Voll auf die Sieben! Der CFC zu Gast beim VSG Altglienicke

Zum Beginn der berlinerisch-englischen Woche stand am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 zunächst ein Auswärtsspiel bei der Volkssportgemeinschaft Altglienicke für den Chemnitzer FC an, bevor der Berliner AK am 8. Spieltag an der Fischerwiese gastieren wird. Man vermutet es zumindest. Stand jetzt soll die Entscheidung hinsichtlich des Antretens der Berliner einen Tag (!) vor dem Spiel fallen. Total gespannt warten wohl alle Beteiligten darauf, ob sich die Berliner (allen voran deren Präsident) noch mehr mit Ruhm bekleckern wird oder nicht.

Die Himmelblauen haben jedenfalls ihre Fahrt ins völlig ungefährliche Berlin angetreten und standen pünktlich auf dem Rasen des Friedrich-Ludwig-Jahns Sportparks im Stadtteil Pankow. Warum es dazu nicht in Altglienicke kam, ist der Tatsache geschuldet, dass die VSG in Folge des Aufstiegs 2017 in die Regionalliga in dieses Stadion umziehen musste, da das eigene mit Kunstrasenplatz nicht den Anforderungen an die Standards der besagten Liga entsprach. So ist es dann auch für die Südost-Berliner in gewissermaßen ein Auswärtsspiel.

StadionPanorama

Zu Auswärtsspielen fahren tendenziell auch weniger Fans, was für dieses Spiel für beide Teams zutraf. Gerade einmal 1022 Zuschauer kamen ins Stadion, indem auch schon Michael Jackson 1992 im Rahmen seiner Dangerous Tour aufgetreten war. Damals ausverkauft und sicherlich in bester Stimmung, wirkten hier die Fans im weiten wie bunten Rund doch eher verloren. Auf die schätzungsweise 200 mitgereisten CFC-Fans war wie immer Verlass, die Gesänge wurden ab Minute eins angestimmt.

CFC-Fans

Diese Gesänge sorgten dann auch dafür, dass der CFC hier gefühlt ein Heimspiel hatte. Die heimischen Fans fanden ihre Erregungshöhepunkte bei der Vergabe von gelben Karten und Abseitspfiffen, ansonsten eher Totenstille. Im Gegensatz dazu feuerten die CFC-Fans die Mannschaft an und diese spielten selbstbewusst nach vorne und suchten den schnellen Abschluss. Diese Angriffsbemühungen wurden dann auch in der 11. Minute belohnt. Zwar nicht direkt aus dem Spiel heraus, sondern durch ein Foul an R. Garcia im 11meter-Raum. Folgerichtig gab es einen Elfmeter, den Kapitän D. Grote sicher verwandelte.

Grote11er

Im weiteren Spielverlauf waren die Chemnitzer Angriffsbemühungen nicht mehr ganz so zwingend. Dennoch reichten diese wiederum ein Elfmeter rauszuholen. Dem zweiten ging ein Foul an P. Itter voraus, D. Frahn verwandelte zum 2:0.

Frahn11er

2 Tore durch Elfmeter, das sieht man auch nicht so oft. So musste es dann auch soweit kommen, dass in der 45. Minute ein weiterer Treffer fiel. Ausgerechnet der Ex-Himmelblaue B. Förster traf zum 1:2 Anschlusstreffer. Dreimal darf geraten werden: Ja, durch einen Elfmeter.

Mit diesem ging es dann auch direkt in die Halbzeitpause. Diese wurde seitens des Stadionsprechers der Altglienicker für eine Live-Gesangseinlage genutzt. Nicht jedermanns Geschmack, aber er grüßte die Chemnitzer Fans und sang mit Leidenschaft. Hut ab!

HalbzeitShow

Diese Leidenschaft hätte man sich auch für die zweite Halbzeit seitens der Teams gewünscht. Das Spiel kam leider ohne wirkliche Torraumszenen aus, der Großteil des Geschehens spielte sich im Mittelfeld ab. Die Minuten verrannen und die Spannung wurde letztendlich allein durch den Spielstand aufrechterhalten. Bei aller Liebe zum Spiel, aber das war kein Einblick in die fußballerische Feinkostabteilung. Umso genüsslicher die Chemnitzer Fans, die jedes vorbeifliegende Flugzeug mit einem kräftigen „Flug-Zeug“-Ruf feierten. Und da diese im 5-Minuten-Takt ihr Ziel Tegel ansteuerten, war immer wieder für Stimmung gesorgt.

Etwas spannender wurde es dann nochmal in den letzten Spielminuten, als die Altglienicker zwar noch eine Riesenchance heraus, aber nicht erfolgreich zu Ende spielten. Auch zwei weitere Ecken blieben ohne Erfolg.

StadionAbends

So blieb es bei dem Spielstand und der CFC feierte einen eher glanzlosen 1:2 Auswärtssieg. Der Vereinsrekord wird damit weiter ausgebaut und die Himmelblauen stehen weiter unangefochten wie ein Fels in der Tabellenbrandung an der Spitze der Regionalliga Nordost. Die Mannschaft trotzt den stürmischen Zeiten und sendet sportliche Hoffnungszeichen in Richtung der Gläubiger, Sponsoren und Fans.

Abschluss

Wahrscheinlich ist der nächste Gegner der Berliner AK. Wie eingangs erwähnt, ist noch nicht endgültig entschieden, ob die Berliner auch wirklich antreten. An diesem Abend ist mir noch herzlich egal, denn zwei Dinge sind klar: Erstens: Der CFC ist als Spitzenreiter nach Berlin gekommen. Zweitens: Der CFC reist als Spitzenreiter aus Berlin ab. In diesem Sinne: Gute Fahrt, wohin auch immer.

By Nino

 

2 Kommentare zu „Voll auf die Sieben! Der CFC zu Gast beim VSG Altglienicke“

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