmal zu sehen wie sich Stenzelinho und Garbu sich mit mehreren Doppelpässen durchs Mittelfeld kombinieren um am Ende filigran abzuschliessen….träum.

Wie auch immer die Provinzposse ausgeht und wie auch immer sich am Ende professionell und im Guten getrennt wird – einen motivierten und fröhlichen Garbu wird man nicht so schnell wiederfinden, und ich werde ihm hinterher trauern. Was hat der Junge doch zwischen 2010 und 2012 bei uns gezaubert.
So viel zur Wasserstandsmeldung beim CFC.

Die Liga rockt und ist so offen und ausgeglichen.

LG euer Baba

Ein Kommentar zum Rücktritt von Armin Veh in Stuttgart, beim Verein für Bewegungsspiele

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Weil ich nicht glauben konnte was da stand, musste ich die Meldung des Rücktritts von Armin Veh gleich zweimal lesen. Rücktritt? Beim VfB Stuttgart? Mit Platz 18 nach 12 Spieltagen…da hätte ich nach den „Mechanismen der Branche“ eher eine Entlassung oder „Freistellung“ erwartet…@Slomka/Keller/Dutt.

Aber Armin entschied sich für diesen ungewöhnlichen Akt und sagte: „Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen, weil mir der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen.“ Nun wird heiß und fettig darüber diskutiert, ob Veh nun ein mutiger Mann oder einer ist, der sich der Verantwortung nicht stellt.

2007 wurde Veh mit den Schwaben Meister. Als es in der letzten Saison bei der Eintracht in Frankfurt nicht mehr nach seinen Vorstellungen lief, wollte er zurück ins Ländle…und das obwohl sich Stuttgart mit Ach und Krach rettete. Aber für Veh war es eine Herzensangelegenheit.

Ich denke, dass man als Trainer mit einer neuen Mannschaft auch eine Beziehung eingeht. Und in jeder guten Beziehung gibt es Phasen der Freude und Phasen, in denen nicht immer eitel Sonnenschein ist. In letzterer befand sich jedoch das Paar Veh/VfB seit dem 1. Spieltag. Es lief einfach nicht mehr wie 2007. Die Gespräche wurden kürzer, die Treffen wurden weniger, das Stöhnen und lange Einatmen fand außerhalb des Bettes statt und die Stimmung näherte sich dem Gefrierpunkt. Für Veh war der Zeitpunkt gekommen…um zu gehen. Keine „Raus-Rufe“ der Fans, kein „wir-müssen-mal-reden-Gespräch“. Vielleicht hat er aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und nimmt sein Schicksal selber in die Hand, als sich abservieren zu lassen?

Auf der anderen Seite denke ich, dass die Phasen der miesen Laune und schlechten Ergebnisse zu einer Beziehung dazu gehören. Das man diese Phase gemeinsam durchsteht. Das man sich daran erinnert, warum man zusammen ist und bis jetzt durchgehalten hat. Ganz zu schweigen von den 66 Nummern, ähm Punkten die noch zu vergeben gewesen wären. Hamburg hat sich mit 27 Punkten in die Relegation und letztendlich (so bitter das auch ist) in der 1.Liga gehalten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Oder doch eher „ein Ende mit Schrecken“ als ein „Schrecken ohne Ende“? Für Veh war es nicht das 1.Mal eines überraschenden Rücktritts. 2003 trat er in Rostock nach 4 Niederlagen in Serie zurück, um sich eine (!) Woche später dem 2 Klassen tiefer spielenden FC Augsburg anzuschließen. Das hat mehr ein Gschmäckle als Mut oder Rückgrat.

Ich bin mir jedenfalls nicht ganz sicher was nun besser bzw. richtiger ist. Es wächst aber die Erkenntnis, dass der Fußball und das Leben mit der Liebe doch mehr gemeinsam haben als man(n) wahr haben will.

Zur Beantwortung der Frage, wer nun beim VfB anheuert, bedurfte es keines langen Blickes in die Mercedessterne. Der #AufSchalke#Jahrhundertrainer Huub Stevens kehrt auf jene Trainerbank zurück, die er erst nach dem Ende der letzten Saison verlassen hatte. Nachfolger war…ja genau…Armin Veh. Stevens weiß hoffentlich, dass Beziehungen im Ländle…hüstel hüstel…mit dem VfB nicht von Dauer sind.

By Nino