R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 und dem HSV

KSCvsHSV
Der Fußball-Gott ist tot…es lebe der Fußball-Gott. Ersteres würden Karlsruher SC-Fans unterschreiben, letzteres die Hamburger Fans. Obwohl ich mir da nicht so sicher bin. Denn in ihrer ganz eigenen Bescheidenheit würden die noch behaupten, dass der 2:1 Sieg in der Verlängerung allein der irdischen Qualität der Spieler zuzurechnen ist. Da braucht es doch keine höheren Mächte oder sogar einen fehlentscheidenden Schiedsrichter. Um Gottes Willen, nein, der Dino der 1. Fußball-Bundesliga…der schafft das aus eigener Kraft. Jens Todt, seines Zeichen Manager des KSC, würde wohl dazu sagen: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte wenn ich diese Zeilen lese“. Und damit hat er gottverdammt nochmal Recht.
Mit der 2015er Bundesliga-Relegation ist mein Glaube an den Fußball-Gott nun wirklich gestorben. Mal davon abgesehen, dass die Relegation wieder abgeschafft werden muss (dazu später mehr auf diesem Blog) ist es schwer verdaulich, dass der Hamburger Sportverein es das zweite Mal hintereinander geschafft hat, sich den Status eines Erstligisten über die Relegation zu sichern. Bitter ist aber auch die Tatsache, dass der KSC es nicht geschafft hat, den HSV in zwei Spielen zu besiegen. Bis zum Schluss hoffte ich insgeheim auf die Dutzend Hamburger Chaoten, die versuchten den Platz zu stürmen. In einem Fußball-Forum habe ich dazu gelesen: „Die wollten mit ihren Spielern feiern“. Soso. Jedoch schafften es die Hundertschaften der Karlsruher Polizei die Testosteron-besoffenen „Fans“ vom Spielfeld fern zu halten.
Wäre die Relegation ein Pokal, dann hätte der HSV den Titel erfolgreich verteidigt. Dem nach Titel dürstenden HSV käme doch sogar ein Triple ganz gelegen. Aber wird es soweit kommen? Nein, das glaube ich nicht. Nach der zweiten Desaster-Saison müssten auch dem letzten Verantwortlichen und Spieler die Erkenntnis in die Rothose gerutscht sein, dass so nicht weiter gespielt werden kann. Von einem häufig erwähnten Umbruch kann da allerdings nicht die Rede sein. Wie soll man auch einen Trümmerhaufen umwandeln oder anders gestalten? Da hilft nur ein Neustart. Konsequenterweise müsste dazu der Vorstand, Aufsichtsrat und auch der #Retter Labbadia zurücktreten. Und welche Spieler wollen jetzt noch beim HSV spielen? Da wird doch jedes Start-up Unternehmen besser geführt.
Zudem sollte diese 1. Bundesliga-Zugehörigkeits-Uhr aus dem Stadion entfernt werden. Einerseits um von dieser „Wir-sind-schon-immer-dabei“-Mentalität wegzukommen und andererseits der sich herausbildenden „Wir-können-ja-gar-nicht-absteigen“-Einstellung entgegenzuwirken. Denn nix ist schlimmer als zu denken „Ach, das wird schon irgendwie. Am Ende gibt’s ja noch die Relegation“.
Des Weiteren braucht der HSV eine neue Identität. Denn über was definiert sich der HSV? Über seinen Dino-Status! Gründungsmitglied der Bundesliga! Traditionsverein! Unabsteigbar! Alles nicht mehr hörbare Folklore.
Um verlorene Sympathien wiederzugewinnen ist zu allererst Demut von Nöten. Allein das Verhalten der Spieler nach dem Schlusspfiff offenbarte die ganze geistige Verknappung und Arroganz des HSV. Das da viel Druckablass und Erleichterung („Haach, mir sind ja soooo viele Steine vom Herzen gefallen…bla bla) mit im Spiel war, geschenkt. Aber kein HSV-Verantwortlicher beendete diesem unwürdigen Treiben aus Megafon und Siegertänzchen ein schnelles Ende. By the Way: Genau dieses Verhalten und die Großmannssucht (bei nicht vorhandener fußballerischer Größe) macht es mir so einfach gegen den HSV zu sein.
In der nächsten Saison hätten sie die Möglichkeit aus den Fehlern zu lernen. Als Saisonziel den Klassenerhalt auszurufen und nicht die Europa-League + X. Denn um nichts anderes als den Klassenerhalt kann es für den HSV gehen. Sollten die HSV-Oberen in ihrer Analyse zu anderen Ergebnissen kommen, so glaube ich fest daran, dass der HSV einen eigenen Eintrag bei Wikipedia bekommt. Stichwort: Chaos-Verein.
Und der Fußball-Gott kann nur auferstehen, wenn der HSV irgendwann absteigt.
By Nino

4 Kommentare zu „R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 und dem HSV“

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