Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

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Ein weiteres Thema aus „Dunkle Vorhersage“ von Baba war das Thema der Traditionsvereine vs. Plastikclubs.

Bevor ich zum „vs.“ komme, versuche ich mich im ersten Teil zunächst dem Begriff des Traditionsvereins zu nähern. Dazu gebe ich in einer unbekannten Suchmaschine diesen Begriff ein und erhalte ungefähr 429.000 Ergebnisse (in 0,36 sec. wohlgemerkt). Im #Wiktionary heißt es unter „Bedeutungen“: Verein mit einer langen Historie. Für diejenigen, die immer nach der Herkunft fragen: Es ist ein „Determinativkompositum aus Tradition und Verein mit dem Fugenelement –s“.

Aber genug des gefährlichen Klugscheißer-Wissens. Nach allgemein anerkannter Lesart ist z.B. der Hamburger SV einer dieser Traditionsvereine. Der #Dino der 1. Bundesliga, dem Abgrund des Abstiegs schon sehr nah gewesen, doch bisher immer #noch die höggschde Spielklasse gehalten. Das dies so bleibt, das wünschen sich vor allem die Traditionalisten unter den Fußball-Fans. Aussagen „so ein Verein gehört in die 1. Liga“…“so eine lange Tradition“…“die vielen treuen Fans“…“so ein tolles Stadion“…“die Stadt und ihre Menschen“, beschwören die Tradition und Romantik, verkennen aber leider auch die Realität. Aber einen Bestandsschutz für das Oberhaus der Bundesliga gibt es zum Glück nicht.

Der Hamburger SV lebt nämlich von seinen Erfolgen aus den 1980er Jahren. In den letzten 24 Jahren wurden 23 Trainer eingestellt bzw. wieder entlassen, freigestellt oder beurlaubt. Nummer 24, Josef Zinnbauer hat die Garantie, nein das #Ehrenwort bis zum Saison-Ende Trainer zu bleiben. Wer’s glaubt wird Uwe Seelig. Insbesondere in den letzten Jahren konnten nur Preise bei der Wahl zur „Miss-Wirtschaft“ errungen werden. Letzter offizieller Fußball-Titel: Ligapokal 2003!

Aber dennoch scheint der HSV eine Anziehungskraft für manchen zu haben, die bis ins Reich des Fast-Unerklärlichen reicht. Dietmar Beiersdorfer kehrte zur seiner alten Liebe zurück, Rafael van der Vaart auch, wohl aber mehr des Geldes und der ihm zukommenden Verehrung #Jahrhundert11, zuletzt Ivica Olic…sympathischer Dauerläufer, mit 35 Jahren aber auch kein Perspektivspieler mehr. Was also reizt die Herren an der alten Liebe HSV?

Im wahren Leben wird zuweilen eine Rückkehr zur alten Liebe nicht empfohlen. Man solle sich nur an die Gründe des Scheiterns erinnern. Bei den Vereinen und Fußballern sind es meistens schlechte Leistungen auf dem Platz oder eine neue Liebe in Form einer Stammplatz-Garantie, mehr Geld oder der Wunsch nach einer Auslandserfahrung die zu einer Trennung führen…

Auffallend auch wie viele tolle Spieler beim HSV gespielt haben: Jérôme Boateng, Vincent Kompany, Nigel de Jong um nur einige zu nennen. Das sind alles Spieler bei denen ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, das die alle besser geworden sind, nachdem sie den HSV verlassen haben. Und Spieler, die zum HSV gewechselt sind und sich in ihrer Leistungsfähigkeit gesteigert haben, fallen mir irgendwie auch nicht ein.

Es wäre allerdings zu einfach sich am Beispiel des HSV an den Traditionsvereinen abzuarbeiten. Zum Glück gibt es auch genug andere Vereine, die lange im Fußball-Geschäft dabei sind, eine Spielphilosophie haben, etwas vom Wirtschaften verstehen, sich realistische Ziele setzen können und nicht bei jeder erfolglosen Phase entweder den Trainer wechseln oder auf dem Transfermarkt hektische Panikkäufe tätigen.

Die Fußball-Romantiker des HSV verklären leider die Probleme des Vereins und finden ihre Erfüllung im Aufbau eines neuen Feindbildes mit dem Namen #Plastikclub. Jene Vereine also ganz ohne Tradition, ohne Titel, unterstützt von potenten Geldgebern. Aber hoppla! Wäre der HSV ohne Tradition nicht auch einer? Im Sommer 2014 wurde die Profiabteilung aus dem Verein ausgegliedert und für Investoren geöffnet. Zudem gibt’s den „Edelfan“ Kühne, der sich je nach Wetterlage in der Hansestadt als Investor, Oligarch oder Alleinherrscher aufspielt. Reichen diese Anzeichen aus, um als Plastikclub zu gelten? Dieser und anderen Frage widme ich mich zum zweiten Teil von „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“…

By Nino

3 Kommentare zu „Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1“

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