BAK mal kleine Brötchen!

Brötchen

Oder auch „Ball flach halten“. Das sind die Empfehlungen an den Präsidenten des Berliner AK, Herrn Han, wenn er mit seinen Vorstandskollegen über die Teilnahme am Spitzenspiel gegen den Chemnitzer FC am 8. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 berät.

Der Ursprung für diese groteske Situation liegt schon eine Weile zurück. Ende August 2018 kam es nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Mannes zu extremistischen Ausschreitungen in der Stadt Chemnitz. Es folgte eine, immer noch andauernde, Debatte u.a. um die richtige Migrationspolitik. Herr Han hatte in dieser hitzigen Gemengelage medienwirksam mitgeteilt, dass der Berliner AK, sofern kein tragfähiges Sicherheitskonzept vorliegen würde, nicht zum Punktspiel in Chemnitz antreten werde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Han’schen Sicherheitsbedenken durchaus nachvollziehbar. Stutzig machte aber zum einen der Zeitpunkt, da das Spiel erst in zweieinhalb Wochen stattfinden würde und zum anderen die Art und Weise der Ankündigung. Die Verantwortlichen des CFC reagierten jedoch besonnen wie sachlich und wiesen darauf hin, dass alles für einen reibungslosen Ablauf getan werde.

Im Rahmen dieser Vorbereitungen kam es nun vier Tage vor dem Spiel zum sog. „Sicherheitsgipfel“. Vertreter der Vereine, Staatsanwaltschaft, Polizei sowie Fanbeauftragte waren nach Chemnitz gekommen und verständigten sich auf ein Sicherheitskonzept. Augenscheinlichste Änderung: Die Anstoßzeit wurde von 13:30 Uhr auf 15 Uhr verlegt, da zu diesem Zeitpunkt eine bessere Polizeipräsenz gewährleistet werden kann. Alles paletti hätte man meinen und sich auf dieses Spitzenspiel freuen können.

Wäre da nicht wieder Herr Han, der zwar mit dem Ergebnis zufrieden ist, aber dennoch erst einen Tag vor dem Spiel mit seinen Vorstandskollegen darüber entscheiden will, ob sie zum Spiel antreten oder nicht. „Wir wollen noch abwarten und schauen, wie sich die Lage entwickelt“, lässt er sich zitieren. Obendrein will er für die Fahrt durch Chemnitz noch Polizeischutz für den Mannschaftsbus.

Spätestens an diesem Punkt fällt es einem schwer, ruhig und verständnisvoll zu bleiben. Um es vorweg zu sagen: Ich habe absolutes Verständnis für Sicherheitsbedenken und das es für den Berliner AK und seiner Teamstruktur eine sensiblere Herangehensweise erfordert. Ich habe auch aus rein egoistischen Gründen ein hohes Interesse an einem sicheren Ablauf des Spiels und will die Bedenken nicht klein reden und ihn in die „der-soll-sich-mal-nicht-so-haben“-Schublade stecken. Wie Herr Han aber in der Art und Weise kontraproduktiv dazu beiträgt, dass das Spiel unter besondere Beobachtung steht, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Sein Handeln wirft vor allem viele Fragen auf:

Warum ist Herr Han schon Ende August 2018 direkt in die Öffentlichkeit gegangen, anstatt erst einmal mit den Verantwortlichen des CFC, der Polizei und des Verbandes ins Gespräch zu kommen, um dort seine Sicherheitsbedenken anzumelden? Weil er dort auf taube Ohren gestoßen wäre? Ja, in Chemnitz gab es Ausschreitungen und es wurde ein hässliches Bild von Chemnitz gezeichnet. Es gab aber auch andere Veranstaltungen bei denen u.a. 65.000 Menschen friedlich demonstriert haben.

Warum wollen Herr Han und seine Vorstandskollegen erst einen Tag vorher entscheiden, ob sie in Chemnitz antreten oder nicht? Welche Informationen braucht er noch? Warum lässt er nach dem Sicherheitsgipfel alle anderen Beteiligten drei Tage im Ungewissen?

Jetzt warten sicherlich alle total gespannt auf die Entscheidung des BAK-Vorstandes. Wie soll dann die Pressemitteilung aussehen? „BAK-Vorstand entscheidet nach Chemnitz zu kommen“. Will er dafür noch Applaus einheimsen, oder was?

Mit all diesen Forderungen sowie der Taktik des Hinhaltens hat er nur unnötig Öl ins Feuer gegossen. Womöglich torpediert er sämtlichen Anstrengungen des CFC ein sicheres Spiel zu gewährleisten. Die Chance, die Sache zu einem guten Ende zu bringen, die hat er noch. Nicht, dass sich dann wirklich noch jemand provoziert fühlt und zu einem Zwischenruf ansetzt. Oder sogar darauf hinweisen sollte, das Berlin in Sachen Kriminalität nicht gerade als Vorbild dient. Es ist ja nicht so, dass sich dort arabische Clans feindlich gegenüberstehen, mit der Folge das verletzte Mitglieder in einem unter Polizeischutz stehenden Krankenhaus behandelt werden. Von diesen Zuständen ist Chemnitz zum Glück noch weit entfernt und soll es auch bleiben. Das nur am Rande.

Herrn Han ist ja hoffentlich nicht entgangen, dass der CFC gerade an diesem Spieltag ein Zeichen für TOLERANZ – WELTOFFENHEIT – FAIRNESS setzen will. Diese Chance sollte dem Verein und den Fans nicht genommen werden. Chemnitz ist nämlich wirklich mehr bunt statt braun. Und ganz nebenbei: Diese Aktion hat auch nix mit Politik zu tun. Das sind Selbstverständlichkeiten, die in jeder Gesellschaft die Grundlage des Zusammenlebens sein sollten.

Der eigentliche Skandal wäre die Absage des Berliner AK. Das wäre nicht nur ein Bärendienst für die Fans, all jenen die für ein sicheres Spiel sorgen wollten und für den CFC, der gerade an diesem Spieltag eine Botschaft senden wollte. Herr Han und seine Kollegen sollten sich das also gründlich überlegen. Er soll lieber seine Energie darauf verschwenden, dass der Fußball zukünftig mit weniger Polizeipräsenz, also weniger Hilfe des Staates auskommt. Der Fußball kann doch seine Angelegenheiten selber regeln.

Der CFC und seine Fans stehen jedenfalls für das Spitzenspiel bereit. Dem siebten Sieg soll der Achte folgen. Zur Not auch am grünen Tisch.

By Nino

 

 

2 Kommentare zu „BAK mal kleine Brötchen!“

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