Eigentor durch Twitter und Co.!?

WadenkrampfSelfieStuttgart

„Wadenkrampf und Bluterguss statt Selfie-Scheiß im Mannschaftsbus“…Mit diesem Spruch zeigten sich die Stuttgarter Fans am 21. Spieltag der BL-Saison 2014/2015 im Spiel gegen den BVB 09 so treffsicher wie aktuell nur das Holland-As Dost, Bas.

Es zeigt eine Entwicklung auf, die vor allem im Abstiegskampf für wenig Verständnis bzw. Begeisterung bei den Fans sorgt: Der Doppelpass zwischen Social Media und Fußball.

Wenn der Otto-Normal-User an Social Media denkt, dann denkt er wohl an Twitter, Facebook, Instagram und Youtube. So gut wie jeder Bundesliga Klub hat einen Account/eine Seite/ein Profil oder einen Kanal bei diesen sogenannten „sozialen Netzwerken“ und informiert von Interessantem bis Banalem. Die Spieler selbst nutzen diese Medien mehr oder weniger intensiv, in Abhängigkeit des Bekanntheitsgrades und dem eigenen Streben nach Selbstdarstellung.

Ein Pionier dieser ganzen Spaßveranstaltung ist kein Geringerer als Lukas Podolski, der zwar schon einige Höhen und Tiefen hinter sich hat , hierbei jedoch eine stetig steigende Leistungskurve präsentieren kann. Er twittert, instagramed, facebooked und ist auch sonst ganz social unterwegs. RekordbräutigamNationalspieler Lothar Matthäus äußerte sich im Hinblick auf seine sportlichen Leistungen kritisch zu diesen Aktivitäten. Poldi antwortete…na klar…über Twitter #Erfolgscoach#Greenkeeper.

Die sog. „Netzgemeinde“ tat ihr Übriges und so musste der standhafte Loddar ein kleines Shitstörmchen über sich ergehen lassen, was im Übrigen auch nix anderes als Kurzzeit-Mobbing ist. Apropos „Netzgemeinde“. Unbegreiflich oft wird in Texten erwähnt „was das Netz denkt“… „das Netz tobt über XY“.

Ich finde es ja schon erstaunlich das Leute überhaupt während eines Spieles twittern. Ok, manche tun es beruflich, um in Kontakt mit ihren Lesern und Followern zu bleiben. Andere hingegen schaffen es leider viel zu wenig mit 140 Zeichen etwas Substanzielles in der weiten Spähre des WWW zu hinterlassen. Zumal ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass einige unbedingt einen Volltreffer landen wollen, um mit ihrem Tweet in irgendwelchen Online-oder Printmedien zitiert zu werden.

Schlimme Ausmaße nimmt das Ganze ja mittlerweile bei der Beurteilung der neuesten Tatort-Folge an. ZeitOnline hat seine Twittkritik, SpiegelOnline baut aus Twitter-Kommentaren ganze Artikel zusammen. Spricht das jetzt für Qualitätsjournalismus wenn aus Twitter-Kommentaren Texte geschrieben werden?

Im Zusammenhang zur Kritik der vorletzten Tatort-Folge aus Leipzig hat Der Kommissar Til Schweiger via Facebook seine Meinung mitgeteilt: „wo ist die qualität, wenn man versucht klicks dadurch zu generieren, indem man die gehässigsten twitter-kommentare von irgendwelchen internetnerds, die nix anderes zu tun haben, als zu lästern und zu haten , publiziert….?“ Eine Replik des Schreiberling von SPON ließ nicht lange auf sich warten, natürlich wertschätzend ironisch. So kann man sich eben auch beschäftigen…

Bisweilen wird aus einem Pass kein doppelter und ein Tweet oder Post geht meilenweit am Tor vorbei. Der ehemalige Nationalspieler Robert Huth twitterte so daneben, das er vom englischen Fußball-Verband FA für zwei Spiele gesperrt und zu 1er Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt wurde. Auch die Spieler des FC Schalke 04 zeigten sich in der Vergangenheit wenig zielsicher, was den Verein dazu veranlasste als Erster einen Social-Media Regeln Katalog einzuführen. Leider können dazu auch nach intensiver Recherche keine erhellenden Informationen „m Netz“ gefunden werden.

SchalkeWitterInstagram

So oder so: Der Doppelpass zwischen Social Media und Fußball funktioniert nicht immer wie Tiki-Taka, meist ist es mittelklassiges Geholze auf einem Spielplatz mit lauter Quasselstrippen, die ihren geistigen Dünnschiss loswerden.

Und im Fall der Stuttgarter Fans wollen die lieber ihren Stars dabei followen, wie sie ihrem Job nachgehen und im besten Fall auch alles für den Verein tun. Früher war nicht alles besser, hier ist weniger oft besser.

By Nino

3 Kommentare zu „Eigentor durch Twitter und Co.!?“

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