Wölfe tragen Lederhosen! Anmerkungen zum Topspiel VfL Wolfsburg vs. Bayern München

WolfsburgBayern2015

Zum Start in die Rückrunde der 1. Bundesliga gab es ein besonderes Spiel. Dazu trugen gleich mehrere Gründe bei: Der 1. vs. den 2., eine sehr würdevolle Trauerarbeit für den verstorbenen Junior Malanda, die Bayern kassieren in einem Spiel so viele Gegentore wie in der ganzen Hinrunde, Jérôme Boateng verlor nach 56 Spielen mal wieder ein Bundesliga-Spiel. Aber Letzteres ist eher was für die Statistik-Verliebten…in Love with %-Babs.

Statistik hilft jedoch nur bedingt beim Fußball, denn nur eine Zahl ist entscheidend. Ja, es ist suprise surprise…die Anzahl der Tore. Die Wolfsburger haben einfach mehr geschossen. Aus sechs Torschüssen 4 Tore erzielt, das ist einfach gnadenlos effektiv. Wie sonst nur die Bayern. Punkt. Und auch so waren die „Wölfe“ einfach hungriger, bissiger…um es im schönsten Sportkommentaren-Sprech zu verdeutlichen.

Im Vorfeld des Spiels wurde viel von der Dominanz oder über den Zeitpunkt des Gewinns des 25igsten Titels des FCB bis zur großen Langeweile in der Bundesliga geschrieben. Ich frage mich u.a. dabei, ob es darum geht, so lange diesen Mumpitz zu schreiben, bis es die Bayern selber glauben, um sie damit im Enddefekt zu schwächen? Denn Hochmut kommt vor dem Fall und der Sieg…der Titel ist erst erreicht, wenn der Schiri abpfeift und es rechnerisch nicht mehr möglich ist überholt zu werden…in Love again, irgendwie.

Aber soweit um die Ecke…nein…das ist zu viel gedacht. Der Beweis wurde dann direkt auch nach dem Spiel steilpass-mäßig geliefert. Da hieß es bei Spiegel Online und im ARD-Videotext „Wolfsburg deklassiert den FC Bayern“. Bild.de seriös wie immer: „Bundesliga-Wahnsinn! Wolfsburg zerlegt Bayern“. Auch ZeitOnline stellte fest, dass die Bayern noch nicht Meister sind. Sooo ganz überraschend nach dem 17. Spieltag…

Ich kann es nicht mehr hören. Das sind doch englisch-spanische Verhältnisse. Erst in die Weltklasse mit Real Madrid hochjubeln und eine Niederlage reicht aus, um festzustellen, dass die Münchner keine Maschinen sind. Deklassiert. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. De-klass-iert. Die Bayern haben doch nicht so gespielt, als wenn sie eine Spielklasse tiefer spielen würden. Was haben diese Journalisten für ein Spiel gesehen? Und was wird bei Spiegel Online weiter geschrieben: „Erkenntnis des Spiels: Die Bundesliga wird immer langweiliger. Jetzt ist auch schon das Rennen um den zweiten Platz entschieden.“ Ohje ohje, da bin ich froh, dass ich dafür keine Gebühren zahlen muss. Da wünsch ich mir die Qualität des gespielten Fußballs beim geschriebenen Wort. Und nicht ohne Grund gibt es diesen Spruch: Das Wissen eines Journalisten ist so weit wie das Meer und so tief wie eine Pfütze.

Davon mal abgesehen: Beeindruckend war dieses Spiel, das Ergebnis überraschend. Mal sehen was die nächsten Spiele bringen. Schalke 04 wird sich jedenfalls noch weniger auf die Reise nach München freuen. Außer vielleicht der Trainer der Boys aus’m Schacht. Roberto Di Matteo kehrt zurück an die Spielstätte „seines“ größten Triumphs als Trainer und der bittersten aller Niederlagen des FCB. Und ich mag die Bayern besonders für ihre Spiele nach Niederlagen.

By Nino

2 Kommentare zu „Wölfe tragen Lederhosen! Anmerkungen zum Topspiel VfL Wolfsburg vs. Bayern München“

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