Zum Vergessen. Der CFC beim Berliner AK.

BAK Panorama

25. Spieltag in der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019. Der Berliner AK vs. Chemnitzer FC. Wieder das Topspiel des Tages. Wieder ein Spiel in turbulenten Zeiten. Das Hinspiel, dass zu einem Tanz der Emotionen wurde gewann der CFC überragend mit 3:1. Die Stadt Chemnitz stand wegen der rechtsextremistischen Vorkommnisse in Folge des Todes von Daniel H. im Mittelpunkt. Nun steht der CFC wegen der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. erneut in der Kritik. Das Abhalten dieser und der anschließende Umgang damit, führten zu Suspendierungen, Rücktrittserklärungen, Amtsniederlegungen und zur Sperre von Daniel Frahn. Summa summarum befindet sich der CFC seit sieben Tagen im Ausnahmezustand. Das Nachholspiel vs. BFC Dynamo unter der Woche verloren die Himmelblauen noch dazu mit 1:2. Da der Berliner AK auch nicht gewinnen konnte, konnte diese Niederlage ohne größere Schmerzen verarbeitet werden.

Schmerzen hingegen bereitete mir eher die öffentliche Darstellung des CFC durch seine Vertreter und derjenigen, die zu der ganzen Misere eher schweigen, anstatt zur Aufklärung beizutragen. Wo sind denn z.B. die sonst so lautstarken Ultras Chemnitz 99? Sie standen ja bei der Trauerzeremonie in der ersten Reihe. Den ganzen Aufruhr können sie sich allerdings gar nicht erklären. In Teilen ist das sogar verständlich, hatten doch viele in der Stadt wie z.B. die Freie Presse, die Sparkasse Chemnitz, die Stadt Chemnitz die Dienste von Haller Security bzw. über Subunternehmen in Anspruch genommen. Doppelmoral lässt grüßen. Unverständlich bleibt aber immer noch, warum ausgerechnet im Stadion An der Gellertstraße einem Rechtsextremisten gedacht werden musste! Das konnte und kann man nicht von der Person Thomas H. trennen. Gerade auch nicht Politik und Fußball, die in Chemnitz ja schon immer mit im Stadion zusammensaßen. Aber diesem Thema widme ich mich mal später.

Nun erstmal wieder Fußball, denn an sich hatte ich mich auf dieses Spiel schon länger gefreut. Nur wurde diese Freude durch die bittere Woche erheblich eingetrübt. So passte es dann auch, dass der Wettergott es auch nicht gut meinte. Der Sonntag startete mit Sonnenschein, jedoch kamen 20 Minuten nach Spielbeginn Wolken und obendrein noch Regen mit kräftigem Wind hinzu. Vor dem Anpfiff setzte der Berliner AK noch ein Zeichen und hielt eine Trauerminute für die Opfer des Anschlags in Christchurch in Neuseeland ab. Das war angemessen und würdig.

DSC_1251

Angepfiffen wurde pünktlich und das Spitzenspiel hatte schnell seinen ersten Höhepunkt. In der 9. Minute traf die Nr. 11 A. Kargbo mit einem sehenswerten Fallrückzieher zur 1:0 BAK-Führung. Das im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nicht noch weitere BAK-Tore fielen, lag einzig an deren Unvermögen, das runde Leder im Chemnitzer Kasten unterzubringen. Die Himmelblauen blieben derweil blass, die Angriffsbemühungen verliefen erfolglos. So ging es mit dem 0:1 Rückstand in die Pause. In dieser wurden die 1.127 Zuschauer u.a. mit „Hurra“ von den Ärzten und „Und wir leben“ von den Toten Hosen musikalisch unterhalten. In Anbetracht der derzeitigen Situation beim CFC vielleicht ein kleiner Seitenhieb des BAK-Präsidenten Han, der diesmal bei keiner privaten Hochzeitsfeier zugegen war, sondern kurz vor dem Spiel noch mit Auto erschien.

Unterhaltsam ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter, denn schon sieben Minuten nach Wieder-Anpfiff gab es den nächsten Aufreger. Zunächst jedoch im positiven Sinne, denn der Jakubow-Ersatz J. Mroß rettete mit einer klasse Parade. Diese hatten wohl alle Zuschauer gesehen, jedoch nicht die Grote’sche Hand bei einer Abwehrreaktion. In Folge dessen gab es Diskussionen, die nicht das Ergebnis hatten, dass es keinen Elfmeter gab. T. Deniz traf mit einem flachen Schuss zum 2:0 für den BAK.

Danach war es für den CFC ein Spiel zum Vergessen. Keine wirklichen Angriffsbemühungen und weiterhin Glück aufgrund des sich fortsetzenden Unvermögens der Berliner weitere Tore zu schießen. Die mitgereisten CFC-Fans harrten im Regen aus und sorgten auch für unüberhörbare Grüße an den Insolvenzverwalter K. Siemon. Diese hier wiederzugeben entspricht nicht meiner Kinderstube. Ganz abgesehen davon, dass damit weiterhin die Zeichen auf Konfrontation stehen und beiden Seiten auf ihrer Sicht der Dinge behaaren.

DSC_1253

Mit der 0:2 Niederlage setzt der CFC seine sportliche Mini-Krise mit einem Unentschieden und zwei Niederlagen in Folge fort. Der Abstand zum Berliner AK beträgt nun sieben Punkte, kann jedoch mit dem Nachholspiel gegen den VfB Auerbach wieder auf 10 Punkte ausgebaut werden. Ausbaufähig ist hingegen auch die Musik-Auswahl bei den Berlinern. Nach dem Abpfiff ertönte noch D. Hasselhoff mit „Looking for Freedom“. Mehr gibt es dazu und zu diesem Spiel nicht zu sagen.

By Nino

 

Himmelblaue Scham

himmelblau

4:4 vs. VSG Altglienicke am 24. Spieltag der Regionalliga-Saison Nordost 2018/2019. Das erste Unentschieden für den Chemnitzer FC, dennoch großes sportliches Kino. Dieses Spiel wird aber in diesem Sinne nicht in Erinnerung bleiben. In Erinnerung wird die Trauerbekundung für Thomas Haller im Vorfeld des Spiels bleiben.

Für wen wird man sich vielleicht fragen? Herr Haller, ein verstorbener CFC-Fan. In den 1990er Jahren gründete er „HooNaRa“, was für „Hooligans-Nazis-Rassisten“ steht. Später war er Chef jener Security-Firma, die bis 2007 den Ordnungsdienst beim CFC organisierte. Bis zu seinem Ableben war er laut Spiegel Online „einer der führenden Köpfe der lokalen Neonazi- und Hooligan-Szene […]“, kurz ein Rechtsextremist.

Eine Trauerbekundung für einen Rechtsextremisten? Eine Trauerbekundung für einen Rechtsextremisten beim Chemnitzer FC? Im Vorfeld eines Regionalliga-Spiels? In einem Stadion? Mit Pyro-Show und Schweigeminute? Allein diese ganze Szenerie ist so unfassbar und bei der Aufarbeitung derer, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Zunächst ist es klar, dass die Familie trauert. Das war, bei aller verständlichen Trauer, nicht irgendeine Trauerfeier für einen Fan des CFC. Das war viel mehr und keiner kann sich davon frei machen, nix davon gewusst zu haben. Die Truppe um Haller ist stadtbekannt und nicht wenige Chemnitzer wissen von Geschichten in Form von Schlägereien usw. oder sind selbst Opfer von diesen geworden. Das Schlimmste aber war, dass sie die Angst auf das Umfeld übertragen hatten und das hatte System.

Umso erstaunlicher ist doch die naive Annahme derjenigen Fans, zu glauben, dass diese Trauerfeier ohne jegliche Beachtung bleibt! Wissen denn z.B. die Ultras Chemnitz 99 nicht, wie der CFC laut Satzung zu Extremen jeglicher Art steht? In § 2 Vereinszweck Absatz 4 steht: „Der Verein ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen.“ Ganz abgesehen von den letzten Bekundungen des CFC ein „Bollwerk gegen Rechtsradikalismus“ sein zu wollen. Wirft das denn keine Fragen auf? Hält man das dann trotzdem für angemessen? Klar, er war CFC-Fan, aber auch ein Rechtsextremist. Das voneinander trennen zu wollen, erfordert schon ein hohes Maß an Haltungslosigkeit. Das könnte auch ein veritables Eigentor für die Ultras werden.

Abgesehen davon ist es beschämend für den CFC, dass diese Trauerbekundung so ermöglicht wurde. Unter welchen Umständen es soweit kommen konnte, damit darf sich nun die Staatsanwaltschaft beschäftigen. Es ist auch beschämend, dass sich CFC-Mitarbeiter dafür haben einspannen lassen. Angefangen vom Stadionsprecher, zum Physiotherapeuten und auch Spieler Daniel Frahn, der für seine Aktion vom CFC bestraft wurde. Es ist beschämend, wie inkonsequent der CFC im Nachhinein gehandelt hat. Mit drei Pressemitteilungen versuchte man die Sache irgendwie zu erklären, sich irgendwie zu rechtfertigen, sich aber gleichzeitig irgendwie zu distanzieren. Wer hat da eigentlich noch das Sagen beim CFC?

Das der kaufmännische Geschäftsführer der Chemnitzer FC Fußball GmbH und Vorstand des Chemnitzer FC e.V., Thomas Uhlig, alle seine Ämter niedergelegt hat, zeugt von Haltung und verdient daher Respekt.

Dem CFC stehen nun turbulente Tage bevor, vielleicht sogar Wochen. Dabei wird sich herausstellen, wie sich diese ganze Aktion, deren Zustandekommen auf den CFC insgesamt auswirken wird. Auf das sportliche Geschehen. Auf das Insolvenzverfahren. Auf die Suche nach weiteren Investoren. Auf das Image des Clubs. Auf die Fanszene.

Die mediale CFC-Sau wird jedenfalls nicht nur über das Dorf, nein durchs ganze Land getrieben.

Der CFC muss sich jetzt entscheiden, welche Richtung er einschlagen will. Himmelblau oder Himmelbraun?

By Nino

Regionalliga-Reform Ja! Auflösung der Nordost-Staffel? Auf keinen Fall!!!

 

rip

Seit Monaten schwelt der Konflikt um die Regionalliga-Reform und Baba möchte an dieser Stelle auch einmal Farbe bekennen.

Ziel ist es, dass die Meister aufsteigen und dies ist bisher nicht der Fall. Bisher gibt es drei Aufsteiger aus 5 Ligen und eine Reform sollte das ändern. Dabei haben sich die Drittligisten bereit erklärt, 4 Aufsteiger zuzulassen. Damit war klar, dass man die Regionalliga von 5 auf 4 Ligen verändern musste.

Soweit so gut, auch wenn ich mich frage, warum die Drittligisten gefragt werden und die sich „großzügig“ zeigen, einen weiteren Absteiger bzw. Aufsteiger zu zulassen. Die Drittligisten haben auf dem DFB-Bundestag keinerlei Stimmberechtigung. Auch frage ich mich, warum die Regionalligisten, welche von der Reform betroffen sind, da nicht gefragt werden und auf dem DFB-Bundestag auch kein Stimmrecht haben? Damit werden zu Beginn schon Ungleichheiten geschaffen.

Meines Erachtens sollten alle Vereine der 3. und 4. Liga auf dem DFB-Bundestag in der Causa ein Stimmrecht erhalten, weil dies in einem demokratischen Prozess einen wirklichen Konsens schaffen würde. Doch wie wir wissen, ist der DFB-Bundestag da so semi-demokratisch und es wird sich eingebildet, dass es genug sei, dass die Verbände entscheiden. Hier wird schon im System eine Ungleichheit angelegt. Doch dies ist mehr eine generelle Kritik am System DFB, welches dringend renovierungsbedürftig ist und einer grundsätzlichen Säuberung von altem Filz und Seilschaften benötigt.

Nun wird die Reform eigentlich erst kurios: Die Teilung soll ausschließlich zu Gunsten von Verbänden im Westen verlaufen und zu Ungunsten der Nordost, Bayern und Nord Regionalligen. Das Schlimmste ist, dass diese Möglichkeit von Anfang an als einzig realistische verbreitet und dann eine Pseudo-Debatte losgetreten und ein Findungsteam zusammengestellt wurde, welches sich still und heimlich wieder auflöste.

Die Argumentation läuft wie folgt: Aufgrund der größeren Anzahl an Vereinen in den westlichen Regionalligen sollen diese weiterhin zwei Aufsteiger bekommen und die Regionalligen Bayern, Nordost und Nord zu zwei Regionalligen zusammengelegt werden. D.h. die spielstärkste Regionalliga, die Regionalliga Nordost (Nordost Meister haben sich in der Relegation meist durchgesetzt) soll geteilt und jeweils mit dem Norden und Bayern zusammengelegt werden. Dies zieht weitere Reisen und weniger Traditionsduelle nach sich. Das erschwert die ohnehin schon bedrohliche finanzielle Lage der Regionalligisten und macht diese neuen Regionalligen schlichtweg unattraktiv.

Was mich daran stört ist, dass die Argumentation mit der größeren Anzahl an Vereinen als die einzige mögliche Argumentation angeführt wird, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Man könnte nämlich auch genau umgekehrt argumentieren und sagen: „Um die finanzielle Gerechtigkeit und den Charakter der Regionalliga zu behalten, ist die Entfernung zwischen den Regionalligisten das ausschlaggebende Kriterium und nicht die Anzahl der Mitglieder und Vereine.“ Das wird kategorisch abgelehnt, weil es nicht ins Konzept passt. Daher kann ich nur eine Bösartigkeit seitens des DFB erkennen, der nur ein Argument zulässt, aber ein anderes ebenso gewichtiges als nichtig erklärt. Dies ist keine demokratische Konsensfindung, sondern Diktatur. Damit wird der Fußball Osten endgültig begraben. Danke DFB und RIP Regionalliga Nordost!

Dies ist auch ungerecht den kleineren Regionalligisten gegenüber, welche das Bindeglied zwischen Amateur- und Profifußball darstellen. Diese können es sich nicht leisten, zu weiten Auswärtsspielen zu fahren, da das finanziell schwierig ist und auch unmöglich ist, für den anderweitig berufstätigen Teil der Mannschaften. Diese Teams werden in der Oberliga verschwinden.

Der DFB demaskiert sich mal wieder selbst und zeigt in vollem Umfang seine Unfähigkeit, gerechte und ausgewogene Entscheidungen zu treffen. Wenn dies so weitergeht – siehe Nationalmannschaft, Fernsehgelder, Spielansetzungen, Weihnachtsfeiern usw. schafft sich der DFB selbst ab oder wird abgeschafft.

Die Regionalliga ist das Bindeglied zwischen Amateur- und Profisport und hat einen ungeheuren Charme und Anziehungskraft für fast jedes Kind, welches irgendwann einmal anfängt, sich für Fußball zu interessieren. Daher müssen der lokale Charakter und die Traditionsduelle dieser Ligen gewahrt bleiben. Diese werden im Osten mit dieser Reform zerschlagen und auf Jahre hinaus werden Ost-Regionalligavereine mit großer Vergangenheit zurückgeworfen und kaum noch den Anschluss an die höheren Ligen finden.

Nur wenn alle Regionalligen klar geographisch in vier Ligen aufgeteilt würden, wäre es fair und die Möglichkeit gegeben den Charakter und Finanzierung aufrecht zu erhalten!

Danke DFB für keine Solidarität und demokratische Arbeit! Schämt euch!

By Baba

 

Insolvenzico! Die CFC Fußball GmbH vs. RWE

Ultras Beginn Spiel

Montagsspiel. Traditionsderby. Ost-Kracher. Flutlicht-Duell.  Duell der 3. Liga-Absteiger. Das Spiel zwischen der Chemnitzer Fußball GmbH und Rot-Weiß Erfurt hat viele Namen. Aber wie wäre es denn mit Insolvenzico? Schließlich treffen auch zwei Teams aufeinander, die auf unterschiedlichen Wegen versuchen, ihre Insolvenzverfahren erfolgreich zu bestreiten. Dieses Thema soll aber heute mal keine Rolle spielen. Das schöne Spiel steht im Mittelpunkt und die Wahrheit liegt auf dem Platz. Das dieses Spiel auch noch alle außerhalb des Stadions an der Gellertstraße verfolgen konnten, dafür sorgte der MDR mit einem Livestream. Auch dieser spielte das Spiel „Finde-einen-passenden-Namen-für-das-Spiel“ und gewonnen hat: „Duell der Zuschauermagnete“.

Abgesehen von dieser rein unsportlichen Sichtweise handelte es sich um das Topspiel des 21. Spieltags in der 2018/2019er Regionalliga-Nordost Saison. Der souveräne Spitzenreiter CFC vs. den 4. Platzierten Rot-Weiß Erfurt. Im Hinspiel gab es eine 0:3 Heimklatsche für die Erfurter. Umso motivierter durften jene also sein, um diese Schmach wieder wett machen zu wollen. Oder eben auch verunsicherter, denn am 20. Spieltag setzte es eine überraschende 0:2 Heimniederlage vs. Germania Halberstadt. Die CFC Fußball GmbH musste dagegen am 20. Spieltag pausieren. In Berlin waren sie ganz exklusiv der Meinung, dass der Rasen unbespielbar war. Bespielbar hingegen war der Rasen im Stadion an der Gellertstraße allemal. Die letzten Reste Schnee wurden von Fans und Verantwortlichen per Schippe entfernt. Wieder eine tolle himmelblaue Aktion.

Angepfiffen wurde pünktlich 19:02 Uhr bei frischen 5 Grad. Die Anfangsviertelstunde begann mit flottem Abtasten bei Chancen-Mehrheit für den CFC. Richtig direkt wurde es dann zwei Minuten später. R. Garcia mit einem hohen wie langen Pass auf D. Frahn, der angerauscht die Kugel zur 1:0 Führung im Tor unterbrachte. Weil das so schön klappte, wurde dieses Zusammenspiel sechs Minuten später nochmal aufgeführt. Diesmal mit einem flachen Pass von R. Garcia, den D. Frahn locker flockig zu seinem 17. Treffer verwerten konnte.

TorFrahn

Auffällig dabei, dass die Erfurter jeweils im direkten Gegenzug den Anschlusstreffer markieren wollten. Dies kann man wohlgesonnen in der Kategorie „noch-im-leichten-Winterschlaf“ unterbringen. Einige Fußball-Fachbegriffe wollte wohl auch der Kommentator unterbringen. Nicht nur einmal sprach er von „hinter die Ketten“ oder „in die Box kommen“. Nuja, Fußball-Fachsimpelei hin oder her, so richtig passend war das nur bei R. Garcia, den er „Unterschiedsspieler“ nannte. Mit dessen letzter Aktion, einem satten Fernschuss, ging es dann in die Halbzeitpause.

Aus dieser kamen beide Mannschaften unverändert. Der Beginn der zweiten Halbzeit wurde dann von beiden Seiten ruppiger gestaltet. Innerhalb von 5 Minuten wurden 5 gelbe Karten verteilt. So gesehen waren das auch die wirklichen „Highlights“, denn einerseits verhinderte die kompakte Defensivleistung der Himmelblauen echte Erfurter Torchancen und andererseits verpassten D. Frahn, T. Maurer und der beste Mann des Spiels, R. Garcia das dritte Tor zu markieren. Das wäre jedoch das Haar in der Siegessuppe, welches die Mehrheit der 6.635 Zuschauern wohl nicht suchen wollen würde.

Somit steht die CFC Fußball GmbH mit diesem 2:0 Sieg mit 54 Punkten weiter unangefochten auf dem 1. Platz. Die Erfurter verpassten hingegen den Sprung auf Platz 3. Dieser könnte aber mit dem nächsten Spiel erneut in Angriff genommen werden, denn da steht für die Erfurter das nächste Top-Duell an. Der Berliner AK, als Tabellenzweiter wird im heimischen Steigerwaldstadion erwartet. Die 0:1 Hinrunden-Auswärtspleite gilt es auszumerzen. Mit Blick auf die Tabelle auch für die Chemnitzer kein uninteressantes Spiel, die sich in nur vier Tagen auswärts mit dem VfB Auerbach duellieren werden. Die Daumen für einen mutigen Auftritt werden jeweils fleißig gedrückt sein.

Feierende Mannschaft

Etwas mehr Mut wünsche ich mir in Zukunft auch beim MDR. Klar, der Livestream ist eine gute Sache, aber warum nicht gleich eine TV-Übertragung des selbst erkorenen „Duells der Zuschauermagnete“!? Beste Unterhaltung, zumindest für die Chemnitzer, hat doch dieses Spiel geliefert. Was hätten denn die Ü-60jährigen verpasst? „MDR-Sachsenspiegel“, „MDR aktuell“, „Mach dich ran“. Und zu guter Letzt einen Polizeiruf 110 mit dem schönen Titel „Henkersmahlzeit“ aus dem Jahr (!) 2002 (!). Diesen hätte man auch eine Halbzeit später zeigen können. In diesem Sinne: Eine gute himmelblaue Nacht!

By Nino

 

Das himmelblaue Fan-Ultra-Mitglied-Wesen

CFC Choreo Kopie

Neben der Veröffentlichung des Textes „Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion auf unserer Blog-Homepage sowie bei Twitter wurde es ermöglicht, dass dieser auch in einer der Gruppen mit Chemnitzer FC-Bezug auf einer großen Plattform #SocialMedia zu lesen war. Neben der Ticket-Spenden-Aktion wurde – wie so oft und auch nicht anders zu erwarten – auch über die Ausgliederung der Profimannschaft beim Chemnitzer FC e.V. intensiv diskutiert.

Sauer aufgestoßen ist mir dabei, dass es bei solchen Diskussionen irgendwann immer darum geht, wer eigentlich wann was zu welchem Thema zu sagen hat oder sogar sagen kann. Einige himmelblaue Fans sind, mehr oder weniger freiwillig, offensichtlich zu Experten im Insolvenzrecht und der Problematik der Ausgliederung einer Profimannschaft aus einem eingetragenen Verein geworden. Respekt dafür.

Zum Respekt gehört aber auch, dass man diejenigen zu Wort kommen lässt, die nicht deren Wissensniveau erreicht haben. Klar, das ist nicht immer leicht auszuhalten, schließlich weiß man es schon längst alles und vor allem besser. Leider bleibt es in solchen Fällen nicht aus, dass irgendwann auch noch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zitiert wird. Spätestens dann hat die Diskussion ihr bestes Niveau erreicht.

Dann wird nämlich nicht lange gefackelt und die Frage aufgeworfen, wer den längsten, ähm wer am längsten, lautesten und/oder am aktivsten in der himmelblauen Fanszene ist. Schnell stellt sich die Anschlussfrage, ob man den Fan oder doch schon Ultra und nicht zu vergessen Mitglied beim Chemnitzer FC ist.

Nun scheint es zunächst verwunderlich, warum diese Frage immer wieder in diesen Diskussionen aufkommt. Ich denke, solch eine Frage zu stellen, hat nicht nur den Hintergrund, dass man das reine Datum wissen wöllte. Es geht hierbei um die Klärung der Frage, wer was zu sagen hat. Die einfache Rechnung der Fragesteller heißt dann: Wer am aktivsten ist, am besten als Allesfahrer. Schließlich ist das die Königsdisziplin unter den wahren Fans. Diejenigen wissen wohl am besten Bescheid. Die Anzahl der Spiele, die man live vor Ort verfolgt hat, ist demnach auch noch ein sehr relevantes Kriterium zur Beurteilung der himmelblauen Fan-Qualifikation.

Klar wie Kloßbrühe bei dieser ganzen Problematik ist auch: Wer spricht, der wird gehört. Wer besonders laut spricht, wird am ehesten gehört. Wer nix sagt, der wird auch nicht gehört. Dabei ist nicht immer die Lautstärke entscheidend, sondern das was man zu sagen hat.

Nun will ich niemanden sein Fan-Dasein absprechen! Selbstverständlich hat man eine andere Verbundenheit, wenn man seit Jahren dem Club folgt. Sei es auswärts und/oder ob man bei Heimspielen immer in der ersten Reihe steht. Natürlich kann man mehr erzählen über die Geschichte des Clubs. Über legendäre Siege, über bittere Niederlagen und wer schon alles beim CFC gespielt hat und wo diese Spieler letztendlich bei einem anderen Verein noch gelandet sind. Natürlich sind solche Fans die Substanz eines jeden Vereins. Ich denke da z.B. an die Macher der Gellertwelle, die Macher der CFC-Fanpage, Fahnenschwenker Gerdl, die zahlreichen Fanclubs, der Fanszene Chemnitz e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit und wenn ich jemanden vergessen haben sollte, dann bitte nicht persönlich nehmen). Sie alle kümmern sich aktiv um den CFC und bringen sich ein. Jeder auf seine Art und Weise. Jeder qualifiziert sich durch sein Tun. So wie er sich dadurch auch disqualifizieren kann.

Die Diskussionen ob nun Fan, Ultra und/oder Mitglied sind ja nicht neu und werden auch beim CFC immer wieder geführt. Ich erinnere mich noch gut an jene Diskussionen rund um das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München im Jahr 2017. Was wurde da auf die Eventfans geschimpft, die danach nie wieder zum CFC kommen würden. Was dabei gerne übersehen wird: Bei jedem anderen Auswärtsspiel des FC Bayern ist nahezu jedes Mal das Stadion ausverkauft. Da hat Chemnitz keine Ausnahme gemacht. Da war das Stadion das bisher einzige Mal ausverkauft. Und ich erinnere mich noch daran, dass einer auf dem WC lauthals geschrien hat, dass man sich jetzt bloß nicht über den Andrang aufregen soll, da man sich später wieder aufregen würde, dass beim nächsten Spiel weniger kommen. Hätte ich nicht mit anderem Drang zu tun gehabt, ich hätte Beifall geklatscht.

Ich habe mir für dieses Pokalspiel eine Dauerkarte gekauft, um das Vorverkaufsrecht auf das eigentliche Spielticket zu haben. Dieses Ticket, plus die limitierte Sonderedition des Spieltrikots, inklusive einiger Bier und Bratwurst mit himmelblauen Senf. Das war ein teurer Spaß. Hat er sich gelohnt? Auf jeden Fall! Die Dauerkarte habe ich dann an das AWO Fanprojekt gegeben. Soviel zur Selbstbeweihräucherung. Bin ich deswegen ein Eventfan? Mitnichten, habe ich doch den CFC noch im Sportforum spielen sehen. Aber gut, solche Diskussion sind es nicht wert geführt zu werden. Es ist lediglich ein Beispiel wie bekloppt man als CFC-Fan auch sein kann.

Daher gehört es für mich zum Respekt unter den himmelblauen Fans dazu, dass man sich nicht damit qualifiziert, ob man in der Südkurve steht oder nur auf einem Sitzplatz auf der Gegengerade. Jeder wie er stehen und sitzen kann. Jeder wie er ein Spiel des CFC verfolgen will. Jeder kann beim Torjubel laut werden. Man kann aber auch leise in sich hineinjubeln. Nicht jeder ist der geborene Capo.

Alle werden gebraucht. Die Rentner. Die Ultras. Die normalen Fans. Die zahlenden Mitglieder. Solche, die übers Wochenende auf Heimatbesuch sind und ihre Herzdame nur mit einem Tribünenplatz vom gemeinsamen Fußball-Nachmittag überzeugen können. Oder die Sponsoren, die sich auf die VIP-Tribüne setzen und das Polster-Catering genießen. Denn alle haben ja zumindest einen gemeinsamen Wunsch: Das die Spieler, die die himmelbauen Trikots tragen, anzufeuern und so vielleicht auch zum Erfolg beitragen können. Wer wegen etwas Anderem ins Stadion kommt, der ist dort fehl am Platz.

Es ist ja bald Weihnachten, da darf man sich ja bekanntlich was wünschen. Also, sich nicht gegenseitig ausspielen. Das hat noch keinem Verein genützt. Ein bisschen mehr himmelblaues miteinander, statt graues gegeneinander.

By Nino

 

Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion

Nikolaus

Wunder gibt es immer wieder“. Das wusste im Jahr 1970 Katja Ebstein zu besingen. Das Wunder einer Ticket-Spenden-Aktion dürfen die Freunde und Fans des Chemnitzer FC im Dezember 2018 erleben. Wie konnte es zu diesem Ereignis kommen?

Dazu eine kurze Einführung: Der Fanszene Chemnitz e.V. hatte vor zwei Jahren in Kooperation mit AWO Fanprojekt Chemnitz und dem CFC eine Ticket-Spenden-Aktion ins Leben gerufen. Im Ergebnis konnten in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 700 bedürftige Kinder und Jugendliche am letzten CFC-Heimspiel der jeweiligen Saison teilnehmen. Eine Aktion, die an sich zu unterstützen gilt, gerade im Vorfeld der Weihnachtsfeiertage.

In diesem Jahr läuten die Glocken aber anders. Der CFC teilte Ende November 2018 dem Initiator Fanszene Chemnitz e.V. mit, dass „die aktuell handelnden Personen im Chemnitzer FC e.V. keine Zusammenarbeit mit dem „Fanszene Chemnitz e.V.“ für diese Aktion wünschen bzw. wir „zur Zeit nicht als Ansprechpartner“ gesehen werden.“

Meine erste Reaktion war dazu: „Ho Ho Ho…noooo!“ Es folgten die Fragen nach dem Warum/Wieso/Weshalb und was denn bei den handelnden Personen im CFC e.V. los sei? Gibt es denn im innersten Führungszirkel niemanden der sagt: „Hey Leute, das können wir nicht machen, das gibt nur schlechte Presse und die Fans werden das nicht gut finden“. Oder werden diese Stimmen überhört? Marketing-Themen, die nix mit Fußball zu tun haben, sind schon immer „Kinder & Tiere“ gewesen. Das geht immer, da kannst du nicht viel falsch machen. Das dachte sich auch der CFC, da er mitteilte, andere Optionen zu prüfen.

Wenige Tage später teilte dann der CFC mit, dass er zu einer Ticketspendenaktion unter dem Motto „Der Nikolaus ist Himmelblau“ aufruft: „Alle Jahre wieder – wie bereits berichtet, möchte der CFC auch in diesem Jahr Kindern und Jugendlichen in der Vorweihnachtszeit einen Stadionbesuch zu einem Heimspiel der Himmelblauen ermöglich.“

Meine Reaktion diesmal: Oh…je…Oh…je…! „Alle Jahre wieder“!? Im Ernst!? Auch bei äußerst freundlicher Betrachtung ist das immer noch ganz schön dreist, diese Art von Spendenaktion zu kopieren. Wie durch ein weiteres Wunder sind auch bereits vor dem Spendenaufruf bereits 1.000 Euro eingegangen, so dass mindestens 200 Kinder am Heimspiel vs. SV Babelsberg 03 teilnehmen können. Woher die 1.000 Euro kommen, ich will es gar nicht wissen. Nach Ablauf dieser Nikolaus-Aktion soll es darüber hinaus möglich sein, Kindern und Jugendlichen ein Stadionerlebnis zu ermöglichen #Nachhaltigkeit.

Wie konnte es nun zum Abbruch der Zusammenarbeit kommen? Es ist wohl das Ergebnis der noch andauernden Auseinandersetzungen mit Teilen der Fanszene und der Art und Weise der Ausgliederung der Profiabteilung beim CFC e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit). Und wer ist dran schuld? Je nach dem man fragt, dann ist es wohl immer der andere. Bei näherer Betrachtung läuft es wohl auf den Vorstand des Fanszene Chemnitz e.V. und den Vorstand des CFC inklusive Insolvenzverwalter K. Siemon hinaus. Insgesamt also ein überschaubarer Personenkreis, deren Handlungen im Ergebnis kein gutes Bild nach Außen abgeben.

Mir stößt allerdings auch übel auf, dass abseits dieser Spendenaktion, scheinbar bei diesen Beteiligten etwas Anderes in Vergessenheit gerät. Nämlich, dass es noch Fans und Mitglieder geben soll, die keine Möglichkeit hatten, an den Gesprächsrunden zwischen den Vereins- und Fanvertretern teilzunehmen. Jenen Mitgliedern, deren Forum die Mitgliederversammlung ist, wird diese Möglichkeit des Austausches nicht gegeben. Jedenfalls dieses Jahr nicht mehr, aufgrund der hohen Kosten. Oder weil man einfach bis Ende des Jahres 2018 und Anfang 2019 seine Ruhe haben will. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Zurück zum himmelblauen Nikolaus. Zu diesem Tag wird wohl die Aktion enden und das Ergebnis verkündet. Und ich brauche nicht viel Phantasie und keinen Blick in die Glaskugel, aber diese Aktion kann ohne Wenn und Aber nur ein voller Erfolg werden. Das Ziel „1000 Tickets für 1000 Kinder“ wird wahrscheinlich knapp drüber liegen. Die klare Botschaft an die Herren des Fanszene Chemnitz e.V. soll dann lauten: Schaut auf diese Aktion! Schaut auf diesen Erfolg! Schaut, wir kriegen es auch selber hin. Und nur so einmalig machen wir es auch nicht.

Damit wäre dann der vorläufige Höhepunkt dieses Schmierentheaters einiger Leute erreicht. Ausgetragen an einer Aktion, die eigentlich den Bedürftigen helfen sollte. Diese werden aber letztendlich zum Spielball auf dem Platz der Eitelkeiten. Bei aller Brisanz rund um die Themen Insolvenzverfahren/Ausgliederung muss man sich schon fragen, ob ein himmelblaues Wunder die Situation noch retten kann. Bei allen Aktionen des Vorstands des CFC und den Reaktionen (natürlich nur einiger Fans…) auf persönlicher Ebene #Hurensohn #Meuselwitz ist eine Befriedung allerdings bisher nicht zu erwarten. Das Niveau der Debatte sowie Attacken sollte nicht noch ein tieferes Niveau erreichen. Darauf hoffen kann man ja. Wunder soll es ja bekanntlich immer wieder geben…

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen August, September und Oktober 2018

stadioneingang

Drei himmelblaue Monate können bisweilen verdammt lang sein. Aber die Uhren ticken beim Chemnitzer FC nicht schneller oder langsamer. Es ist der Takt der Ereignisse, der den Eindruck erweckt, dass entweder Stillstand beim CFC herrscht oder das Tempo der Erneuerung für einige zu schnell ist.

Dabei haben nur zwei Themen die himmelblauen Monate August, September und Oktober 2018 beherrscht. Zum einen diese fulminante Rekordserie von 14 Siegen in der Regionalliga-Nordost. Dazu kommt noch der 17:1 Testspiel-Sieg gegen ESV Eintracht Thum-Herold. Die 2:3 Testspielniederlage gegen den FSV Zwickau wird mal eben still und leise unter den Teppich gekehrt.

So ergeht es gelegentlich auch dieser jetzt schon historischen Leistung, die unter dem Getöse rund um das andere Thema, dem Insolvenzverfahren, unterzugehen droht. Daher lohnt es sich noch mal diese Siegesserie nachzuvollziehen:

2:0 Heimsieg vs. BFC Dynamo, 2:1 Auswärtssieg vs. SV Babelsberg 03, 3:0 Auswärtssieg vs. Rot-Weiß Erfurt, 2:1 Heimsieg vs. VfB Auerbach, 4:2 Auswärtssieg vs. Germania Halberstadt, 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke, 3:1 Heimsieg vs. Berliner AK 07, 1:0 Auswärtssieg vs. Budissa Bautzen, 3:1 Heimsieg vs. 1. FC Lok Leipzig, 4:0 Auswärtssieg vs. Optik Rathenow, 2:0 Heimsieg vs. Wacker Nordhausen, 3:1 Auswärtssieg vs. Hertha BSC II und der 4:0 Heimsieg vs. FC Oberlausitz Neugersdorf.

Macht insgesamt 42 Punkte, bei einem Torverhältnis von 38:10 Toren. Beste Offensive, beste Defensive. Vorzeitiger Herbstmeister. Dazu kommen noch die Siege im Sachsenpokal, 3:1 vs. Kickers Markleeberg (3. Runde) und im Achtelfinale der 4:2 Sieg gegen den FC 1910 Lößnitz. Mit dem Abstieg hat der CFC wohl nix mehr zu tun und die Chancen auf den Sachsenpokalsieg wurden weiter gewahrt. Sportlich könnte es also um einiges schlechter laufen.

Um diese sportliche Leistung Bilanz weiter einzuordnen, reicht nur der Blick ein Jahr zurück. Da hatten wir im himmelblauen Kommentar September und Oktober 2017 nach 14 Spieltagen in der dritten Liga festgehalten: „14 Spieltage sind absolviert, der CFC steht mit 16 Punkten (von 42 Möglichen) auf Rang 12. 4 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, negatives Torverhältnis von minus zwei (19:21 Tore).“ und „im Sachsenpokal war beim VfB Auerbach im Achtelfinale Schluss (1:2).“

Rein sportlich gesehen, kann es also sehr schnell anders laufen. Es könnte alles so schön himmelblau sein. Das Fan-Herz könnte wahrlich im Takt des Erfolges tanzen. Warum kann man sich immer nur so halb freuen und die „Spitzenreiter, Spitzenreiter-Gesänge“ nicht im vollen Brustton der Überzeugung geschmettert werden? Fast ist man geneigt, höhere Mächte könnten hier am Werk sein.

Und damit sind wir beim zweiten Thema, dem Insolvenzverfahren. Die Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beim CFC gestaltet sich zunehmend schwieriger. Nach dem neusten Stand des Verfahrens fehlen noch 493.000 Euro im Budget und die Suche nach dem nötigen Geld wurde eifrig begonnen, freilich nicht ohne Nebengeräusche. Und wie im Leben ist es so: Beim Geld hört der Spaß und die Freundschaften auf. Das Insolvenzverfahren brachte zum Erschrecken und Erstaunen aller Beteiligten so einige Ungereimtheiten ans Tageslicht. Mittlerweile hat man das Gefühl, dass alle Beteiligten im Glashaus sitzen und eigentlich nicht mit Steinen werfen sollten. Das Geplänkel im Klein-Klein erschwert den klaren Blick auf die Zukunft. Mehr denn je stellt sich doch die Frage, was der CFC, seine Mitglieder/Fans und Sponsoren jeweils einzeln sowie gemeinsam wollen. Die Einstellung des Spielbetriebs wohl nicht. Soviel sollte sicher sein. Beim Weg das zu vermeiden, sind die Richtung und die Mittel unterschiedlicher Natur. Nun sind im Insolvenzverfahren die Zuständigkeiten klar verteilt. Das (letzte) Wort hat der Insolvenzverwalter. Damit eingehergehend auch die Verantwortung.

Neben dem Platz steht noch eine Menge Arbeit an. Das liefert sehr viel Gesprächsstoff und auch wir haben uns, z.B. mit der Kommentierung des Sanierungskonzepts des CFC-IV ausgiebig dran beteiligt. Auf jeden Fall in dem Bemühen, wenigstens das ganz Schreiben zu analysieren, wohlwissend das Nino kein Experte im Insolvenzrecht ist. Daher muss man selbstkritisch einschätzen, dass eine vollumfängliche Einordnung nicht möglich ist. Da sind dann die örtlichen Sportjournalisten gefragt. Ob sie denn wollen oder nicht. Oder können. Eine kritische Begleitung und der Blick von außen muss allerdings jederzeit möglich sein.

Bis zum Jahresende 2018 stehen in der Hinrunde der Regionalliga Saison 2018/2018 noch die Duelle gegen den 17.ten ZFC Meuselwitz, den 8.ten FC Viktoria 1889 Berlin sowie den 16.ten Bischofswerdaer FV 08 an. Rein tabellarisch gesehen, verfällt man leicht an den Gedanken, dass das Selbstläufer sind. Zu den 42 würden sich 9 weitere Punkte gesellen und die Rekordserie wäre auf 17 Siege ausgebaut. Die Einstellung wäre aber fatal, denn wer nachlässt, der hat schon so gut wie verloren.

Der Wechsel von guten und schlechten Nachrichten vollzieht sich auch in der CFC-Familie. Eine verloren gegangene Stütze ist wieder an die Gellertstraße zurückgekehrt. Die ehemalige Pressesprecherin N. Oeser wird den CFC wieder, vor allem bei der strategischen und konzeptionellen PR- und Medienarbeit, unterstützen. Eine schlechte Nachricht musste der CFC mit dem Ableben von FCK-Meisterspieler A. Müller verkraften. Mit einer Gedenkminute wurde ihm vor Anpfiff des Heimspiels gegen FC Oberlausitz Neugersdorf würdevoll gedacht. In solchen Momenten wird einem auch immer wieder klar. Fußball ist nicht alles und nur ein Spiel. Dafür ab und zu eine verdammt ernste Sache.

By Baba und Nino