Tanz der Emotionen. Der CFC vs. Berliner AK 07

Anpfiff-Fans

Nach dem 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke und damit dem siebten Erfolg in Serie stand nun der zweite Teil der berlinerisch-englischen Woche des Chemnitzer FC an. Als Gegner an diesem 8. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 wurde der Berliner AK an der Fischerwiese begrüßt. Dieser hatte im Vorfeld des Spiels für reichlich Irritationen hinsichtlich dessen Teilnahme gesorgt. Noch am Vortag wurde seitens des BAK darauf hingewiesen, dass er bei rassistischen Beleidigungen oder dem Gefühl der Benachteiligung wieder abfahren würde. Ok, rassistische Beleidigungen sind ein echter Grund, aber Benachteiligungen? In welcher Art und Weise? Wenn die Mannschaft bei der Platzwahl nicht die gewünschte Seite bekommt oder sie zuerst gegen den Wind spielen soll? Es ist wirklich traurig, dass jede Mitteilung des BAK nur noch mit Kopfschütteln quittiert werden kann. Der BAK, insbesondere Herr Han hätte mal kleine Brötchen BAKen sollen. Leider hatte er dafür keine Zeit mehr.

So führten diese ganzen Nebengeräusche doch wirklich dazu, dass der Weg zum Stadion mit einem mulmigen Gefühl begleitetet wurde. Da auch noch der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Herr Kretschmer zum Spiel anreiste, hat dieses noch eine politische Note und besondere Aufmerksamkeit erhalten. Umso mehr stellte sich die Frage, ob die Appelle der Himmelblauen zur Besonnenheit und „sich-nicht-provozieren-lassen“ bei allen Fans ankommen würden? Oder fühlten sich ein paar nun besonders herausgefordert, dem BAK, speziell Herrn Han die Meinung zu geigen? Tausende leidenschaftliche Fans, das ist doch wie einen Sack Flöhe hüten. Unmöglich.

Der Tanz der Emotionen war eröffnet, bevor überhaupt der Ball zu rollen begann. Somit wurde auch schon vor Anpfiff die Stimmungs-Handbremse gezogen. Von Seiten der mitgereisten BAK-Fans durfte man jedenfalls nicht viel erwarten. Es waren ja schließlich auch nur 9!

BAK-Fans

Schade auch, dass der sportliche Aspekt in den Hintergrund rückte. Schließlich durfte anhand der Tabellenplatzierungen für dieses Duell das Prädikat „Spitzenspiel“ vergeben werden. Der Erste gegen den Dritten. Das sollte in den meisten Fällen ein interessantes Fußballspiel werden. Die Zutaten für einen spannenden Fußballnachmittag waren jedenfalls gegeben. Durch die Anpfiff-Verlegung auf 15 Uhr konnte ich jedenfalls noch Futtern wie bei Muttern.

Das Spiel begann pünktlich und die Teams tasteten sich erst einmal ab. In der achten Minute gab es den ersten Aufreger. J. Gesien sah vor der Süd eine Gelbe Karte. Es folgten laute Pfiffe und Geschrei. Mein Blick ging dann auch zum Spielertunnel, aber Herr Han rannte noch nicht auf’s Spielfeld. Auch in der 23. Minute kam er nicht. Dabei hatte er ja allen Grund dazu. Ein Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Die Schiris haben das jedenfalls astrein richtig beurteilt. Der ersten Großchance der Himmelblauen in der 30. Minute ging eine Grot’sche Grätsche voraus, für die er sich Szenenapplaus abholte. Auch gerade beim Kapitän hatte man das Gefühl, dass er die Ankündigung „Wir wollen Taten sprechen lassen“ wirklich umsetzen wollte. Die zweite Großchance wurde dann zum ersten Treffer veredelt. Den Abpraller des Berliner Torhüters versenkte Bozic zum 1:0. Davon waren offensichtlich die Berliner schwer beeindruckt, da sich vier Minuten später die Berliner Hintermannschaft nicht einig war und R. Garcia einen verunglückten Pass abfing. Allein auf dem Weg zum Tor ließ er sich nicht beirren und versenkte den Ball souverän zum 2:0. Zwei Tore in vier Minuten, so spielt ein Spitzenteam. Mit diesem beruhigenden Spielstand wurde die Halbzeitpause eingeläutet, die mit dem üblichen Ritual „erst-wegschaffen-dann-neues-holen“ begangen wurde.

Spielszene

In die zweite Halbzeit starteten die Mannschaften weniger spielfreudig als zu Beginn. Erst der 1:2 Anschlusstreffer durch A. Kargbo sorgte wieder für mehr Spannung. Wie schon beim Auswärtsspiel beim VSG Altglienicke wurde diese nur aufgrund des Spielstandes erzeugt. Trainer D. Bergner reagierte darauf mit Wechseln, brachte erst T. Mauer für Torschütze D. Bozic und später wurde Torschütze R. Gracia für P. Milde ausgewechselt. Beide Torschützen raus, das war zum Glück kein schlechtes Omen. In der 84. Minute traf M. Langer mit dem Kopf zum 3:1. Vorausgegangen war diesem Treffer ein verzögerter Freistoß von D. Grote. Sehr schön gemacht. Das sahen auch die Fans so, die unseren Kapitän in der 89. Minute mit Standing Ovations vom Platz verabschiedeten. Für ihn kam K. Taag, der dann noch eine gelbe Karte von D. Frahn miterleben durfte, der sich nicht ganz zu Unrecht über den Schiedsrichter beschwert hatte. Am Ende tat dies aber der sich verbessernden Stimmung keinen Abbruch. Schließlich war dann klar, dass der CFC hier als Sieger vom Platz geht. Der Berliner AK und sein Präsident verlassen diesen als Verlierer. Ein Spitzenspiel war es vielleicht nicht ganz, dafür aber eins mit vielen Spitzenwerten in Sachen medialer Provokation.

Ein Gefallen hat sich der Berliner AK Präsident jedenfalls nicht getan. Von Seiten des CFC wurden alle Anstrengungen unternommen, dass ein begeisterndes Fußballfest gefeiert werden konnte. Warum nutzte Herr Han nicht diese willkommene Gelegenheit, sich der Botschaften des CFC für Weltoffenheit-Toleranz-Fairness sowie Freiheit-Demokratie-Rechtstaat anzuschließen. Seine unterscheiden sich ja nicht wirklich von der des CFC. Somit hat er ein klassisches Eigentor geschossen. Meine Empfehlung daher für ihn: Treten Sie in Zukunft weiterhin für ihre Werte ein. Verzichten sie dabei bitte auf andauernde Provokation, Hinhaltetaktik und suchen sie das Gespräch zuerst mit den betroffenen Vereinen, anstatt gleich allen skandalgeilen Sportredaktionen permanent neue Nahrung zu liefern.

Zurück zum Hauptakteur, dem Chemnitzer FC: Ergebnisorientiert betrachtet ist dieser 3:1 Heimsieg der 8. Erfolg in Serie. 24 Punkte, bei 21 Toren und 8 Gegentoren. Das sind die nackten Zahlen, die die aktuelle Situation emotionslos beschreiben. Daher will ich es mal anders betrachten: Himmelblauer Waaaaahnsinn, acht Siege in Folge! Olè Olè, Olè Olè. Ein-Brett-eine-Duftmarke-ein-Ausrufezeichen-Zeichen-an-die-Konkurrenz-was-auch-immer. Der Chemnitzer FC ist: Spitzenreiter Spitzenreiter hey hey. Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey. Oh, oh, oh – Chemnitzer FC Allez, Allez, Allez, Allez Chemnitzer FC!

By Nino

Abpiff

3 Kommentare zu „Tanz der Emotionen. Der CFC vs. Berliner AK 07“

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