Traditionsvereine vs. Plastikclubs Teil 2

laterne

Im ersten Teil von „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“ habe ich mich am Parade-Beispiel des schlechten Traditionsvereins [Trommelwirbel] dem Hamburger SV… abgearbeitet. Seitdem hat sich am Zustand des HSV nicht viel geändert, zum Stand des 9ten Spieltages in der Fußball-Bundesliga stehen 1 Trainerwechsel, 2 Tore und 3 Platzverweise zu Buche. 30 Mäzen-Kühne-Millionen wurden in der Sommertransferperiode ausgegeben #FunFact. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil des grassierenden Transferwahnsinns (Teil 1 und Teil 2).

Nun soll sich jedoch der Ball um das erklärte Feindbild der Traditionsvereine drehen, um die Plastikclubs. Wieder gebe ich diesen Begriff in einer unbekannten Suchmaschine ein und erhalte ungefähr 24.500 Ergebnisse. Im Gegensatz zu den 397.000 Ergebnissen bei „Traditionsverein“ sind das ganz schön wenig. 1:0 für die Tradition.

Auch die Gruppe der Plastikclubs ist eher überschaubar. Am Rande der Fußballgesellschaft tummeln sich die Werksklubs Bayer 04 Leverkusen und VfL Wolfsburg, die TSG Hoffenheim, der „Brauseclub“ RasenBallsport Leipzig und auch ein bisschen der FC Ingolstadt, der vom Hauptsponsor Audi unterstützt wird. Warum also eigentlich dieses ganze Bohei um fünf von 56 Profivereinen? Das sind nach Adam Riese gerade mal 8,9%. Statistisch gesehen nicht viel. Als Zündstoff für hochkochende Emotionen sorgen diese Clubs dennoch.

Für die einen geht es um Tradition, Werte und auch die Liebe zu einem Verein. Für die anderen geht es um das schadhafte Anhäufen von Money Money Money, der Verein als Marketinginstrument #RedBull oder als Ansammlung von Legionären. Es geht also um viel mehr als nur um das runde Leder und die Geschichten die rundherum geschrieben werden. Mit Baba habe ich mich schon vor Jahren darüber unterhalten, gern möchte ich ihn hier zitieren: „Zu Wolfsburg könnte man noch schreiben, das Geld doch Tore schießt und/oder die Stadt wahnsinnig unattraktiv ist und der Club immer noch riesige Imageprobleme hat, eben auch so ein Plastikclub ist. Wegen den vielen Söldnern, und der unmöglichen Identifikation mit dem Dorf Wolfsburg hat der Club schon immer ein Problem mit mangelnder Leidenschaft. Seit Roy Präger gab es keinen Sympathieträger, nur überbezahlte Scheißlegionäre, die den ersten Weg raus genommen haben.“ Dies entspricht auch so gut wie dem aktuellen Bild des VfL, da haben die Vizemeisterschaft und der Pokalsieg 2015 nicht viel ändern können.

Nach dem Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Liga und dem zum Stand des neunten Spieltages zweiten Tabellenrang wird die Diskussion der Traditionsvereine vs. Plastikclubs weiterhin in alle Richtungen geführt. Denn einerseits fehlt es den Traditionalisten an der fehlenden Ignoranz für RB Leipzig , andererseits sollten doch alle Fußballfans den „Bullen“ dankbar für die Polarisierung sein (Teil 1 und Teil 2).

Für den Moment kommt mir wieder der Spruch von #GeorgeBernardShaw ins Gedächtnis: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“

Was gilt es also zu tun? Sich an der Laterne festhalten oder den beleuchteten Weg nutzen? Einige der Traditionalisten wollen offensichtlich Letzteres tun. Die Clubs Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, VfB Stuttgart, Hamburger SV, 1. FC Köln und Hertha BSC haben sich zum „Team Marktwert“ zusammengeschlossen. Ziel ist es höhere Fernseheinnahmen für die sogenannten Traditionsvereine zu generieren. Bislang gibt es für jeden Verein der 1. und 2. Bundesliga einen festen Sockelbetrag sowie weiteres Geld abhängig davon, welchen Tabellenplatz der jeweilige Klub in den vergangenen fünf Jahren belegt hat.

Diesen beiden Säulen soll eine weitere hinzufügt werden. In einer gemeinsamen Pressemitteilung wurde erklärt, dass auch der Marktwert eines Klubs berücksichtigt werden soll: „Dieser Marktwert kann sich aus objektiven Kennzahlen wie Fanbasis, Beliebtheit, Bekanntheit, TV-Reichweite und Interaktionsraten in Social Media errechnen. So sollte beispielsweise eine große, leidenschaftliche Fangemeinde als Wert im TV-Ranking Berücksichtigung finden – denn sie führt zu höheren Einschaltquoten und einer größeren Wahrnehmung der Gesamtmarke Bundesliga in der Öffentlichkeit.“

Bei den sog. Plastikclubs fand diese Idee, oh Wunder, wenig Begeisterung. Denn RB Leipzig’s Reichweite überschreitet ja jetzt schon die vieler Traditionsmannschaften und die von Wolfsburg und Vizekusen ohnehin.

Ist das nun der Weg des Klugen oder eher ein Eigentor der Initiatoren? Antworten dazu und warum RB auch kein normaler Plastikclub ist, wollen wir im Teil 3 von „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“ finden…

By Nino

2 Kommentare zu „Traditionsvereine vs. Plastikclubs Teil 2“

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