Ein Kommentar zum Rücktritt von Armin Veh in Stuttgart, beim Verein für Bewegungsspiele

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Weil ich nicht glauben konnte was da stand, musste ich die Meldung des Rücktritts von Armin Veh gleich zweimal lesen. Rücktritt? Beim VfB Stuttgart? Mit Platz 18 nach 12 Spieltagen…da hätte ich nach den „Mechanismen der Branche“ eher eine Entlassung oder „Freistellung“ erwartet…@Slomka/Keller/Dutt.

Aber Armin entschied sich für diesen ungewöhnlichen Akt und sagte: „Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen, weil mir der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen.“ Nun wird heiß und fettig darüber diskutiert, ob Veh nun ein mutiger Mann oder einer ist, der sich der Verantwortung nicht stellt.

2007 wurde Veh mit den Schwaben Meister. Als es in der letzten Saison bei der Eintracht in Frankfurt nicht mehr nach seinen Vorstellungen lief, wollte er zurück ins Ländle…und das obwohl sich Stuttgart mit Ach und Krach rettete. Aber für Veh war es eine Herzensangelegenheit.

Ich denke, dass man als Trainer mit einer neuen Mannschaft auch eine Beziehung eingeht. Und in jeder guten Beziehung gibt es Phasen der Freude und Phasen, in denen nicht immer eitel Sonnenschein ist. In letzterer befand sich jedoch das Paar Veh/VfB seit dem 1. Spieltag. Es lief einfach nicht mehr wie 2007. Die Gespräche wurden kürzer, die Treffen wurden weniger, das Stöhnen und lange Einatmen fand außerhalb des Bettes statt und die Stimmung näherte sich dem Gefrierpunkt. Für Veh war der Zeitpunkt gekommen…um zu gehen. Keine „Raus-Rufe“ der Fans, kein „wir-müssen-mal-reden-Gespräch“. Vielleicht hat er aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und nimmt sein Schicksal selber in die Hand, als sich abservieren zu lassen?

Auf der anderen Seite denke ich, dass die Phasen der miesen Laune und schlechten Ergebnisse zu einer Beziehung dazu gehören. Das man diese Phase gemeinsam durchsteht. Das man sich daran erinnert, warum man zusammen ist und bis jetzt durchgehalten hat. Ganz zu schweigen von den 66 Nummern, ähm Punkten die noch zu vergeben gewesen wären. Hamburg hat sich mit 27 Punkten in die Relegation und letztendlich (so bitter das auch ist) in der 1.Liga gehalten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Oder doch eher „ein Ende mit Schrecken“ als ein „Schrecken ohne Ende“? Für Veh war es nicht das 1.Mal eines überraschenden Rücktritts. 2003 trat er in Rostock nach 4 Niederlagen in Serie zurück, um sich eine (!) Woche später dem 2 Klassen tiefer spielenden FC Augsburg anzuschließen. Das hat mehr ein Gschmäckle als Mut oder Rückgrat.

Ich bin mir jedenfalls nicht ganz sicher was nun besser bzw. richtiger ist. Es wächst aber die Erkenntnis, dass der Fußball und das Leben mit der Liebe doch mehr gemeinsam haben als man(n) wahr haben will.

Zur Beantwortung der Frage, wer nun beim VfB anheuert, bedurfte es keines langen Blickes in die Mercedessterne. Der #AufSchalke#Jahrhundertrainer Huub Stevens kehrt auf jene Trainerbank zurück, die er erst nach dem Ende der letzten Saison verlassen hatte. Nachfolger war…ja genau…Armin Veh. Stevens weiß hoffentlich, dass Beziehungen im Ländle…hüstel hüstel…mit dem VfB nicht von Dauer sind.

By Nino

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