Alle Beiträge von Baba&Nino

Herzlich Willkommen auf unserem Blog. Thebeautifulgameblog ist die Fortsetzung des Blogs zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien http://thebeautifulgame2014.wordpress.com Wir schreiben über die Geschehnisse und Entwicklungen in der Fußball-Bundesliga, der #1.Klassigen2.Liga und der #Besten3.LigaDerWelt und alles was sonst noch so in der bunten Welt des Fußball passiert. Also im Allgemeinen über Tradition, Kommerz, die sportliche Journaille oder auch über den ostdeutschen Fußball im Speziellen. Nicht zu vergessen, die Champions-League und die National11. Denn nach der WM ist vor der EM ist nach der WM die EM. Aus Liebe zum Spiel und nicht Liebe zum Sieg schreiben wir den Blog. Ansonsten gilt: "Die Wahrheit liegt auf'm Platz". Viel Spaß beim Lesen! By Baba und Nino

Interview mit der Gruppe „CFC-Fans gegen Rassismus“

2017 konnte der Blogger Chasing mit einem Text zum Spiel Chemnitzer FC vs. Rot Weiß Erfurt und hier insbesondere dem Support der Ultras in der Kategorie „Gastbeitrag“ Premiere feiern. Nun steht die Premiere in der Kategorie „Interview“ an. Dazu war die Gruppe „CFC-Fans gegen Rassismus“ unser Gesprächspartner. Im Interview spricht die Gruppe u.a. über die Entstehungsgeschichte, bisherige Aktionen und Ziele sowie zur Frage wie die Zukunft des CFC aussehen könnte. Viel Spaß beim Lesen!

 Vielfalt

Mit freundlicher Genehmigung der Gruppe CFC-Fans gegen Rassismus.

Was war der Anlass zur Gründung der „CFC-Fans gegen Rassismus“?

CFC-Fans gegen Rassismus: Die Stimmung im Stadion wird seit langer Zeit von Gruppen dominiert, die klar dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Man konnte das als normaler Fußballfan immer ausblenden, sich damit abfinden oder man konnte dem Stadion fernbleiben. Mehr Optionen gab es nicht. Man dachte wohl lange, dass es sich mit der Zeit von selbst erledigen würde. Aber an den Ausschreitungen Ende August, Anfang September 2018 haben sich bestimmte Fangruppen des Chemnitzer FC beteiligt, die damit ihren Einfluss auch außerhalb des Stadions demonstriert haben. Die Ereignisse am 9. März 2019 beim Spiel gegen Altglienicke und individuelle Erfahrungen der Mitglieder in diversen Fanclubs haben dann den Stein ins Rollen gebracht und waren der Impuls, sich zusammenzufinden. Die ‚CFC-Fans gegen Rassismus‘ sind kein Fanclub, sondern eine Initiative, die Fans eine Stimme geben möchte, die rechtsradikales, rassistisches, antidemokratisches Gedankengut ablehnen. Wir fordern ein, dass die Werte unseres Grundgesetzes auch im Fußballstadion gelten und Diskriminierung gleich welcher Art bei aller sportlicher Rivalität im Fußball nichts zu suchen haben. Die ‚Sektion Vielfalt‘ ist ein Projekt im Rahmen unserer Initiative.

Welche Aktionen habt ihr bisher gestartet und sind in Zukunft geplant?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir haben bereits eine Reihe von Aktionen gestartet, die jedoch nicht alle in die Öffentlichkeit gelangt sind. Zum einen hatten wir in den letzten Monaten mit einigen organisatorischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum anderen sehen wir unsere Hauptaufgabe nicht darin, Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege für den Chemnitzer FC zu treiben. Medienwirksame Spruchbänder oder öffentliche Bekundungen sind als Signal nützlich, werden aber allein langfristig kaum etwas ändern. Wir sind uns bewusst, dass ein langer Weg vor uns liegt und dass es viele kleine Schritte braucht, um etwas zu bewegen. Dafür arbeiten wir an Projekten gemeinsam mit dem Verein bzw. der GmbH. Wir suchen Kontakt zu anderen Gruppierungen und Fanclubs, die unseren Zielen positiv und offen gegenüberstehen und loten aus, was wir gemeinsam tun können. Wir schauen dabei auch auf Initiativen anderer regionaler und überregionaler Vereine, nicht nur im Bereich Fußball. Die Probleme, die wir beim Chemnitzer FC haben, kennen andere Vereine natürlich auch und wir suchen den Erfahrungsaustausch.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem CFC, hier insbesondere mit dem Fanbeauftragten und dem Anti-Rassismus-Beauftragten?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir stehen mit dem Anti-Rassismus-Beauftragten und dem Fanbeauftragten in Kontakt. Die Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer FC könnte jedoch besser laufen. Dort hat man momentan viele andere Probleme auf dem Tisch und irgendwas fällt immer hinten runter. Wir können die schwierige Situation des Vereins nachvollziehen, wünschen uns aber, dass die Zusammenarbeit mit uns intensiver und verbindlicher als in der Vergangenheit stattfindet. Bisweilen haben wir den Eindruck, unsere Initiative wird zur Zeit eher als lästiges Randthema wahrgenommen. Es gibt aber einen Zusammenhang zwischen den strukturellen Problemen, dem schlechten Image des Vereins und den Versäumnissen in der Vergangenheit. Wir sind der Meinung, dass man auch ohne großen zeitlichen oder finanziellen Aufwand einiges tun könnte, um das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit zu korrigieren. Dazu haben wir auch konkrete Vorschläge gemacht, die bislang aber nicht umgesetzt wurden. Wir hoffen, dass das Insolvenzverfahren bald abgeschlossen werden kann. Denn in Zukunft muss hier deutlich mehr passieren.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen innerhalb der Chemnitzer Fanszene? Gibt es Vorbehalte und/oder Unterstützung?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir haben Kontakt zu einzelnen Gruppierungen und Fanclubs, die unser Anliegen unterstützen. Es gibt auch Gruppen, die unsere Positionen ablehnen. Wir haben bereits schlechte Erfahrungen gesammelt, sind auch konkret bedroht worden. Wir sind deshalb vorsichtig, legen es nicht auf eine Konfrontation an. Wir haben bereits eine Vielzahl von Unterstützern im und außerhalb des Stadions und wir werden stetig mehr. Unser Ziel ist es, eine relevante Größe im Fanspektrum zu werden.

Was entgegnet ihr Kritikern, die fordern, dass Politik nichts im Stadion zu suchen hat?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir sehen diese Aussage kritisch. In der Vergangenheit wurde sie vor allem benutzt, um Diskussionen abzuwürgen, um Kritiker ruhig zu stellen. Das Stadion kann kein politikfreier Raum sein, denn normalerweise bildet sich dort die Breite der Bevölkerung ab mit allen ihren Meinungen und Lebensentwürfen. Und das soll auch so sein. Der kleinste gemeinsame Nenner ist der Fußball, die lautstarke Unterstützung der Mannschaft, aber eben auch das Grundgesetz. In dem Moment, wo Menschen zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft, Rasse oder sexuellen Orientierung beleidigt und diskriminiert werden, werden Grundwerte mit Füßen getreten. Genau das passiert leider regelmäßig im Stadion und meist wird dem nicht widersprochen. Widerspruch gegen diese Aktionen wird aber immer wieder als politische Stellungnahme abgelehnt. Das geht nicht. Dumme Kommentare wird es immer geben. Aber wir wünschen uns eine Tribüne, wo rassistische Beleidigungen nicht unwidersprochen bleiben. Wir sehen hier alle Fans, aber vor allem auch die aktive Fanszene in der Pflicht. Wenn die nicht mitmacht, wird es nicht klappen.

Wie kann der CFC seine Probleme mit Rechtsradikalismus lösen? Welchen Beitrag wollt ihr dazu leisten?

CFC-Fans gegen Rassismus: Der CFC muss sich zunächst eingestehen, dass er Probleme hat und dass diese gelöst werden müssen. Wir sind uns nicht sicher, ob diese Erkenntnis bereits überall gegeben ist. Vielleicht herrscht auch der Eindruck, man habe bereits genug getan. Wir sehen das anders. Wir erwarten nach wie vor eine detaillierte Aufarbeitung der Vorgänge rund um den 9. März 2019. Vieles ist in Bruchstücken bereits an die Öffentlichkeit gelangt, aber es existieren auch einige Widersprüche, die aufzuklären sind. Es wurden unmittelbar danach mehrere Personen entlassen und mittlerweile teilweise wieder rehabilitiert, ohne dass deren Verantwortlichkeiten jemals abschließend geklärt wurde. Wir hören immer nur von allen Distanzierungen, keiner will etwas gewesen sein oder für etwas Verantwortung gehabt haben. Das kann doch nicht stimmen. Die Aufklärung ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass das in Zukunft nicht wieder geschehen kann. Es müssen Maßnahmen getroffen und durchgesetzt werden, die Ähnliches in Zukunft effektiv verhindern. Darüber hinaus muss der Verein sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellen und Farbe bekennen. Entsprechend § 2 Absatz 1 seiner Satzung sieht der Verein seine Aufgaben auch in der charakterlichen Bildung seiner Mitglieder und laut Absatz 4 tritt er rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen. Das kann aus unserer Sicht nur gelingen, wenn der Verein als Partner im Bereich Aufklärung und politischer Bildung zur Verfügung steht. Wir sehen hier in allen Bereichen noch ungenutzte Möglichkeiten, auch im Profibereich müssen Angebote geschaffen werden. Wir unterstützen den Verein gern bei der Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, Vereinen und Bildungsträgern. Wir bieten auch unsere Mitwirkung bei der Durchführung solcher Angebote und Veranstaltungen an.

Wie stellt ihr Euch den CFC in Zukunft vor?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir sind Fans des Chemnitzer FC und wollen natürlich in erster Linie unsere Mannschaften sportlich erfolgreich sehen. Untrennbar gehört dazu aber unserer Ansicht nach auch ein aktives Vereinsleben und ein gesellschaftspolitisches Engagement, das der Verantwortung des größten Sportvereins der Stadt gerecht wird. Wenn es gelingt, dass der Verein in der öffentlichen Wahrnehmung wieder ein Abbild der Bevölkerung der Stadt und der Region darstellt, wird sich dadurch auch die Identifikation mit dem Verein verbessern. Das könnte sich widerspiegeln in besseren Mitglieder- und Besucherzahlen und auch der Attraktivität für Sponsoren, die letztlich das nötige Geld zur Verfügung stellen. Wir sehen einen langen steinigen Weg vor uns. Aber wir wollen ihn gehen.

thebeautifulgameblog bedankt sich bei der Gruppe CFC-Fans gegen Rassismus für das Interview.

Hudson Derby – nö RB, nich hier!

StadiumAnpfiff

Ende August 2019 stand das Hudson Derby an. Mein NYCFC empfing den „Stadtrivalen“ aus New Jersey Red Bull New York im Yankee Stadium. Beide standen in der Tabelle im oberen Drittel nur drei Punkte entfernt voneinander in Schlagweite zur Spitze.

Ich hatte den NYCFC schon eine Weile nicht besucht, da meine Kids einfach noch nicht im Fußball-mündigen Alter sind und wahrscheinlich jeden Besuch einer kulturellen Veranstaltung in ein Spielplatzabenteuer mit Hüpfburg und Schlammschlacht verwandelt hätten. Dieser Gedanke hielt mich in den letzten Jahren von einigen Stadiongängen ab, da ich doch etwas vom Spiel haben und nicht nur Zirkusdompteur und Ordnungshüter spielen wollte. Dennoch haben meine Jungs in diesem Jahr Fortschritte im Fußball spielen wie schauen gemacht und ich liebäugelte mit dem Gedanken dem hoffentlichen Bullen Schlachten beizuwohnen.

Am Abend vorher veranstaltete die Trinkhalle Hofbräuhaus in NYC eine Ticketverlosung zum Spiel und ich meinte zu meiner Frau, dass ich diese ja eh gewinnen würde wenn, ja wenn wir da hingehen würden. Sie lachte nur und meinte später, dass sie uns einen Tisch reserviert hatte. Jetzt gab es kein Entrinnen mehr und schon befand ich mich mit meinen Kids und der Dame im angenehmen Klein Deutschlandidyll mit Schweinshaxe, Spätzle und einem Maß Kellerbier. Die Musik war laut und viele 80er Hits wurden von der Band interpretiert, so dass uns Blasmusik erspart blieb und unsere Kids für die Dauer des Aufenthaltes beschäftigt waren. Als es zur Ticketverlosung kam, gewann ich dann tatsächlich vier Tickets fürs Derby. Das war schon toll, wie selbstverständlich dies passierte. Danke HB Haus!

Tickets

Am nächsten Abend ging es in den Gourmettempel des Yankee-Stadions, wo wir bei perfekten Plätzen einen überragenden NYCFC anfeuerten. Perfekte Plätze nicht wegen der Platzierung im Stadion, sondern weil vor und hinter uns mehrere Reihen frei blieben, welche von meinen Kids gründlich genutzt wurden. Meine Kids in Himmelblau vom Chemnitzer FC waren dennoch verwirrt, warum man denn nicht für die Roten Bullen halten kann. „Scheiß Marketing“ schrillte es in meinem Kopf und wahrscheinlich haben meine Kids das auch gehört, da mein 4jähriger für einige Minuten „Scheiße Scheiße Scheiße“ vor sich hin trällerte! Da ist wohl noch einige Aufklärung notwendig.

CFC-Jungs

Das Spiel ist schnell erzählt. Ein munteres hin und her mit klarer Überlegenheit durch NYCFC. Dennoch ging der Kuhverein in Führung. Irgendwann konnte NYCFC seine Chancen in Tore umwandeln und gewann 2-1. Wobei ich Maxi Morales Agilität und Einsatz hervorheben möchte und Heber’s Hackentor zum 2-1.

FührungRedBull

TorjubelNYCFC

Endstand

Ein gelungener Abend im Yankees-Stadion welcher vom „wahren“ New York Club gewonnen wurde. An dieser Stelle könnte man sich immer über die Pseudo Vereine der MLS auslassen und ich bin mir sehr bewusst, wer als Sponsor beim NYCFC agiert. Dennoch möchte ich hervorheben, dass gerade eine gesunde Rivalität in so einer großen Stadt den Reiz des Fußballs zum Tragen bringt und beide Vereine eine Bereicherung für die MLS sind. Im Großen und Ganzen ist das Niveau der MLS beachtlich und der Unterhaltungswert enorm. Cheers!

Over and Out, euer Baba!

Lese-Empfehlung: Das Hudson Derby und die schlechte Kopie (2016)

 

 

Himmelblaue Fassungslosigkeit

WahnsinnBundesliga

Nach dem ich Anfang April über die Geschehnisse am und nach dem 9. März 2019 und deren Aufarbeitung nur noch wütend war , so machen einem die neuesten Entwicklungen beim Chemnitzer FC nur noch fassungslos. Nach jeder Meldung bleibt man erstmal sprachlos zurück und hofft, dass irgendjemand den Stopp-Button drückt, um die himmelblaue Eskalation zu beenden.

Den Anfang machte die Stellungnahme des CFC-Notvorstandes, in der dieser u.a. den Insolvenzverwalter Klaus Siemon der Lüge hinsichtlich der Beteiligung an oben stattgefundener Trauerzeremonie bezichtigt. Eine interessante Wendung und sofern dann auch so von der Staatsanwaltschaft eingeschätzt, wäre das eine Bankrotterklärung in Sachen Glaubwürdigkeit für Herrn Siemon. Soweit ist es aber noch nicht und daher wurde von ihm die Zeit genutzt, von dieser Aktion mit einer Reaktion in Form des Antrags auf Masseunzulänglichkeit des Chemnitzer FC e.V. abzulenken. „Eine Insolvenz in der Insolvenz“ steht einem Insolvenzverwalter an sich nicht wirklich gut zu Gesicht. Aber vielleicht steckt dahinter ja ein viel größerer Plan, den nur er kennt. Nicht viel scheint er aber von dem Fußball-Verein zu wissen, den er gerade offensichtlich völlig instinktlos sanieren soll. Anders kann ich mir die ein paar Tage später unangekündigten Kündigungen der Nachwuchstrainer nicht erklären. Hinter den Planstellen stehen immer noch Menschen. Und da es um den Nachwuchs geht, kochen die Emotionen verständlicherweise noch ein wenig höher.

Um das Emotionsfass dann aber zum Überlaufen zu bringen, bedurfte es noch der Entlassung des Mannschaftskapitäns und Publikumslieblings Daniel Frahn wegen massiv vereinsschädigenden Verhaltens. Als massiv vereinsschädigend wird die „offenkundig zur Schau gestellte Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung „Kaotic Chemnitz“ und der aufgelösten Gruppe „NS-Boys““ angeführt. Zur Begründung des CFC wurde die gemeinsame An-und Abreise zum Auswärtsspiel gegen den Hallenser FC mit oben genannten Köpfen angeführt.

Im ersten Moment dachte ich: „Was für eine Scheiße mit Frahn. Das können die doch nicht machen!“ Mit die, sind die Gesellschafter bzw. die CFC Fußball GmbH gemeint. Vor allem der Stil der sofortigen Trennung wirkt teilweise völlig unangemessen. Den Teil „Daniel Frahn, für Sie ist beim Chemnitzer FC kein Platz mehr.“ hätte man sich wirklich sparen können. Man denkt halt dann auch nicht mehr die paar Schritte weiter, die vor dem Eingang des Arbeitsgerichts enden könnten.

Umso länger ich jedoch darüber nachdenke, umso verwirrender ist die ganze Situation. Letztes Jahr ist Frahn beim CFC geblieben, obwohl er hätte woanders spielen können und mehr verdient hätte. Warum soll er jetzt gehen? Vielleicht weil die ganzen Jahre nur Unruhe im Verein war und weiterhin ist? Selbst mit dem Aufstieg bzw. der Rückkehr in die 3. Liga und dem Sachsenpokal-Gewinn ist keine richtige Euphorie entstanden. Und dann noch einen ordentlichen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Aber darum soll er jetzt gehen? Das macht keinen Sinn. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Ein streitbarer Typ war Frahn auf dem Platz schon immer. Sportlich gesehen hinterlässt er eine riesen Lücke.

Derweil drehte sich das kuriose-Meldungen-Kreisel weiter. Nun bot sich ausgerechnet der Aue Präsident Helge Leonhardt an, um den CFC-Nachwuchs zu retten. Mein ehemaliger Nachbar (glühender Aue-Fan) erzählte mir oft und gerne, dass früher die besten Auer-Spieler zum FCK geschickt wurden und Aue (und vor allem er) sehr darunter gelitten hatten. Die beste Gelegenheit also um alte Rechnungen zu begleichen? Nach aktuellem Stand wird dieses Szenario aber nur ein feuchter Schacht-Traum bleiben. Denn „glücklicherweise“ wollen sich jetzt die CFC Fußball GmbH auf der einen Seite und ein Bündnis aus verschiedenen Vereinen u. Institutionen aus Chemnitz auf der anderen Seite um den Erhalt des Nachwuchsleistungszentrums kümmern. An sich schön, dass wenigstens zu viele Leute als zu wenige Leute auf dieser himmelblauen Baustelle stehen.

Für positive Nachrichten könnte der CFC in der 1. Runde des DFB-Pokals sorgen. Vor einer wahrscheinlich ausverkauften Fischerwiese treffen die Himmelblauen auf den bisherigen Chaos-Club Nr. 1 aus Deutschland. Mit dem sportlichen Fehlstart ist der CFC zumindest in dieser Kategorie mit dem Hamburger SV auf Augenhöhe.

Die himmelblaue Hoffnung stirbt zuletzt, dass der CFC sich nur sportlich mit dem HSV auf Augenhöhe begegnet.

By Nino

Hinweis auf Richtigstellung:

In der ersten Version dieses Textes ist mir ein Fehler unterlaufen. Bei der Vorbereitung habe ich ein in der Lokalpresse veröffentlichtes Bild als Grundlage zur Beschreibung eines Sachverhalts genutzt. Dieser wurde jedoch meinerseits unbeabsichtigt falsch dargestellt. Ich wurde dankenswerterweise von zwei Lesern auf den Fehler hingewiesen. Ich bedaure diesen und möchte hiermit bei den Beteiligten um Entschuldigung bitten. Der Text wurde entsprechend aktualisiert.

 

 

„Was bisher geschah…“ Teil 9

Neun

Das letzte Mal einstellig, dann sind wir schon bei Numero 10. Vorher können wir in aller gebotenen Bescheidenheit in unserer Rückblicks-Kategorie „Was bisher geschah…“ wie eh und je auf einen bunten Strauß an Themen zurückblicken. Wir haben uns dem ewigen Thema „Relegation“ mit einem Pro und Contra gewidmet und so wie es aussieht, werden wir wohl dazu niemals einer Meinung sein. Wenn schon dann beim Thema Kommerz. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote sind immer noch eine gute Orientierung, etwas proaktiv gegen die Kommerzialisierung im Fußball-Geschäft zu tun. Bei aller Schwierigkeit der konsequenten Umsetzung.

Eine luftige Geschäftsidee hatten wir allerdings für Timo Werner. Leider aufgrund der ihn ereilenden Schmäh-Rufe aus der Not geboren. Einen empörten und immer noch unbeantworteten Leserbrief an den 11Freunde Chefredakteur und u.a. auch SternStimme Philip Köster hatte dies auch noch zur Folge.

Fehlen durfte unser geliebter Chemnitzer FC selbstverständlich nicht. Diesmal vertreten mit einem Kommentar zum Sieg im Sachsenpokal 2017, der wiederum zum vermeintlichen Traumlos FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals geführt hatte.

Wie immer: Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

81. Was bisher geschah…Teil 5

82. Relegation ist Mist

83. Der unabsteigbare HSV – der Traum von einer Huldigung!

84. Kommentar zum Sachsenpokalfinale Lok Leipzig vs. CFC

85. Relegation ist geil! Alles oder Nichts! Es lebe die Relegation!

86. Die luftige Geschäftsidee für Timo Werner

87. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

88. CFC vs. FCB – Das Pokal-Traumlos!?

89. Leserbrief zur stern-Stimme Philipp Köster

90. Ein Bericht vom Spiel Houston Dynamo vs. FC Dallas

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7 und last but not least Teil 8.

 

Go Beijing Guoan Go

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Diesen Sommer habe ich mit meiner Familie in Peking Urlaub gemacht und mit meinem Sohn das Vorhaben durchgesetzt, ein Spiel des Hauptstadtteams aus Peking zu sehen. Ich hatte schon einmal ein Spiel von Beijing Guoan F.C. gesehen. Im Jahr 2010 hatte sich das Team im Regen von Peking zu einem mageren 0-0 geschleppt und ich erinnere mich nur noch an das Wachpersonal, welches auf kleinen Hockern auf der Tartanbahn saß und grimmig in die Fans schaute. Für mich war das einprägsamste, dass die Polizisten oder Security Leute damals Ausgehuniformen trugen, welche denen der NVA stark ähnelten. Ein wenig Heimat in der Ferne dachte ich mir damals.

PerkinOrdner

Nun fast 9 Jahre später freute ich mich auf einen sehr warmen Sommerabend, bei dem der Spitzenreiter der Chinesischen Super League das Team von Chongqing Dangdai Lifan F.C. empfing. Beijing hatte die letzten 8 Partien allesamt gewonnen und die letzten 14 von 15 Spiele für sich entschieden. In jedem Heimspiel der Saison hatte Beijing mindestens 2 Tore geschossen, also konnte wir getrost davon ausgehen, dass es diesmal kein mageres 0-0 geben würde. Es war zu erwarten, dass unter der Regie von Trainer Roger Schmidt (ehemals Leverkusen, Salzburg, Münster, Paderborn) mit seinem bekanntestem Spieler Renato Augusto (ehemals Leverkusen, Corinthias, Flamengo und brasilianisches Nationalteam) die Zuschauer auf ihre Kosten kommen würden.

Außerdem wollte ich unbedingt meinem 6-jährigen Sohn ein Spiel in Chinas oberster Spielklasse zu Gute kommen lassen. Bisher hatte er ausschließlich den CFC und in New York den NYCFC gesehen. In diesem Jahr hatte er große Fortschritte in seinem Fußballspiel erzielt und einen schönen strammen Schuss (The Hammer) erlangt.

Leider konnten wir im Vorfeld keine Eintrittskarten erwerben, da in China derzeit alles und jeder nur noch mit WeeChat bezahlt wird (Bargeldlos mit dem Handy) und wir als Touristen dazu aber keinen Zugang hatten. So waren wir auf die Ticketverkäufer vor dem Stadion angewiesen, welche uns für 300RMB zwei Tickets in der Nordkurve verkauften. Das sind rund 50$ und nahe am Originalpreis. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Verkäufer Offizielle sind oder aber sich mit den Tickets etwas hinzuverdienen. In unserem Fall hat der Ticketmann 10$ verdient. Dann haben mein Sohn und ich uns noch mit Fan-Utensilien eingedeckt (Schals und Tröte) und ab ging‘s Richtung Beijing Workers Stadium. Als Ausländer mussten wir zu einem speziellen Einlass, wo unsere Pässe gescannt und unsere Eintrittskarten abgerissen worden. Was auffiel war, dass das gesamte Personal vom Verkäufer bis zur Security sehr freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend auftraten. Insgesamt fühlte ich mich sehr sicher und konnte mich mit meinem Sohn auf die Eindrücke konzentrieren.

Im Stadion haben wir dann noch den offiziellen Fanshop besucht und den Presseraum von außen betrachtet. Genau davor trafen wir dann auch wieder auf die fast vertrauten Männer in Uniformen, die für Recht und Ordnung sorgen. Nachdem wir uns mit Sandwiches, Popcorn und Wasser eingedeckt hatten ging es ins Stadion. Leider habe ich keinen Bier-Stand gesehen und auch gab es wie zu erwarten keine Stadionwurst.

PekinPresseraum

Unsere Plätze waren im Unterrang der Nordkurve rechts neben einer der Ultragruppen von Beijing Guoan F.C., die während des gesamten Spiels sangen. Viele der Melodien waren mir bekannt und mein Sohn hatte den größten Spaß mitzusingen und auf den Stühlen zu stehen. Im Laufe des Spiels standen alle Zuschauer neben den Ultras wie auch die Ultras selbst auf den Stühlen und ahmten die Gesänge nach. Es gab zwei weitere Ultragruppierungen: eine auf der Gegentribüne und eine auf dem Nordwestlichen Oberrang. All diese Gruppen waren ca. 200 – 300 Mann stark und sehr gut organisiert, aber auch sehr freundlich. Alle Energie wurde in das Singen von Liedern, rufen von Slogans und Fahnen schwenken gesteckt. Viele von den sehr jungen Fans hatten sehr viel Spaß dabei und zeigten mir eine sehr lebendige, ausgelassene und vor allem friedliche Fankultur. Zum Anpfiff war das Stadion gut gefüllt mit einem sehr vielseitigen Publikum.

 

 

UltrasLinks

UltrasRechts

Das Spiel ist schnell erzählt: Chongqing Dangdai Lifan F.C. ging in der 3. Minute nach individuellem Abwehrfehler in Führung. Danach drückte Beijing auf den Ausgleich und hatte viele Möglichkeiten. Währen dessen blieb Chongqing Dangdai Lifan F.C. immer durch Konter gefährlich und hätte durchaus die Führung ausbauen können, wenn sie ihre Konter konsequenter zu Ende gespielt hätten. In der 39. Minute war es dann soweit und Beijing schoss den Ausgleich per Flanke und Kopfball. Dies hatte sich angedeutet, war doch Beijing von Minute zu Minute stärker geworden.

In der Halbzeitpause gab es das Maskottchen – ein Löwe – der durchs Stadionrund tobte und mit Kinder Fußball spielte. In der Halbzeitpause stoppten auch die Ultras bei Zigaretten und Wasser, um sich auf die 2. Halbzeit vorzubereiten.

PekingUltras

Kurz nach Wiederanpfiff gab es einen berechtigten Elfmeter direkt vor unserer Kurve für Bejing. Renato Augusto ließ sich nicht lange bitten und netzte zur verdienten Führung des Spitzenreiters ein (48. Minute). In der 64. und 70. Minute erhöhte dann Beijing auf 4-1 und machte so jeden Heimfan glücklich. Danach plätscherte das Geschehen auf dem Rasen dahin und zollte dem hohen Tempo bei extrem heißen Temperaturen Tribut. Nur auf den Rängen schwappte die Laola-Welle durch das Stadion.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend, mit fantastischen Fans, einem sehr gut organisierten Team aus Peking, vielen schönen Toren und einem absolut verdienten Sieg.

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Beijing Guoan F.C. wir kommen wieder und diesmal werden wir nicht 9 Jahre warten!

Mein Sohn singt heute noch die Lieder und hat jetzt erst seine Leiterin in den Ferienspielen mit den Gesängen konfrontiert und die anderen Kinder instruiert. Ich glaube, hier wächst ein enthusiastischer Nachwuchsfan heran – alles richtiggemacht –.

By Baba

 

Ein Blick in die himmelblaue Glaskugel

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Hurra, Hurra die Chemnitzer sind wieder da! Zurück in Liga 3 der Fußball-Bundesliga. Oder wie die Spötter von den Dächern rufen: „Pleite-Liga!“, „Insolvenzliga!“, „Millionengrab!“ Diesen Rufen wollen wir uns hier aber nicht anschließen. Stattdessen widmen wir uns frei nach dem Motto von Ron Atkinson „Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“ einer nicht ganz ernstgemeinten himmelblauen Hinrunden-Aussicht.

Ernst meint es dagegen nunmehr die MDR-Sportredaktion. Für die ausschließliche Berichterstattung über den Chemnitzer FC wird ein zusätzlicher Praktikant eingestellt. Laut Aussage des MDR-Sportchefs Raiko Richter soll der Anschein einer „ausgewogenen Berichterstattung“ weiter gefestigt werden.

Offiziell startet die 3. Liga mit dem trost-wie-torlosen Duell zwischen dem TSV 1860 München und Preußen Münster. Der CFC startet hingegen mit zwei Siegen gegen die Mitaufstiegs-Teams Waldhof Mannheim und Viktoria Köln. Der erste Tabellenplatz wird auch in der Englischen Woche in den Duellen vs. SV Meppen und Hallescher FC überraschend verteidigt. In Halle reicht es allerdings nur zu einem Unentschieden. Trainer David Bergner begründet dies mit „die Spieler sind mit dem Kopf schon im Pokal“. Damit meint er das anstehende DFB-Pokal-Duell gegen die Traditionsmannschaft Hamburger SV. Die zweitklassigen Elbstädter liefern sich vor ausverkauften Stadion ein mitreißendes Duell, welches letztendlich durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit entschieden wird. Sportvorstand Thomas Sobotzik bedankt sich insbesondere bei den Mitgliedern des CFC, die mit den Ticketkäufen maßgeblich zum ausverkauften Stadion beigetragen haben.

Das erste Freitagsspiel bestreitet der CFC gegen den 1. FC Magdeburg. Die Magdeburger haben aufgrund der Pokal-Niederlage vs. SC Freiburg eine gehörige Portion Wut im Bauch und besiegen die Himmelblauen mit einem Tor Unterschied. Die Bergner-Schützlinge bekommen dennoch zwei Tage Urlaub. Diese nutzt die Mannschaft u.a. zu einem gemeinsamen Abendessen. Es wird Zigeuner-Schnitzel serviert. Der MDR-Praktikant wittert den ersten handgeschriebenen Skandal. Jedoch gibt es keine Videoaufnahmen, so dass sein Chefchen Tom Scheunemann grimmig dreinschauend entscheidet, dass die prallgefüllte Skandal-Akte des CFC zunächst keinen weiteren Eintrag erhalten soll. Der Praktikant wird unterdessen in der MDR-Sportreporter-WhatsApp-Gruppe freundlich auf die Laufzeit seines Praktikums hingewiesen.

Das himmelblaue Trainer-Team ruft dagegen die bayerischen Wochen aus. In den Duellen gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München, den TSV 1860 München und die Börsianer aus Unterhaching sollen mindestens sieben Punkte eingefahren werden. Als Belohnung wird ein Besuch auf dem Münchner Oktoberfest ausgerufen. Der MDR-Praktikant wittert Skandal-Luft und sucht schon mal günstige Mitfahrgelegenheiten gen München. Trotz dieses Anreizes verpasst das Team die angestrebte Punktezahl. Nach harten Duellen auf dem Platz werden am Ende vier Punkte aus Bayern mitgenommen. Der Mannschaftsrat kann das Trainer-Team dennoch vom Besuch des Oktoberfests überzeugen. Dem MDR-Praktikanten wird geflüstert, dass wohl ein Obazda-Wettessen mit anschließender Wetteinsatz-Einlösung vor Ort erfolgen soll. A riesen Gaudi soll’s werden. Erste Entwürfe für eine reißerische Überschrift werden noch direkt nach Bekanntwerden der Eilmeldung von TAG24 erstellt.

Das dritte Ost-Duell vs. Carl Zeiss Jena kann der CFC überzeugend für sich entscheiden. Die Tabellensituation entschärft sich somit langsam aber sicher. Die Mannschaft nutzt dieses Momentum und tritt die Reise zum Oktoberfest an. Der MDR-Praktikant scheitert an der Einlass-Kontrolle zum Käferzelt. Somit bewahrheitet sich das Mannschafts-Motto „Was in München passiert, bleibt in München“. Per Anhalter tritt der geknickte MDR-Praktikant die Heimreise nach Chemnitz an. Währenddessen erhält er wohlmeinende Recherche-Tipps (#Rassismus #Insolvenz #Gerichtsverfahren).

Gegen den Zuschauermagneten SG Sonnenhof Großaspach erspielt sich das himmelblaue Team einen weiteren Auswärtsdreier. Gegen die Zebras aus Duisburg und die Schanzer aus Ingolstadt reicht es nur für magere Unentschieden. Erste „Bergner-Raus“-Rufe sind vom leicht-erregbarem Chemnitzer Publikum zu hören. Die Chefetage vereinbart zur Trainer-Frage bis auf Weiteres „Stillschweigen“. Zum Traditionsduell #FCKFCK reist extra die Chemnitzer Katze Michael Ballack an. Aus der eigenen VIP-Loge fiebert er mit seiner alten Liebe FCK dem Sieg entgegen.

Im Vorfeld des Spiels vs. Preußen Münster machen Insolvenzgerüchte die Runde. Die Münsteraner, so der erstberichtende MDR wollen Insolvenzverwalter Klaus Siemon vom Chemnitzer FC abwerben. Koste es, was es wolle. Zur Not, so der Vorstand, soll der Weg durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen werden. Der so umworbene Siemon wird dann auch auf der Tribüne vom Preußenstadion gesichtet. Die örtlichen Boulevardmedien zerreißen sich über das Warum zwar tagelang genüsslich, schließlich aber ohne Ergebnis das Maul. Die Erweiterung des Erfahrungshorizonts der CFC-Spieler durch das knappe Nicht-Gewinnen geht dabei schlussendlich unter.

Mit der Niederlage beginnt der zweitspielreichste Monat dieser 2019/2020er Hinrunde. Noch in Münster sind wieder unüberhörbar „Bergner-Raus“-Rufe zu vernehmen. Das Stillschweigen der Verantwortungsträger wird ausnahmsweise gebrochen. In einem Exklusivinterview mit der CFC-Fanpage erklärt Sportvorstand Thomas Sobotzik, dass der Trainer seinen Vertrag erfüllen wird. Mindestens bis zum Ende der Saison. Diese vertrauensvolle Rückendeckung wirkt sich wiederum positiv auf die Mannschaft aus. Gegen die Kickers aus Würzburg und Braunschweig zeigt sich die himmelblaue Eintracht auch auf dem Spielfeld. Ein Sieg und ein Unentschieden lassen auch die letzten Meckerer kleinlaut werden.

Beim vorvorletzten Duell vor der Winterpause indes herrscht wieder der (T-)Rubel. Der Pöbel-Russe Mikhail Ponomarew zeigte seinem Trainer Heiko den Vogel und lotst Peter Neururer aus Wattenscheid an den Rhein. Der Retter-Mythos und „neuer-Trainer-Effekt“ zieht aber wie eh und je nicht. Die Himmelblauen siegen unbeeindruckt und Kapitän Daniel Frahn schießt sich mit einem lupenreinen 3er-Pack zurück an die Spitze der Torjägerliste.

In den letzten beiden Hinrunden-Duellen, gleichsam die heißersehnten Ostduelle gegen die Schwäne aus Zwickau und die Koggeianer aus Rostock werden die Punkte jeweils brüderlich geteilt. Der CFC beendet die Hinrunde auf dem 6. Tabellenplatz.

Der weihnachtliche Rückrunden-Auftakt vs. Waldhof Mannheim wird ebenso gewonnen. Tage später erleben die himmelblauen Fans sowie alle Beauftragten und Bevollmächtigten die Erstauflage des „Weihnachtssingens“. Am Mittelkreis der Fischerwiese werden glühweingeschwängert „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ sowie „Ihr Hirten, erwacht!“ zusammen gesungen. Schön, dass auch diese Tradition noch zu Kommerz veredelt wird. Bei den Gründern des Weihnachtssingens, Fans des 1. FC Union Berlin, werden dazu genervt die Augen gerollt.

Keine rollenden, sondern tränende Augen hat am 23. Dezember 2019 der MDR Praktikant. Kurz vor den Betriebsferien wird ihm das frühzeitige Ende des Praktikums per Bote übermittelt. Offiziell aus Kostengründen. Aus dem geleakten WhatsApp-Chatprotokoll wird jedoch deutlich, dass der Praktikant die Erwartungen seiner Oberen massiv enttäuscht hat. Die Ansage war glasklar: mehr Follower! mehr Likes! mehr Klicks! mehr Content! Und das bei einer solch leichten Skandalnudel wie dem Chemnitzer FC. Wir hätten jedenfalls Geduld walten lassen. Schließlich kommt noch die Rückrunde…

By Baba&Nino

 

Ins richtige Licht gerückt werden

Licht

Die Mitte Juni 2019 veröffentlichte Erklärung des Chemnitzer FC zur Rehabilitierung des Ex-Mitarbeiters Maximilian Glös war nur 4 Sätze lang. Trotz dieser Kürze gibt sie viel Anlass zur Hoffnung, dass die Geschehnisse vor, am und nach dem verhängnisvollen 9. März 2019 endlich den Kosmos aus Vermutungen, Anschuldigungen und sonstigen Theorien verlassen können und Klarheit über das Zustandekommen hergestellt wird.

Denn die Trauerzeremonie wurde ja nicht nur Maximilian Glös zum Verhängnis. Für den nicht mehr eingesetzten Stadionsprecher Olaf Kadner dürften vor allem die Wörter „…nicht entscheidungserheblich oder verantwortlich handelnd beteiligt…“ äußerst interessant sein. Schließlich hat er zwar einen Text vorgelesen, aber von weiterer Verantwortung oder entscheidungserheblicher Beteiligung war bisher nicht die Rede.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass der CFC an der weiteren Aufarbeitung der Vorfälle arbeitet und nach eigener Aussage tut er dies „mit Hochdruck“. Vielleicht haben die Verantwortlichen dabei auch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel gelesen. Dieser hatte sich in seiner Ausgabe 24/2019 auch diesem Thema gewidmet und ist zu dem Ergebnis gekommen: „Was wie eine offizieller Trauerfeier aussah, war im Grunde eine Erpressung“. Detailliert wird beschrieben, wer wie wo und wann daran beteiligt war bzw. gewesen sein soll. Einiges wird da nochmal in ein anderes Licht gerückt und dies hat eine erhellende Wirkung. Nun sind solche Artikel keine Gerichtsurteile. Umso erfreulicher, dass dies dann bald auch vor Gericht geklärt werden könnte. Die Strafanzeige von Insolvenzverwalter Klaus Siemon „gegen Unbekannt wegen aller in Betracht kommenden Delikte“ wird ja offensichtlich immer noch bearbeitet. Zumindest habe ich bisher nur von weiteren Klage-Einreichungen (z.B. gegen den Notvorstand) gehört, aber nix von Urteilen.

Die Mühlen der Justiz laufen vermeintlich langsam, aber sie laufen und am Ende steht zumindest eine Entscheidung, im besten Fall ein Urteil. Im Falle des CFC wird dann hoffentlich klar sein, ob es z.B. eine Erpressung war oder nicht. Und dann besteht auch die Chance einen Schlussstrich hinter dieses dunkle Kapitel in der Geschichte des CFC zu ziehen.

Meiner Einschätzung nach werden die sportlichen Erfolge der Saison 2018/2019, Meistertitel in der Regionalliga Nordost und 12.ter Gewinn des Sachsenpokals viel zu wenig gewürdigt. Lieber wird z.B. vom MDR ein Zigeuner-Skandal herbeigeschrieben, der passend für das derzeitige Image der Himmelblauen aufbereitet wurde. Da wird mir zu viel mit zweierlei Maß gemessen. Es wird höchste Zeit, dass der CFC bei solchen vermeintlichen Skandalen für die nötige kontextuale Einordnung sorgen würde.

Es ist schon wahrlich mühselig, die unnötigerweise in die Welt gesetzte Bezeichnung des „Nazi-Vereins“ zu widerlegen bzw. darauf hinzuweisen, dass die große Mehrheit der CFC-Mitglieder, Fans und Sympathisanten vom Rechtsradikalismus weit entfernt sind. Als Himmelblauer muss man sich die Frage nach der Zukunft stellen und welchem Club wir angehören. Das geht einher mit einer Identitätsfindung abseits von Nazi-Geschrei und Insolvenz. Wofür steht der Club und was wollen die Fans von diesem? Als Plattform für politische Agitation und als Selbstbedienungsladen sollte der Club nicht herhalten. Dazu später mehr…

By Nino