Täglich grüßt die „Insolvenzmasse“ CFC

Reinigung

Vor zwei Tagen hatte ich noch die sanfte Hoffnung, dass der Chemnitzer FC keine Rolle rückwärts in die Zeiten des Chaos Fußball Club vollzieht . In Anbetracht der Entwicklungen der letzten vier Tage mit diversen Stellungnahmen vom Aufsichtsrat bis Fanszene e.V. sowie Rücktritten aus Aufsichtsrat und Ehrenrat grüßt der CFC mittlerweile täglich aus den Boulevardmedien.

Für diese ist das CFC-Chaos natürlich ein gefundenes Fressen, lässt es doch viel Spielraum für Spekulationen und dummes Geschwätz. Nicht zuletzt tragen die Beteiligten mehr oder weniger (un-)freiwillig dazu bei. Zum Beispiel ist in der Stellungnahme des Aufsichtsrats zu lesen: „…Ebenso stimmt der Aufsichtsrat mit dem Insolvenzverwalter überein, dass tatsächliche private Befindlichkeiten und Animositäten in solchen richtungsweisenden Zeiten zurück zu stehen haben.“ Dadurch festigt sich leider der Eindruck, dass das Insolvenzverfahren auch zu einem Rosenkrieg zwischen den Vereinsoberen ausgeufert ist. Insolvenzverwalter (IV) K. Siemon lässt sich beim MDR damit zitieren: „Es war die Woche der Selbstreinigung. Es wäre schön gewesen, wenn alle den Weg einvernehmlich mitgegangen wären.“ Solche Worte kann locker vom Hocker derjenige sagen, der ganz genau weiß, dass er am längeren Insolvenz-Hebel sitzt. Frei nach dem Motto „Insolvenzrecht schlägt Vereinsrecht“.

Es ist aber auch so, dass es wohl allerhöchste Zeit war, dass alles auf den Prüfstand bei den Himmelblauen kommt. Zur Wahrheit gehört ja auch, dass nicht jeder ein Fan des CFC in Chemnitz ist. Ist es daher immer zum Wohle des CFC gewesen, sich von der Stadt und seinen (ex-)städtischen Unternehmen abhängig zu machen? Die GGG könnte ihr Sponsoren-Geld auch in die Renovierung ihrer Wohnungen stecken. Oder was ist mit dem Energieversorger „eins“? Bisschen weniger Strom bezahlen, da sagt auch keiner nein. Auch die Unterstützung durch die Stadt Chemnitz könnte hinterfragt werden. Klar, ohne das Steuergeld wäre das Stadion nie gebaut worden. Aber wäre eine Unabhängigkeit von der Stadt und ihren Räten nicht auch ein Zukunftsmodell?

Was die Zukunft betrifft, so ist ohnehin die drängendere Frage, wie es denn nun mit dem CFC weitergehen soll? Welcher neue Hauptsponsor wird vom IV-Siemon aus dem Hut gezaubert? Welche weiteren Pläne hat er noch? Die Ausgliederung der Profiabteilung steht ja schon als „Zukunftsvision“ im Raum. Läuft es auf die Gretchenfrage „Sponsoren oder Investoren?“ hinaus?

In der Siemon-Stellungnahme zur Pressemitteilung von eins energie steht: „Aus Gläubigersicht ist es so, dass viele Beteiligte im Umfeld des Chemnitzer FC die Wirkungen der Insolvenzeröffnung noch nicht richtig realisiert haben. Ein „weiter so“ kann und wird es nicht geben.“ Wichtig ist es aus Gläubigersicht, dass die neuen Gegebenheiten nunmehr vom Umfeld akzeptiert werden und die bereits an vielen Stellen sehr deutlich vorangeschrittenen Restrukturierungsergebnisse unterstützt werden.“

Dass es ein „weiter so“ nicht geben kann, daran zweifelt eh keiner mehr. Also keiner mit gesundem Menschenverstand. Es geht aber um das „wie“ es weiter geht. Ruhe bewahren, abwarten und hoffen, dass IV-Siemon schon das Richtige tun wird, ist mir zu wenig. Auch wenn er schon den FSV Zwickau 1999 und den VFC Plauen 2015 durch das Insolvenzverfahren geführt hat. Ein Fußballclub, insbesondere wie der CFC, ist nämlich keine reine Insolvenzmasse, um mal in der Sprache des Insolvenzrechts zu bleiben. Der Verein lebt auch von seinen Mitgliedern und Fans, die sich einbringen und das auch noch in Zukunft wollen.

In dieser eh schon schwierigen Phase wäre also mehr Kommunikation miteinander statt gegeneinander angebracht. Überzogene Aktionen wie Haus- und Stadionverbote erwecken den Eindruck, als wenn Kriminelle am Werke wären. A. Georgi und U. Bauch sind davon weit entfernt und auch keine Kinder mehr, die Ansagen nicht verstehen würden. Akzeptanz schaffen, das geht definitiv anders.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich beim 3. Fanclub-Treffen des CFC an. Dort will sich der CFC und IV-Siemon über die aktuelle Situation austauschen und steht im persönlichen Dialog für Fragen zur Verfügung. Ob da die zweite „Woche der Selbstreinigung“ folgt?

By Nino

 

 

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