Chemnitzer FC vs. FC Rot-Weiß Erfurt

Premiere, Premiere! Seit dem Blog zur WM 2014 schreiben wir, Baba und Nino, über Dies und Das im weltweiten Fußballgeschehen. Wir freuen uns, dass wir nun erstmalig einen Gastbeitrag veröffentlichen können. Der Blogger Chasing hat sich dem Spiel Chemnitzer FC vs. Rot-Weiß Erfurt und hier insbesondere dem Support der Ultras gewidmet. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Chemnitzer FC vs. FC Rot Weiß Erfurt

An diesem Wochenende musste ich leider auf das Spiel meines Herzensvereins verzichten. Dafür aber besuchte ich am Freitagabend ein kleines Ost-Duell unter Flutlicht. Der Einladung meines Chefs folgend, machte ich mich gemeinsam mit seinem Sohn auf den Weg nach Sachsen, genauer gesagt nach Chemnitz. Hier galt es, Berufliches mit einem hoffentlich interessanten Fußballspiel zu verbinden. Doch genug davon.

Die „Community4you ARENA“ in der Chemnitzer Gellertstraße füllte sich nur sehr langsam und die jeweiligen Fanlager schienen ziemlich unbeeindruckt von der Gegenseite zu sein. Zur Stadionhymne deutete sich eine kleine Schalparade an, doch im Stadionrund, wie auch auf der Südtribüne gelang dies nicht flächendeckend. Aufgrund der spärlichen Mitmachquote blieben viele Lücken. Erst beim Einlaufen der Spieler erwachte nun auch der Gästeblock, der mit 1000 Schlachtenbummlern doch recht ordentlich gefüllt war.

Mein Interesse galt vor allem der Südtribüne, da diese nach einem Zwischenfall auf dem Heimweg des Auswärtsspieles bei Wehen Wiesbaden eine kleine Umstrukturierung hatte vornehmen müssen. Seitdem wird diese nur noch von einer Ultra-Gruppe angeführt. Da die „Ultras Chemnitz“ somit den alleinigen Führungsanspruch stellt, war ich gespannt, wie der Support der Gastgeber ausfallen würde.

„ULTRAS“ – schlicht in Weiß auf schwarzem Hintergrund bildete das Herzstück der Beflaggung der Südtribüne. An den Seiten waren außerdem weitere Gruppenfahnen angebracht, was für ein einfaches, aber dennoch gut gefülltes und schickes Gesamtbild sorgte. Die Mitte des Blocks legte ebenso einen guten, engagierten und beherzten Auftritt hin, wobei es allerdings schwer schien, die gesamte Südtribüne am Support zu beteiligen. Hier besteht mit Sicherheit noch viel Luft nach oben. Ebenfalls viel Potenzial sehe ich in punkto Schal und Schalparaden, denn hier könnte die Südtribüne als geschlossene Formation optisch noch sehr viel bessere Akzente setzen.

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Der Einsatz der Schwenkfahnen und Doppelhalter war ebenfalls sehr simpel gehalten und beschränkte sich auf einige wenige mit Bezug zu alten FC Karl Marx Stadt Zeiten. Der Farbeinsatz dabei ist geprägt von Blau-Weiß und Himmelblau. Somit ist der optische Gesamtauftritt der Chemnitzer als mager zu bewerten und auch akustisch gelang es ihnen nicht, mit den Gästefans mitzuhalten. Dies bringt mich zum Auftritt der Gäste aus der thüringischen Landeshauptstadt.

Etwa 45 Minuten vor Anpfiff war der Gästeblock nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt. Zu Spielbeginn war der Eckblock dann jedoch prall besetzt und der couragierte, laute und gut koordinierte akustische Support der mitgereisten RWE-Anhänger begann. Angeführt wurde die Fangemeinschaft der „Steigerwaldkurve“ von den „Erfordia Ultras“. Diese lieferten mit schlichter Zaunbeflaggung sowie drei bis vier Schwenkfahnen, jedoch ohne Doppelhalter eine gute Performance ab. Optisch war der Gästeblock vor allem durch die Farbe Schwarz geprägt. Die Mehrheit der Schlachtenbummler war eher schlicht gekleidet und von dem zu erwartenden „Rot-Weiß“ war nichts zu sehen.

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Was mir am meisten imponierte, war definitiv die Mitmachquote der Gäste, da mindestens der halbe Block die gesamte Zeit über mit voller Motivation supportete. Immer wieder war auch der komplette Block beteiligt. Was die Lautstärke betrifft, so konnten die Chemnitzer nicht mit ihren Rivalen mithalten. Melodische Lieder im Wechsel mit lauten Anfeuerungen sorgten für eine gute akustische Stimmung der Gäste. Auch das späte 1:0 und somit Endstand der Gastgeber konnte für keinen Stimmungsabbruch sorgen. In den letzten Minuten gab die Gastmannschaft noch einmal alles, um wenigstens mit einem Punkt aus dem Spiel hervorzugehen. Der unermüdliche Support der Gäste reichte dem RWE jedoch leider nicht und so musste der Verein die Heimreise ohne Punkte antreten.

Alles in allem blieb der Spieltag ruhig. Auch der Derbycharakter blieb gänzlich aus, obwohl dies vor dieser Partie noch groß vom Stadionsprecher angekündigt worden war.  Beide Fanlager beschränkten sich auf den Support der eigenen Mannschaft, sodass Spruchbänder oder Dergleichen völlig ausblieben. Dass der CFC Probleme damit hat, die Zuschauer in Chemnitz anzuziehen, merkte man auch an diesem Abend. Trotzdem sahen sich an diesem Abend rund 7.000 Zuschauer das Spiel vor Ort an.

Das Ergebnis ist mit 1:0 völlig in Ordnung und ist dem Spielverlauf gerecht, wobei zu sagen ist, dass die Erfurter einen ihrer besseren Auswärtsauftritte hinlegten. Für sie wird dies vermutlich die schwierigste Drittliga-Saison seit Gründung, weshalb zu erwarten ist, dass sie am Ende gegen den Abstieg anspielen werden müssen. Letztlich bleibt die „Community4you ARENA“ als schickes und modernes Fußballstadion zu loben, weshalb ein Besuch der Spiele auch immer zu empfehlen ist. Die „Ultras Chemnitz“ und die Südtribüne haben noch einen weiten Weg vor sich, aber nach der Auflösung zweier anderer Gruppen kann man die Bildung einer neuen, großen Einheit sicher nicht über Nacht erwarten.

By Chasing

 

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