Advent, Advent der Rasen brennt. CFC vs. FCM

rundblick

Nach dem glücklichen Heimsieg im Flutlicht-Duell vs. Rot-Weiß Erfurt (hier geht’s zum Spielbericht) keimte die himmelblaue Hoffnung auf weitere Erfolgserlebnisse auf. Doch diese wurde mit der 1:2 Niederlage im Sachsenpokal gegen den VfB Auerbach im berühmten Keim erstickt. Somit war auch die erste Chance verspielt, im nächsten Jahr wieder im DFB-Pokal antreten zu können. Und mit der zweiten Chance, über den 4.ten Platz der 3. Liga, sieht es nicht besser aus.

Nach dem Pokal-Aus folgten Niederlagen in Meppen (2:3) und zwei sog. „Sechs-Punkte-Spielen“ gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf…vs. Würzburg 0:3 und vs. Münster 0:1. Im Abstiegskampf ist das besonders bitter und in diesem befindet sich der CFC, wenn er es nicht schon früher getan hat, spätestens jetzt. Mittendrin statt nur dabei.

Und wenn der CFC nicht schon auf dem Platz für Furore sorgen kann, dann tut er es abseits des Platzes. Die mehr oder weniger überraschenden Austritte zweier Aufsichtsratsmitglieder und der Rücktritt des Präsidenten Dr. Hänel runden das Bild ab, dass der CFC sich um bitter notwendigen Umbruch befindet. Einzig positive Meldung war, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Saison 2017/2018 nachgewiesen werden konnte. Aber so viel zu diesen Schauplätzen.

Entscheidend ist immer noch auf dem Platz und auf diesem stand der Ost-Klassiker gegen den 1. FCM Magdeburg an. Der aktuell Tabellenzweite gegen den 16ten, 21 Punkte Unterschied, nach 17. Spieltagen. So gesehen sollte das eine klare Sache für die sachsen-anhaltinischen Landeshauptstädter sein, zumal auch die Leistungskurven sich klar voneinander unterscheiden. Da hilft es auch wenig, dass der FCM 1991 das letzte Mal in Chemnitz gewinnen konnte.

Oder vielleicht doch? Himmelblaue Wunder soll es ja immer wieder geben, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Meine Hoffnung war jedenfalls ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Die Niederlagen der direkten Tabellennachbarn waren dabei mit inbegriffen.

EinlaufCFCFan

Inbegriffen war diesmal zur Eintrittskarte auch ein Freigetränk von Polster.Catering. Das sorgte vor Anpfiff schon mal auf den Rängen für einen zusätzlichen Schuss gute Laune.

CFCFans

Das Spiel begann mit 10minütigen Abtasten, bis in der 11. Minute der Magdeburger C. Beck die erste Torchance verbuchen konnte. Ein paar Minuten später kam es zu der kuriosen Situation, dass in der Folge drei Chemnitzer Spieler gefoult wurden und dreimal auf „Weiterspielen“ entschieden wurde. Das nutzte wiederum C. Beck aus, der zum 1:0 für die Magdeburger einnetzte. Nach dem 0:1 verflachte das Spiel wieder auf das Niveau von Abtasten bzw. „weite Bälle schlagen“. In der 22. Minute schafften es die Magdeburger mal wieder in den Strafraum und C. Beck schob etwas überraschend zum 2:0 ein. Die CFC-Abwehr hatte zu diesem Zeitpunkt die Warnhinweise von „3 Meter Abstand“ und „Vorsicht schwenkt aus“ vorbildlich umgesetzt. Da dies aber nicht die passendsten Anweisungen für ein Fußballspiel sind, mussten die Magdeburger nachhelfen und spielten dem CFC in die Karten. Oder anders ausgedrückt. Der CFC übte endlich mal Druck aus, so dass die Magdeburger zu Fehlern gezwungen wurden. Diese nutzte dann auch gleich D. Frahn aus, der einen Querpass abfing und rechts unten zum 1:2 Anschlusstreffer einschieben konnte. „Ja wohl! So geht das!“ war die einhellige Bewertung dieser Leistung. Und weil das so einfach ging, wurde in der Folge es nochmal probiert. In der 36. Minute verpasste es allerdings B. Kluft auf F. Hansch abzulegen, so dass die Chance auf den Ausgleich leidlich verpasst wurde.

SzeneSpiel1

Und wenn man die Tore selber nicht macht, dann rächt sich das. So geschehen in der 40. Minute, in der J. Düker zum 1:3 aus der Drehung den Ball ins lange Eck kullern ließ. K. Kunz war zwar noch dran, konnt’s aber nicht verhindern. Danach sorgte einzig noch eine Aktion der Chemnitzer für Aufsehen. Ein Abpraller von (Spieler konnte leider nicht ermittelt werden) entwickelte einen dermaßen großen Drall, dass der Ball über die Südtribüne flog.

Danach ging es mit einem ernüchternden 1:3 in die Halbzeitpause, welche zum weiteren Nachschub für gute Laune wiederholt genutzt wurde.

Die zweite Halbzeit entwickelte sich weniger spannend. Allein #Fußballgott D. Frahn sorgte für Gesprächsstoff. Einerseits war die Frage, wie oft er noch gefoult werden sollte, um endlich irgendeinem Magdeburger die Gelbe Karte zeigen zu können und anderseits wann er Gelb für Meckern bekommen sollte. Ein Balance-Akt der besonderen Art.

SzeneSpiel2

So ergab sich dann auch die Gelegenheit, sich den Magdeburger Fans zu widmen. Diese, das muss man ihnen lassen, wussten sich über die gesamten 90 Minuten mit Gesängen und eingeübten Sitz-und Steheinlagen zu beschäftigen. Weiteren Jubel konnten sie dabei nicht einbauen, da D. Frahn mit einem sehenswerten Hackentor den 2:3 Anschlusstreffer markierte. Leider beteiligten sich im Weiteren die Magdeburger nur noch mit gekonnten Ball-halten am Spiel, was dazu führte, dass es bei der 2:3 Niederlage blieb.

MDFans

So haben es die Magdeburger nach 26 Jahren mal wieder geschafft, den CFC zu Hause zu besiegen. Nunja, die Vorzeichen standen wahrscheinlich auch noch nie so gut, dass diese Serie für den FCM beendet werden konnte.

Für den CFC geht die sportliche Talfahrt weiter. Der nächste Gegner ist Hansa Rostock. Die Rostocker haben gerade ordentlich Oberwasser, da wird es für den CFC schwer, nicht unterzugehen. Zum letzten Hinrunden-Spiel geht es dann zum FSV Zwickau. Die stehen, Dank eines 1:1 gegen Fortuna Köln, auf dem 17. Tabellenrang. Dicht gefolgt vom CFC auf dem 18.Rang mit weiterhin 16 Punkten. Der Rückrundenauftakt ist also schon wieder ein sog. „6-Punkte-Spiel“.

Die Hoffnung auf ein versöhnliches Ende 2017 und einen erfreulichen Start 2018 besteht auch nach diesem Spiel. Ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Es sind wirklich bescheidene, himmelblaue Zeiten.

By Nino

 

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