Nachruf zum Hamburger Sportverein – HSV

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Ja er ist von uns gegangen. Der große und mächtige HSV ist nicht mehr unter uns.

Sehr geehrte Damen und Herren wir haben uns hier und heute zusammengefunden, um den HSV endgültig zu Grabe zu tragen. Legenden sterben nie, doch diese Legende ist schon lange alt, krank und entschlafen.

Der HSV wurde am 29. September 1887 als SC Germania geboren und als Hamburger SV am 2. Juni 1919 vor 97 Jahren aus der Taufe gehoben.

Gestorben ist der Verein irgendwann in den letzten paar Jahren. Aufgrund gewisser Umstände ist es uns nicht möglich ein eindeutiges Todesdatum zu benennen, da der Komapatient schon zu lange nicht mehr in der Lage war, irgendwelchen Einfluss auf das tägliche Fußballgeschäft zu nehmen.

Es war ein schleichender Prozess, der die sogenannten Rothosen aus dem Leben drang. Künstlich am Leben erhalten durch zahlreiche Interventionen des Totengräbers Kühne und sportlich zweimal am Rande der Bundesliga Existenz vorbeigeschrammt, bleibt uns das Geschaffene des HSV, der uns vor ewigen Zeiten auch begeisterte. Dabei reden wir hier nicht vom kurzen Aufblühen in der Europa-League oder an den Stoffdino oder Lotto King Carl, NEIN das kam alles als es schon viel zu spät war.

Wir erinnern uns gerne an die Jahre 1973 bis Mitte der 80er Jahre, mit der Krönung des Gewinns des Pokals der Landesmeister, dem Vorläufer der Championsleague 1983. Diese Zeit bleibt unvergessen und wir sprechen mit Ehrfurcht von diesen Jahren als wirklich jeder Fußballfan in Europa den HSV kannte und respektvoll schätzte.

Doch diese Leistungen, Erfolge und schönen Zeiten sind lange her und es hatte immer mehr den Anschein, dass der HSV in den letzten 30 Jahren von den Erfolgen zehrte und sich dennoch als internationales Schwergewicht sah, obwohl es ihm nicht gelang diese Erfolge auch nur annährend zu wiederholen.

Ein Trainer folgte auf den nächsten und vor allem das Management und der Führungszirkel entpuppten sich als größtes Hindernis, dem Sterbenden Heilung und Revitalisierung zukommen zu lassen. Doch der Patient HSV war längst abhängig von Menschen deren eigener Vorteil längst über das des Patienten und dessen Anhänger ging und damit war der schleichende Tod besiegelt.

Nach Außen wurde zwar oft versucht mit spontanen Interventionen dem Patienten HSV Leben einzuhauchen, doch das Umfeld und die Führung ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass niemandem wirklich an der Gesundung des Patienten gelegen war. So wurden im Umfeld Spaßfußballer wie van der Vaart mit ehrlich arbeitenden Hausfrauen als Heilsbringer gefeiert, nur um diese dann auch wieder abzuschieben. Aber all dies waren nur Symptome der Krankheiten, an der der HSV letztlich zu Grunde ging. Die Krankheiten hießen Geltungssucht, Größenwahn, gepaart mit zu viel finanziellen Mitteln und fußballerischer Unkenntnis. Diese Hybris ließ ein Führungsumfeld entstehen, welches nicht nur gegeneinander und für die Bildzeitung arbeitete, sondern in erster Linie schadhaft für den Patienten HSV war.

So kam es wie es kommen musste und der HSV siechte dahin. Wir können zwar noch seine sterblichen Überreste sehen – manchmal – aber auch das grenzt eher an Leichenfledderei.

Also bitte meine Damen und Herren erheben sie sich für das letzte Bundesliga Geleit für den HSV. Verabschieden sie das Gründungsmitglied der Bundesliga ehrenvoll, solange es noch möglich ist.

HSV wir danken dir für U. Seeler, Tradition, Erfolge von vorgestern und als schlechtes Beispiel für Missmanagement, Eitelkeit und Intriganz.

Wir trauern mit den HSV-Fans und hoffen, dass diese in der Lage sein werden die Verantwortlichen für den Tod des HSV abzustrafen und eine neue Liebe zu finden.

Mein Herzliches Beileid,

Möge der HSV Frieden finden und seine Anhänger Trost.

Ihr Pfr. Baba

6 Kommentare zu „Nachruf zum Hamburger Sportverein – HSV“

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