Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern.

MichelinMännchen

 

Vor einer Woche wurde nicht nur das Winter-Transfer-Fenster mit all seinem Wahnsinn geschlossen, nein auch der Wechsel von Pep Guardiola von Manchester City wurde offiziell bekannt gegeben. Seitdem vergeht kein Tag ohne eine Meldung welcher Spieler zum MCF wechseln oder sogar vor ihm flüchten könnte. Wird er Spieler von FC Bayern München mitnehmen? Wird er Neymar oder sogar Lionel Messi nach England lotsen können? Das Geld sitzt dort jedenfalls locker und interessant wäre es allemal zu sehen, wie Messi bei einem anderen Verein kickt. Die Spekulationen werden wohl leider bis zum Ende der Transferperiode im Sommer 2016 weitergehen. Leider deswegen, weil es zu nerven beginnt, wie die üblichen Verdächtigen Sportmedien jedes noch so absurde Gerücht entweder selbst verbreiten oder gar übernehmen und daraus weitere Geschichten generieren.

In der kulinarischen Welt wird die Qualität eines Restaurants nicht an Pokalen gemessen, sondern an der Anzahl der Sterne #Michelin. Ein Restaurant mit z.B. einem Stern hat „eine sehr gute Küche, welche die Beachtung des Lesers verdient“. Schau ich mir die Gerüchte-Küche beim FC Bayern München an und müsste diese beurteilen, so verdient sie nicht mal einen Stern. Da wird einfach ohne Geschmack, zu heiß und zu fettig gekocht.

Ein passendes Beispiel liefert dazu die letzte Gerüchte-Offensive der SPORT Bild, die gierig nach Klickzahlen von anderen #Sport1 #Kicker #SPON aufgegriffen wurde. Da soll es bei den Münchnern zu dicke Spieler gegeben haben. Da sollte nicht Serdar Tasci, sondern Herthas John Anthony Brooks als neuer Innenverteidiger verpflichtet werden. Dann soll Arturo Vidal im katarischen Trainingslager leicht alkoholisiert gewesen sein. Alle Gerüchte, wurden von Sportvorstand Matze Sammer mit einem klar und deutlichen „Das stimmt nicht und das ist die Unwahrheit“ zurückgewiesen.

Gegen letzteres Gerücht gehen die Münchner juristisch vor und ich bin wirklich gespannt, ob die Sport Bild Beweise liefern kann, dass Vidal in Katar Alkohol getrunken hat. Für beide Seiten ist die Fallhöhe ziemlich hoch. Die Bayern würden ziemlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn Videos, Bilder und sonst was auftauchen würden. Die Sport Bild bzw. die Bild Zeitung im Allgemeinen hat ja nicht nur diesen Prozess an der Arschbacke. Offenbar gehört das in dieser Schreibbude zum guten Ton.

In der sonntäglichen Doppelpass Sendung konnte der Fußball-Chef der Sport Bild, Christian Falk auch leider nichts Erhellendes zu dieser juristischen Auseinandersetzung beitragen. Er verwies auf das „schwebende Verfahren“. Die Fortsetzung folgt also…

Nun lebt der Fußball auch von den Geschichten auf und neben dem Rasen. Wenn sie aber ins Absurde abdriften und gezielt Unwahrheiten verbreitet werden, dann stellen sich die etablierten Medien selbst ein Bein. Auch wenn die Online-Seiten ihr Geld mit Klickzahlen verdienen. Für den Klick, für den Augenblick. Mitleid gibt’s dafür nicht.

Gutes Geld könnten sie ja auch mit gut recherchierten Storys machen. Und es gibt so vieles, über das berichtet werden kann. Interessant wäre doch z.B. zu erfahren, was aus den groß angekündigten Initiativen für die Flüchtlinge geworden ist. Der FC Bayern hat da ziemlich viel angekündigt. Warum gibt es dazu keine Berichte?

Beim Kicker lässt man lieber einen Maulwurf zu Wort kommen und andere Medien wollen diesen ausfindig machen. Die Presseabteilung des FCB dementiert fleißig und die Sportjournaille schreibt Artikel darüber, dass die Bayern sich über die Berichterstattung aufregen und tadaa: fertig ist die Maulwurf-Affäre.

Ist es ein Geben und Nehmen? Ein abgekartetes Spiel? Ich weiß nicht, ob die Bayern es so nötig haben in der Presse präsent zu sein? Dabei bespielen sie ja schon sämtliche Kanäle, den Social Media Kram nicht zu vergessen #Twitter #Instagram #Facebook #Snapchat.

So oder so täte dem deutschen Fußall-Journalismus ein wenig mehr Seriosität ganz gut. Der Fußball schreibt so viele Geschichten, die eine größer, die andere kleiner. Da bleibt keine Zeit und Raum für Unwahrheiten und miese Storys, mit denen die Klickzahlen bzw. die Leserschaft erhöht werden soll. Vielleicht klappt es dann auch mit einem Stern, aber nicht für die Gerüchte-Küche, sondern für den journalistischen Anspruch an sich.

By Nino

2 Kommentare zu „Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern.“

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