Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 1

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Mit dem Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Fußball-Bundesliga hat die Debatte um Traditionsclubs vs. Plastikclubs so richtig an Fahrt aufgenommen. Nino’s letzter Beitrag war dazu der Kommentar über die fehlende Ignoranz für RB Leipzig. Je länger wir uns die Geschehnisse rund um die 1. Liga-Spiele von RB beobachte, umso mehr sind wir der Meinung, dass alle Sportmedien, Fußball-Vereine und Fans dem Projekt RB Leipzig dankbar sein sollten! Dankbar sollte die Sportjournaille dafür sein, dass sie ein Dauerbrenner-Thema haben. Dankbar sollten die Fußball-Vereine dafür sein, dass sie einen neuen Konkurrenten und die Gelegenheit haben, sich mit ihrer eigenen Identität auseinanderzusetzen. Dankbar sollten die gegnerischen Fans sein, dass sie ein neues und/oder weiteres „Feindbild“ haben, dass man immer wieder vorführen und sich neue Protest-Formen ausdenken kann (gewaltfreie bitte schön!).

Allzu oft wird doch über die Langeweile in der 1. Bundesliga gemeckert, über die Probleme der Traditionsvereine gejammert #FrüherWarAllesBesser und die Kommerzialisierung des Fußballs im Allgemeinen beklagt. Dabei geht es doch hauptsächlich beim Fußball um zwei Dinge: Erstens: „Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen wie es ausgeht.“ #SeppHerberger. Zweitens: Der Fußball schreibt Geschichten. RB Leipzig schreibt gerade ganz viele Geschichten. Seine eigene und wie alle anderen Vereine damit umgehen!

Das verdeutlichen die bisherigen Proteste zu den 1. Liga-Spielen von RB. In Hoffenheim begegnete man der Thematik mit viel Selbstironie „Den Fußball zerstört nur einer. Hoffe uns sonst keiner.“ Beim ersten Heimspiel lief der Boykott-Aufruf der BVB-Ultra-Gruppe The Unity weitgehend ins Leere; es wurden alle Auswärtskarten in Leipzig verkauft. In Hamburg wurde im Vorfeld des Spiels ein Protestmarsch organisiert, bei dem ehrlicherweise auch der eigene Investor/Gönner/Mäzen #Kühne kritisiert wurde. Die Fans der Gladbacher Borussia schwiegen bis zur 19. Minute, in Anspielung auf das Gründungsdatum 1900 und der damit einhergehenden langen Tradition (!?) des Vereins. Bisheriger Höhepunkt war die Sitzblockade einiger 100 Kölner Fans, die die Tiefgaragen-Einfahrt des Gästeparkplatzes versperrten, somit die Ankunft des Mannschaftsbusses von RB verzögerten und einen verspäteten Anpfiff von 15min erreichten. Diese Auflistung, das ist so sicher wie der nächste Meistertitel des FCB, wird um einige Aktionen bereichert werden, gewaltfreie…da wiederholen wir uns gerne!

All diese Aktionen haben auch bisher zur erhöhten Schlagzahl der Berichterstattung in den üblich verdächtigen Sportmedien geführt. Jeder Protest wurde angekündigt, Zuschauer/Leser befragt und die Ergebnisse kommentiert. Alles sicherlich nicht immer um der Berichterstattung willens, sondern für noch mehr Klicks, Zuschauer, Zuhörer und verkaufte Magazin-Exemplare.

Nun drängt sich die Frage auf: Was soll das Alles? Was wollen die Gegner von RB Leipzig? Die Antwort lautet sicherlich nicht: Ma-o-am!!!

Es ist zu einfach (und zu spät), sich über das Zustandekommen des Vereins RasenBallsport Leipzig e.V. aufzuregen. Es ist zu einfach, ständig darauf hinzuweisen, dass ein Getränkehersteller der Hauptsponsor ist und alle bestehenden Regularien des DFB auf ihre weitgehendste Interpretation ausgereizt wurden. Für all das ist der DFB zuständig. Sollte daher nicht der Spieler, sondern das Spiel kritisiert werden? Jeder Verein wurde irgendwann mal gegründet, hat irgendeinen Hauptsponsor und hat sich an die Regeln des DFB zu halten. Im Fußball geht es schon lange nicht mehr nur um #TheBeautifulGame, sondern auch um Erfolg, Geld und Marketing. RB Leipzig perfektioniert nun eben dieses ganze Gemisch. Vor allem vor dem Hintergrund ob man einen Werbesponsor hat oder als Verein ein Werbesponsor ist?

All diese Punkte sollten für jeden Fußball-Verein und Fan Anlass sein, darüber nachzudenken, ob RB nicht die willkommene Abwechslung sein kann, die an den alten Strukturen rüttelt und dazu anregt, dass eingefahrene Systems zu überdenken. Und vielleicht auch dazu beiträgt, dass die Dominanz von nur einem Verein #FCBayernMünchen gebrochen wird. Dazu mehr im zweiten Teil!

By Baba&Nino

5 Kommentare zu „Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 1“

  1. Super Artikel, absolut lesenswert. Ich finde auch, man sollte RBL als „gesunden Konkurrenten“ sehen, der die Liga bereichert. Fußball entwickelt sich nun mal, wie so vieles im Leben weiter, sei es in eine positive oder negative Richtung – völlig subjektiv zu sehen. Marketing, Medienmanagement etc. spielt eine immer größere Rolle. RBL hat dies erkannt und gut umgesetzt. Auch der sportliche Erfolg ist, Stand jetzt, vorhanden. Also über was bitteschön aufregen, liebe Leipzig-Hater?!

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