Tatort Leipzig – Kommentar zum Spiel Deutschland vs. Georgien

EM-QualifDeutschland-Georgien
Fußball oder Tatort? Die Leidenschaft vs. die liebgewonnene Tradition. Das war die Frage zum Sonntag. Nach der blamablen Niederlage gegen Irland stand ja ein Endspiel um die Qualifikation 2016 an. Gut, es war die kleine Schwester eines „Do or Die“-Spiels, wahlweise auch „Tod oder Gladiolen“. Ein Punkt würde reichen und die Relegation wäre der Notausgang für den Weltmeister. Allein RTL würde sich freuen, schließlich könnte man nach deren Duktus dann die „spannendste EM-Qualifikation aller Zeiten“ mit 2 extra Spielen begleiten.
Die Entscheidung fiel aufgrund der neuen Technik zu Gunsten des Fußballs. Den Tatort kann ich mir ja an der Media-Theke anschauen.
Und schon in der ersten 15 Minuten wurde klar. Die deutschen Spieler wollten ihrem Trainer noch etwas mehr auf den Geist gehen…mit der fehlenden Chancenverwertung. „Wir sind im Moment nicht so tödlich für den Gegner, wie wir das schon waren“ fabulierte Löw vor dem Spiel äußerst unglücklich. „Die fehlende Konsequenz im Abschluss“ hätte es treffsicherer ausgedrückt. Aber hätte hätte Fahrradkette.
Und mit jeder vergebenen Torchance freut sich der Türkei-Legionär Mario Gömez noch mehr ins Fäustchen. „Man braucht halt auch einen, der das Ding reinmacht“ raunt es vom imaginären Stammtisch.
In der Halbzeitpause brillierte RTL mit dem was sie am besten können. Werbung zeigen. Die zweite Halbzeit ging ähnlich furios weiter. Mesut Özil hakte dankend in das stehengebliebene Bein von Jaba Kankawa ein. Elfmeter. Klar wie Kloßbrühe. Thomas Müller verwandelte. So kalt wie ein Eis. Doch die 1:0-Führungs-Freude hielt nicht lange. Das starre Bein des Herrn Kankawa transformierte sich flugs in ein bewegliches, welches mit einem strammen Schuss zum Ausgleich einnetzte. Es folgten weitere, folgenlose Angriffe. Die Zuschauer versuchten mit „Wir wollen euch kämpfen sehen“, die Jungs an der Ehre zu packen. Zum Glück waren die gastierenden georgischen Soldaten gänzlich ohne jede Motivation diesen Aufruf wörtlich zu nehmen. Und mit der jeder Minute wünschte ich mir einen Beruhiger für das Spiel. Einen wie Bastian Schweinsteiger, der mit seiner Präsenz und ordnenden Hand für die nötige Ruhe gesorgt hätte.
Eingewechselt wurde der Kapitän nicht. Dafür entschied sich Löw für den Neu-Wolfsburger Max Kruse. Und keine drei Minuten später: One-Touch-Fußball bei dem Pep Guardiola feuchte Augen bekommt. Özil auf Kruse…zack…drin…2:1 die Erlösungs-Führung. Und die hielt dann glücklicherweise bis zum Ende.
Damit ist #DieMannschaft kein Qualifier mehr, sondern ein Subscriber bei der Euro 2016. Als Gruppenerster. Standesgemäß! …ach die billigen Plätze am Stammtisch.
Der Siegtorschütze und Freizeit-Poker-Spieler Kruse ließ im Interview noch wissen das Löw ihm den Auftrag gegeben hätte „noch mal Vollgas“ zu geben. Klar dachte sich der VW-ler, war ja schließlich auch kein Test-Spiel.
Weitere Fußballspiele wird es bei RTL vorerst nicht mehr geben. Schade für RTL, gut für die Zuschauer. Sollen die sich lieber um das Comeback der „Samstag-Nacht“-Show bemühen, das war der letzte Treffer im Spiel um gute Unterhaltung.
Auf geht’s! Mit dem Taxi nach Paris! 10.07.2016.
By Nino

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