Finale ohohh! Ein Kommentar zu #PORFRA

europameister2016

Ich erinnere mich noch gut an das letzte EM-Finale zwischen Spanien und Italien 2012. Baba und ich waren gefrustet vom deutschen 1/2Final-Aus gegen Italien. Das Endspiel wollten wir dennoch irgendwie verfolgen. Ich lud ein Bild auf Facebook hoch und wir kommentierten die Geschehnisse auf dem Kiew’er Rasen. Ganze 221 Kommentare sind zusammengekommen. Diese Aktion kann als Geburtsstunde des WM-Blogs 2014 gelten, der mit seiner schönen Tochter thebeautifulgameblog.com fortgeführt wird. Soviel zur Vergangenheit.

Nun haben wir die EURO 2016 vorzugsweise aus deutscher Sicht begleitet, die Gruppenphase (1:0 vs. Ukraine, 0:0 Polen, 2:0 Nordirland), das erste K.O. Spiel gegen die Slowakei, der Klassiker gegen Italien. Im Halbfinale verlor die Nationalelf gegen Gastgeber Frankreich mit 0:2.

Auch haben wir uns viele Fragen im Vorfeld gestellt (siehe Teil 1, siehe Teil 2, siehe Teil 3). Die hoch seriöse Beantwortung dieser Fragen kann selbstverständlich erst mit dem letzten Spiel der EURO erfolgen.

Die Frage des Sonntags war nun: Wie schaut man solch ein Spiel, so ganz ohne deutsche Beteiligung? In den drei Tippgruppen habe ich jedenfalls zweimal auf den Sieg Portugals und einmal auf den Sieg Frankreichs getippt. Die Bonus-Punkte für Deutschland als Europameister waren eh futsch. Jetzt hieß es: Plätze sichern, im besten Fall noch einen weiteren Podest-Platz ertippen. Ansonsten war die Hoffnung eine ganz bescheidene: ein spannendes-würdiges-fußballerisch-begeisterndes Final-Spiel möge es bitte werden.

Mit Portugal stand eine Mannschaft auf dem Platz die bisher kein Spiel verloren hat, allerdings mehr Remis als Siege nach 90 Minuten. Der neue EM-Modus macht’s möglich. Die Franzosen haben ihre Gruppenphase souverän überstanden. Mit dem Sieg über Weltmeister Deutschland wurde ihnen die Prinzenrolle zugeschrieben.

Dementsprechend begannen die Franzosen ähnlich offensiv wie im Halbfinale vs. GER, die Portugiesen hielten sich zunächst routiniert zurück. Der erste Höhepunkt war leider nicht fußballerischer Natur. Cristiano Ronaldo wurde vom Franzmann Dimitri Payet in der 17. Minute rüde attackiert. Für ihn blieb diese Aktion erstaunlicherweise gelb-los. CR7 hingegen versuchte minutenlang mit der Medizinabteilung die Behandlung so zu gestalten, dass ein Weiterspielen möglich ist. Trotz aller Bemühungen war seine Auswechslung in der 24. Minute unumgänglich. Was für ein Drama für den Superstar, dass sich dieses Finale, der vielleicht letzten Chance auf einen Titel mit der Nationalmannschaft, seiner Einflussnahme entzog.

In der Halbzeitpause schaffte es stern.de tatsächlich die „besten Twitter-Reaktionen“ zu Ronaldo’s Aus zusammenzustellen und diese per Push-Nachricht anzupreisen. Was muss das für ne arme Redaktions-Wurst sein, bei einem solchen Spiel das ach so angebliche „soziale Netzwerk“ Twitter nach Kommentaren zu durchforsten, um diese dann schnellstmöglich zu veröffentlichen? Die EM-Berichterstattung OHV wieder am tänzeln…an der untersten Latte im Niveau-Limbo.

Die zweiten 45. Minuten gestalteten sich ähnlich wie die ersten. Die Franzosen suchten ihr Heil in der Offensive, doch umso öfter scheiterten sie auch am starken Torhüter Rui Patrício. Folglich schlich sich diese alte Fußballer-Weisheit ins Gedächtnis: „Wenn du vorne keinen machst, darfst du hinten keinen kriegen“. Gut für #FRA, dass diese Weisheit #POR nicht geläufig ist und sich auf die Verteidigung des 0:0 konzentrierte.

Mit zunehmender Spielzeit kamen noch die Gedanken eine Verlängerung und 11er-Schießen dazu. Dieses wollten die Franzosen tunlichst vermeiden und ließen nix unversucht, um Portugals-Abwehr zu überwinden. Leidiger Höhepunkt der Offensivbemühungen ereignete sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Der eingewechselte André-Pierre Gignac schoss den Ball aus kurzer Distanz lediglich gegen den Torpfosten.

Nun also zweimal 15 Minuten on top. Ab der 104. Minute konzentrierten sich dann auch die Iberer etwas mehr auf die Offensive. Sogleich erspielten sie sich in dieser die zweite (!) Tor-Chance. Einmal damit angefangen nahm sich in der 109. Minute der eingewechselte Éder sein Fußballer-Herz in die Hand und zog aus der Mitteldistanz einfach mal ab. Ein Schuss. Ein Tor. Tortugal. 1:0…Jubel, Trubel, Heiterkeit einerseits, andererseits: Trauer, hängende Köpfe, Schock. Von diesem erholten sich die Franzosen nicht mehr, es blieb beim 1:0 n.V. Parabéns a Portugal. Europameister 2016.

Ich gestehe, dass ich Portugal nicht als Favoriten, geschweige denn Geheimtipp „auf dem Tipp-Zettel“ hatte. Dabei hatte Trainer Santos vor dem Beginn der EM auf die Frage nach dem Titel geantwortet: „Ihn nicht zu gewinnen, wäre eine Enttäuschung“. So offensiv diese Ansage, so offensiv spielte auch die Mannschaft. Zitat des Instituts für Spielanalyse: Die schießwütigste Mannschaft der EM? Europameister Portugal! Insgesamt gaben Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen 112 Torschüsse ab. Statistik hin oder her: Portugal ist verdient Europameister 2016. Wer anderer Meinung ist, hat den Fußball nie geliebt 😉

Das Finalspiel war ein spannendes, sicherlich kein „fußballerischer Leckerbissen“. Die Hoffnungen wurden daher nur halb erfüllt. Hingegen hat sich durch diese EM einiges Anderes erledigt: Deutschland hat seinen Italien-Fluch beendet, Frankreich hat seinen Deutschland-Fluch beendet. Zu guter Letzt haben sie sich als guter Gastgeber erwiesen und den Pokal den Portugiesen „überlassen“. Somit hat auch Ronaldo nun seinen großen Titel mit der Nationalmannschaft. Dürften doch alle happy sein oder nicht? Mit der Beantwortung unsere EM-Fragen kommen wir vielleicht der Wahrheit etwas näher…

By Nino

 

 

 

3 Kommentare zu „Finale ohohh! Ein Kommentar zu #PORFRA“

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