Ein Kommentar zur Trainersuche beim Chemnitzer FC

TrainerSuche

Zum Jahresbeginn 2018 wurde der Cheftrainer Horst Steffen beim Chemnitzer FC beurlaubt, nach gerade mal einem halben Jahr. Ein Abbruch ist immer auch ein Aufbruch und dieser soll mit einem neuen Trainer gelingen.

Jede Trainersuche hat ja auch immer etwas Spezielles an sich. Ich erinnere mich noch an die dilettantische Suche des DFB mit ihrer „Trainerfindungskommission“, um einen neuen Nationaltrainer zu verpflichten. Ein gewisser Jürgen Klinsmann ist es letztendlich geworden. Ein damals noch unbeschriebenes Trainerblatt, der aber mit bahnbrechenden Methoden zu Werke ging, von denen die National11 heute noch profitiert.

Nun wird heutzutage keine solche Kommission mehr ins Leben gerufen. Nicht weniger aufregend sind allerdings die medialen Begleiterscheinungen, verstärkt durch die sozialen Netzwerke. In diesen wird jeder gerade arbeitssuchende, beurlaubte oder sogar arbeitende oder längst im Ruhestand befindliche Trainer ins Spiel gebracht. Somit wird die Gerüchteküche ordentlich am brodeln gehalten und tägliche Wasserstandsmeldungen der örtlichen Medien und Interviews mit potenziellen Kandidaten werden als erste Hinweise gedeutet, dass hier sich der kommende Trainer schon mal in Stellung bringen könnte.

Und die Zeiten sind auch verrückter und schnelllebiger geworden: Wer hätte gedacht, dass Jupp Heynckes beim FC Bayern München noch mal antritt oder Peter Stöger nach einer desaströsen Hinrunde beim 1. FC Köln eine Woche später bei Borussia Dortmund das Traineramt übernimmt? Alles scheint möglich, außer vielleicht das Lothar Matthäus und Peter Neururer irgendwo noch mal auf der Trainerbank Platz nehmen.

Im Falle des CFC lief die Trainersuche nicht sonderlich anders ab. Es machten einige Namen die Runde und diese wurden von den Fans kritisch diskutiert. Von „der kann nix – Abstieg ist sicher“ bis „Interessant, mal abwarten“ war alles dabei.

Das Anforderungsprofil wurde von Sportvorstand Steffen Ziffert wie folgt umschrieben: „Er muss eine Kämpfernatur sein und unsere Baustellen, vor allem in der Defensive, beseitigen. Und er muss aus jedem einzelnen Spieler noch die paar Prozent mehr herauskitzeln, die in der Hinrunde gefehlt haben“. Also eher ein Trainer, der kein Offensivspektakel will und die Defensivarbeit als Fundament für ein erfolgreiches Spiel ansieht. Obendrein ein Trainer, der Spieler weiterentwickeln kann.

Für mich kamen da junge Trainer in Betracht. Also solche, die sogar mit dem Laptop arbeiten und ein Konzept haben. Mit der von Mehmet Scholl losgetretenen Debatte um die Zukunft des deutschen Fußballs (hier geht’s zum Kommentar) sind ja ganz neue Perspektiven und Erwartungen entstanden…

Glücklicherweise war die himmelblaue Trainersuche schon nach drei (!) Tagen beendet. So schnell wie der CFC 124.000 Euro besorgen kann, so schnell geht’s auch bei einem neuen Trainer. Hut ab, solche Entscheidungsschnelligkeit wünsche ich mir in aller Bescheidenheit auch von den Spielern auf dem Platz.

Die Wahl fiel auf David Bergner. Der ehemalige Trainer von Rot-Weiß Erfurt erhielt einen Vertrag bis zum Saisonende mit Option auf Verlängerung. Unterstützt wird er vom bisherigen Co-Trainer Ristic. Bergner kommt als neuer Hoffnungsträger, der einzig den Chexit verhindern soll: den Abstieg in die Regionalliga Nordost. Die Grundlagen dafür sollen im Wintertrainingslager in Salou (Spanien) gelegt werden. Zum ersten Punktspiel in 2018 ist der Tabellenzweite SC Paderborn zu Gast.

Möge das Glück stets mit dem CFC sein!

By Nino

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