Himmelblaue Haltung zeigen!

kommunikation

Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Mannes am 26. August 2018 sowie daraus resultierenden extremistischen Ausschreitungen steht die Stadt Chemnitz im Mittelpunkt einer bundesweiten Debatte um Rassismus, Integration, Flüchtlingspolitik und dem Umgang mit all diesen Themen. Der Chemnitzer FC wurde in diesen Debattensumpf mit hineingezogen, u.a. nachdem bekannt wurde, dass sich die Gruppe „Kaotic Chemnitz“ an einem Aufruf zu einer Spontandemonstration beteiligt hatte. Klarstellungen und Hinweise darauf, dass es sich bei dieser Gruppe um keinen offiziellen Fanclub des CFC handelt und dieser seit 2012 zu Heim- und Auswärtsspielen des CFC ein Erscheinungsverbot hat, wurden nicht in die Berichterstattung einbezogen und führten offensichtlich auch zu Fehleinschätzungen und voreiligen Stellungnahmen (Stichwort: Berliner AK und Sicherheitskonzept.).

Der Chemnitzer FC reagierte gleich doppelt. Einer Erklärung vom „Aufsichtsrat als Gremium und der Vorsitzende des Vorstandes des Chemnitzer FC i.I., Herr Andreas Georgi“ folgte vier Stunden später der „Insolvenzverwalter, sein Team und der Chemnitzer FC“ mit einer weiteren.

Als Fan zeigt man sich da verwundert, warum eine würdevolle Kondolenz an die Hinterbliebenen und Freunde des Opfers nicht möglich ist? Wahrscheinlich ist alles noch viel komplizierter und als Außenstehender kann man sich eh kein Urteil bilden. Sei’s drum. Allein ein Blick in die aktuelle Satzung des Chemnitzer FC hätte gereicht, um wenigstens einen gemeinsamen Nenner finden zu können. In § 2 Vereinszweck Absatz 4 steht: „Der Verein ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen.“

Klar, die Protagonisten sind allesamt Juristen bzw. suchen gern juristischen Beistand und würden wohl davon abraten, aus einer nicht beschlossenen Satzung zu zitieren. Aber ein Ausflug in jenen Entwurf wäre durchaus rechtlich vertretbar gewesen. Denn da steht es sogar noch besser formuliert:

„Der Verein fördert die Funktion des Sports als verbindendes Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten. Er bietet allen, unabhängig insbesondere von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Glauben oder sexueller Orientierung, eine sportliche Heimat. Der Verein ist parteipolitisch und religiös neutral. Er spricht sich für Weltoffenheit und Toleranz sowie entschieden gegen jegliche extremistische, rassistische, verfassungs- und fremdenfeindliche Bestrebungen aus.“

Diesen Teil der Satzung würde ich sofort ohne Wenn und Aber unterschreiben. Das sind die Grundlagen aus der die himmelblaue Haltung besteht. Jeder, der was Anderes meint, der kann kein Mitglied der himmelblauen Gemeinschaft sein. Diese Haltung zu zeigen und zu leben, dazu ist herzlich aufgerufen. Die besten Gelegenheiten für die Mitglieder und Fans sind mindestens alle Spiele des CFC. Wenn der CFC dadurch mit gutem Beispiel vorangeht, dann ist mehr gewonnen und nix verloren. Der Fußball hat nun mal dieses Potential, alle Menschen verschiedenster Kulturen, Religionen, Meinungen zusammenzubringen und darin findet sich dann auch immer ein kleinster gemeinsamer Nenner, um miteinander zu reden. Dieses Potential gilt es auch zu nutzen.

By Nino

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s