The Fight of the Tiger…Kommentar zu Stefan Effenberg beim SC Paderborn.

EffenbergFrisur

Nach der 0:4 Heimpleite gegen den zweiten FCK des Landes…aus #Kaiserslautern und dem damit 11.ten Spiel ohne Sieg in Folge standen alle Zeichen auf eine Trennung von Trainer Stefan Effenberg und dem SC Paderborn. Das Ostwestfalen-Derby gegen Arminia Bielefeld wurde zum Endspiel ausgerufen. Dieses endete zwei zu zwei unentschieden. SC-Präsident Finke sprach Effe überraschenderweise eine Jobgarantie aus. Ach, wie ich dieses Wort mag. Es wird vor allem in Vereinen von unruhigen Präsidenten oder Aufsichtsratsbossen benutzt #Hamburg #Stuttgart #Schalke. Es ist das Merkel’sche „Sie haben mein volles Vertrauen“. Auch die folgende Niederlage gegen den Tabellenführer aus Leipzig führte zu keiner Entlassung. Nun müssen die Sprüche auf Kosten des „Tigers“…zahnloser Tiger…der Tiger brüllt nicht mehr…der Tiger ohne Biss…dem Tiger wurden die Krallen gestutzt, eben warten. Jetzt heißt es: Der Tiger kämpft. Er kämpft verbissen um den Verbleib in Paderborn. Schwierige Zeiten für den Trainer-Novizen Effenberg.

Dabei begann die Beziehung zwischen ihm und dem SC doch soooo harmonisch. Beim ersten Date traf er sich noch allein mit dem Geschäftsführer Sport Micha Born. Für das zweite Date verabredeten sie sich direkt auf Mallorca, im Haus von Präsident Wilfried Finke, der gleichermaßen dem Charme von Effe erlag. „Die Chemie passt!“ war das Resümee des, vielleicht 11-Minütigen, Kennenlernens. Zack-fertig war sie, die zweitklassige Trainer-Sensation. Dass es für Effenberg die erste Trainer-Station ist, war für die Verantwortlichen kein Problem … „Effenberg hat einen großen Erfahrungsschatz. Er weiß mit der Situation umzugehen.“

In der Tat. Als Profi-Spieler absolvierte er 370 Bundesliga-Spieler. Zunächst spielte er in Mönchengladbach, dann beim FC Bayern München, dem folgte ein Abstecher zum AC Florenz, worauf die Rückkehr zu Mönchengladbach und anschließend wiederum zu den Bayern folgte. Zum Ende seiner Karriere erhielt er noch hochdotierte Verträge beim VfL Wolfsburg und zu guter Letzt beim Al-Arabi Sports Club in Katar. Er hat u.a. mit dem FCB, neben drei Meisterschaften, auch die Champions-League 2001 gewonnen. Ein Winner-Typ durch und durch.

Nach seiner aktiven Laufbahn spielte Effe auf anderem Terrain. Hier mal eine „Suff-Fahrt“, da mal eine Pöbelei gegenüber Polizisten und immer dabei: seine Frau Claudia. Oder besser gesagt: Knutschi-Knutschi-Claudia, die keine Gelegenheit auslässt, schambefreit dem Stefan ihre Zunge mehr als ungelenk in seinen Hals zu verlegen. Was tut sie nicht alles für den Aufstieg in die C-Prominenz-Liga. Da er zu aktiven Zeiten schon immer einen Spruch auf den Lippen hatte #FreundeDerSonne verschlug es ihn auch in die TV-Experten-Branche, vornehmlich im bezahlten Fernsehen.

Dieser Seitensprung verhalf ihm auch zu einem durchaus sympathischen Einstieg in Paderborn. Denn die Medien stürzten sich begierig auf dieses Trainer-Experiment. Frei nach dem Sprichwort „Gib dem Affen Zucker“ verteilte er auf seiner 1. Pressekonferenz mit „I am the new one“ den passenden Bonbon. Nun ist Effe, der auch schon #AufSchalke gehandelt wurde, sicherlich dankbar gewesen, diese Chance zu bekommen. Er wollte nicht enden wie sein alter Hass-Buddy Loddar Matthäus, der noch vergeblich auf den ersten BL-Trainer Job wartet (und das noch eine Weile tun wird.).

Undankbar war allerdings der Zeitpunkt für den Trainer-Neuling. 7 Punkte aus 10 Spielen, 15. Tabellenplatz und die Angst, direkt von der 1. Liga in die 3. durchgereicht zu werden. Aber diese sollte nicht größer werden, denn seit Baba wissen wir wo die Party steigt. Ein Typ wie Effe liebt jedoch solche Herausforderungen. Schließlich ist Paderborn auch eine TOP-Adresse für Anfänger-Trainer. Damit kann er nur gewinnen, ohne jeden Zweifel…schließlich bin ich es, wirklich.

Dabei kommen bei ihm wohl auch keine Zweifel auf. Gestartet mit zwei Siegen gegen Eintracht Braunschweig und den 1. FC Union Berlin, folgten nur noch Unentschieden oder Niederlagen. In der Winterpause kam es dann zur ersten Bewährungsprobe, die nicht ursächlich mit dem Geschehen auf dem Rasen zu tun hatte:

Zum Ende des Winter-Trainingslagers im türkischen Belek ereignete sich ein Vorfall, der mit freundlicher Unterstützung der BLÖD zur „Penis-Affäre“ hochgeschrieben wurde. Der Spieler Proschewitz hatte sich am Abschlussabend im angetrunkenen Zustand vor Mitspielern entblößt. Ob vorderseitig und hinterseitig oder nur eins von beiden, darüber gehen die Medien-Berichte auseinander. So oder so war es ein Fehler, keine Frage…zumal er in der Lobby eines Hotels stattfand.

Jedoch wurden zu den Mitspielern noch die Mitarbeiterin einer Agentur geschrieben, die durch diese Aktion sexuell belästigt worden sein soll. Diese wiederum wies in einem Interview darauf hin, dass sie zu „keinem Zeitpunkt“ belästigt worden ist … „belästigt hat mich erst die falsche Berichterstattung“. Da war es aber schon zu spät, der Entblößer wurde zum Entlassenen.

Nicht zu spät für Effenberg. Er saß dieses Problem aus und gab am Ende die Auskunft, dass ihm die ganze Sache „persönlich verletzt hat“. Gib dem Effe ein Taschentuch! Erstaunlicherweise hat sich das nicht negativ auf sein Verhältnis mit der Mannschaft ausgewirkt. Denn hier hätte er ein Zeichen setzen können. Indem er an der Aufklärung des Vorfalls mitwirkt und alle Beteiligten zu Wort kommen lässt. Der Spieler selbst hat nämlich seinen Fehler erkannt und die Belästigte gab es nicht. Das hätte in Richtung der Mannschaft eine positive Wirkung gehabt. „Siehe da, der Trainer, der setzt sich für uns ein“. Aber nicht mit Effe. Normalerweise kippt nach solchen Vorfällen die Stimmung, wenn die Mannschaft merkt, dass der Trainer nicht für sie einsteht, dann fehlen hier und ein, zwei Promille, ähm Prozent Einsatzwillen, dann kommt in den Spielen Pech dazu (wenn man schon kein Glück hat, haha) und fertig ist die verschärfte Abstiegssituation. Diese besteht nun auch weiterhin.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Beziehung zwischen Effe und Paderborn noch bis zum Ende der Saison hält. Kämpfen kann der Tiger, keine Frage. Das Motto des Vereins #HeldenGebenNieAuf hat er sich schon zu Eigen gemacht.

Als Spieler verbinde ich mit ihm immer noch den Inbegriff des Führungsspielers. Einer, der mit einer gekonnten Grätsche eine ganze Mannschaft aufrütteln konnte. Nicht umsonst hat Effenberg die meisten gelben Karten aller Bundesliga-Spieler (laut Wiki-Peter). Einer wie Capitano Ballack, an dem sich junge Spieler orientieren konnten und der im Mittelfeld die Fäden in der Hand hatte. Heute gibt es nur noch wenige solcher Spieler. Die Zeiten haben sich geändert, das Team steht über allem. Die Verantwortung wird auf alle Schultern verteilt.

Die Jobgarantie von Präsident Finke hat er jedenfalls. Da zählt das gesprochene wie das geschriebene Wort. Alles Ehrenmänner in Paderborn. Dabei ist dieser Finke ja auch so eine besondere Spezies Fußball-Funktionär. Schaffte er es doch tatsächlich in der Halbzeitpause des Spiels vs. Kaiserslautern ein Interview mit der Bild-Zeitung zu führen. Von Mallorca aus. Seine aufmunternden Worte: „Mit dieser Leistung werden wir die Klasse nicht halten. In der Konstellation wird es schwierig, weiter zusammenzuarbeiten“. Ich bin mir nicht sicher, ob er das mit der umgekehrten Psychologie vollends verstanden hat.

Mit solchen und anderen Baustellen wird sich Effe und sein Team rumschlagen müssen, um das Ziel für das er geholt wurde, #Klassenerhalt zu schaffen. Möge er den nötigen Biss haben.

By Nino

 

2 Kommentare zu „The Fight of the Tiger…Kommentar zu Stefan Effenberg beim SC Paderborn.“

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